Von Udo Habermann am 3. November 2008 um 13.30 Uhr
Kategorien: Argentinien, Reiseberichte & Insider

Malba

(Foto: Wikicommons)

Was tat Udo in Buenos Aires? Udo trank Wein und ass Fleisch. Udo ging ins MALBA. Udo schaute Tango und wunderte sich über die vielfach gelifteten Tänzerinnen. Entgegen lokaler Gepflogenheiten wurde er sogar von einer Dame zum Tanz aufgefordert – er lehnte ab. Nach seinem letzten Tanzvergnügen in Bolivien gaben ihm die Einheimischen den Spitznamen “el robotico”. Udo schaute Fussball. Udo fuhr aufs Land und ass Asado. Udo ging in ein Café nach dem anderen, wo er Freunde traf, las und schrieb und dazu eine Lagrima (Tasse Milch mit einer Träne Kaffee – nicht umgekehrt) nach der andern trank und Medialunas (Croissants – mit und ohne Schinken und Käse) verschlang. Udo besuchte Kaufhäuser und Flohmärkte. Udo irrte in der Stadt herum und inhalierte die Abgase der unzähligen Autobusse – sie musste vor dem Import der Busse getauft worden sein. Udo ging ins Theater uns schaute sich Frauen auf dem WC an. Udo machte auf cool und ging zum Brunchen ins Olsen, wo er sich mit Freunden am “attractive staff” und den Tyler Brûlé-JüngerInnen ergötzte etc.

Da kann man sich nur noch an den Kopf langen!

(Foto: Keystone AP / Eduardo Di Baia)

Und irgendwo dazwischen und weit weg ereignete sich die “American Crisis”. Der Beginn der Subprime Krise streifte die sogenannten Emerging Markets (EMEA) nur – Tenor der Banker: EMEA als Diversifizierung bei sinkenden Märkten in Europa und den USA! Doch auch dies stellte sich als falsche Prognose heraus. Die EMEA leiden unter sinkender Nachfrage aus dem Ausland, sinkenden Währungen, sinkenden Märkten und vor allem unter den sinkenden Rohstoffpreisen. Die American Crisis ist längst global, bloss mit einiger Verzögerung. Es gibt jedoch einen grossen Unterschied zu Europa und den USA. Die Leute hier sind an Krisen und schwere Zeiten gewöhnt. Hat Europa Probleme mit Islands Staatsbankrott? Kein Problem, die Argentinier schicken gern ihre Spezialisten vorbei!

Für Udo hatte die Intensivierung der Finanzkrise die konkrete Folge, dass trotz Ferien die Kommunikation mit dem fernen Büro und den noch ferneren Kunden von Tag zu Tag zunahm. Diese Tatsache verleitete Udos Couchsurfing-Gastgeberin in Curitiba schliesslich dazu, auf Udos Profil den anfänglichen Kommentar zu hinterlassen. Doch hat die Krise auch ihr Positives. Udo weiss bereits jetzt, wo er die nächste Finanzkrise ausbaden wird: nein, nicht auf den Osterinseln – sondern in Buenos Aires.

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