Argentinien ist heute der grösste Weinproduzent Südamerikas und der fünftgrösste der Welt. Zentrum und Trendsetter des Weinbaus ist Mendoza an den Hängen der Anden. Seit den 1990er Jahren hat die Malbec-Traube von hier aus ihren Siegeszug angetreten und erobert von der Südhalbkugel aus die Gaumen der Weinliebhaber in aller Welt.
Die Geschichte des Weinbaus in Argentinien lässt sich kurz fassen: Nach vielen misslungenen Versuchen, Weinreben über den Seeweg aus Europa und Peru einzuführen und am Atlantik zu kultivieren, gelang es in der Mitte des 16. Jahrhunderts Reben aus Chile am Fusse der Anden anzubauen. Es waren vor allem katholische Mönche, die mit dem Weinbau begannen und bald Messweine für ihre liturgischen Zwecke erzeugten. Mit der stärkeren Besiedelung des Landes ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts brachten auch italienische, spanische und deutsche Einwanderer viele europäische Rebpflanzen nach Argentinien.
Argentinische Weine blieben in der Welt lange Zeit unbekannt, da die Inlandnachfrage sehr gross war und man mit den billigen Massenweinen im Ausland keinen Blumentopf gewinnen konnte. Erst in den letzten Jahrzehnten fand ein Umdenken statt. Heute wird in Argentinien verstärkt Qualitätswein angebaut, der weltweit sehr beliebt ist, nicht zuletzt wegen seines geringen Exportvolumens, denn den Löwenanteil des produzierten Weins trinken die Argentinier nach wie vor selber.
Eines der ersten und heute eins der bekanntesten Weinbaugebiete ist Mendoza. Es befindet sich im äussersten Westen des Landes und erstreckt sich von Lavalle im Norden 300 km lang bis San Rafael im Süden. Hier sind etwa drei Viertel aller Weinberge des gesamten Landes zu finden. Sie werden über ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem versorgt, das mit Wasser aus den Anden gespeist wird. Rund die Hälfte der Rebfläche ist mit den einheimischen Sorten Cereza und Criolla Grande bestockt. Aus ihnen wird weisser und hellroter Tafelwein für den Massenkonsum gewonnen. Der typischste argentinische Weisswein wird aus der Rebsorte Torrontes erzeugt. Sie stammt ursprünglich aus dem spanischen Galizien. Der muskatduftige Wein überzeugt durch seine Frische und Frucht. Wenn in argentinischen Restaurants ein offener Wein des Hauses angeboten wird, handelt es sich in der Regel um einen aromatischen Torrontes.

Die andere Hälfte der Rebfläche in Mendoza belegen zu gleichen Teilen rote und weisse Qualitätswein-Rebsorten wie Cabernet Sauvignon, Merlot und andere. Die wichtigste argentinische Qualitätsrebe ist die Malbec-Rebe. Sie ist in Argentinien viel populärer als in ihrer Heimat Frankreich. In Mendoza erreicht der rote Tropfen aus der Malbec-Traube unter den langen Reifebedingungen ein ausgezeichnetes Aroma. Es heisst, Argentinien stellt weltweit den besten Malbec her.
Eine speziell argentinische Besonderheit sind die teilweise bis zu hundert Jahre alten Reben, die man heute noch in einigen Weingärten findet. Wer sich für argentinische Weine interessiert, kann dort verschiedene Weingüter besuchen, Wein kosten und natürlich gleich kaufen.
Eine kleine Auswahl an Weingütern in Mendoza:
Bodegas López
Bodegas Familia Zuccardi
Bodegas Toso
Welches sind eure Lieblinge unter den Argentiniern?











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