Kaum angekommen am Busbahnhof von Florianopolis, werden wir schon vom ersten Typ angesprochen, der uns ein Hotel andrehen will. Zwar sind wir auf der Hut und wissen um die Risiken – doch nach fast 16 Stunden Busfahrt (naja, immerhin 1. Klasse) von Sao Paulo her möchten wir nur noch eines: ins Hotel.
Nestor, der schwarze Uruguayer in Brasilien, bringt uns zu “seinem” Hotel, also von welchem er Geld für die Akquisition erhält, und wir sind so so la la zufrieden. Diese 3* wären bei uns kaum 2 wert gewesen, doch was solls… Hauptsache wir haben ein warmes Bett und ein Dach über dem Kopf.
Nachdem wir uns aus den Laken geräkelt haben (wer kann schon schlafen, wenn er um 8 Uhr morgens ins Bett hüpft), erkunden wir die Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Santa Catarina – notabene liegt der Grossteil der Stadt auf der Insel Santa Catarina (was für ein Kuriosum).
Es scheint, als ob das Städtchen (ca. 400’000 EW !!!) relativ rasch gewachsen wäre. Denn nach einer kurzen Besichtigung des Stadtkerns wird uns bewusst, dass hier alles relativ neu ist. Irgendwie, mutmassen wir, war das bis vor kurzem noch ein verschlafenes Nest mit provinziellem Charakter. Heute gehört Florianopolis (und der gesamte Bundesstaat Santa Catarina) zu den am besten besuchten Touristenregionen im Süden Brasiliens.
War früher alles noch ländlich, erscheint jetzt alles in einem modernen Licht. So sind kulinarische wie Unterhaltungsangebote in einer sehr grossen Zahl zu finden. Es sind auch vor allem Brasilianer, die hier ihre Ferien verbringen. Wenn sich Ausländer hierher verirren, dann kommen sie zum Surfen. Nicht aber wir! Wir wollen die Strände besichtigen – wozu es hier im Süden Ende September / Anfang Oktober jedoch ein wenig kühl ist. (Auch in Brasilien kann man nicht überall und das ganze Jahr durch baden.) Ein Highlight sind die Praia dos Ingleses sowie das Surfer Paradies Praia da Joaquina. Besonders idyllisch ist der Lagoa da Conceiçao.
Als sehr angenehm verspüren wir die Tatsache, dass hier mit viel Liebe und wenig Überheblichkeit Tourismus betrieben wird, auch wenn sich gewisse Auswüchse des Massentourismus nicht verhehlen lassen. Die Strände und das mehrheitliche Fehlen ausländischer (europäischer wie amerikanischer) Touristen machen Florianopolis zu einem speziellen Erlebnis – und machen uns klar, dass 170 Millionen Brasilianer ein Kosmos für sich sind…










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Hallo Dusan,
ich finde deinen Artikel lesenswert und würde ihn gerne auf unserem Portal für Deutsche in Floiranopolis veröffentlichen.
Bist du damit einverstanden?
eine Anmerkung hätten wir noch zu deiner Beschreibung. Das mit den Ausländern ist nicht ganz richtig. Wenn du an die teuersten Strände im Norden schaust wie Santinho und vor allem Jurere international, dann wirst du feststellen das sehr viel amerikanische und europäische Ausländer ein Haus ihr eigen nennen. Auch gibt es auf der Insel viel Deutsche im Süden die hier sesshaft geworden sind. Den größten Teil der Besucher stellen aber die Argentinier. den Süden von Brasilien besuchen in Spitzenjahren über eine Million Argentinier! Jeder Manesinho (Einwohner der Insel) weis ein klagelied über die verhassten “Dreckschweine” aus Argentinien ein Lied zu singen. Aber das kennen wir ja aus unseren Nachbarländern auch :)
mfg
Willy