Von B. Jäger-Dabek am 9. September 2009 um 8.00 Uhr
Kategorien: Reisetipps, Ägypten

Ägypten das sagenhafte Land am Nil, ist das älteste Reiseziel der Welt. Schon die Griechen und Römer kamen hierher, um über die Leistungen der ägyptischen Kultur zu staunen. Herodot schrieb nicht umsonst, Ägypten sei reicher an Wundern als jedes andere Land auf Erden.

Eine der ältesten Hochkulturen der Welt ist Ägypten. Bereits vor fünf Jahrtausenden wurde am Nil das erste Königreich gegründet, und viel jünger sind die Pyramiden auch nicht. Selbst Napoleon war angesichts dieser Pyramiden von Gizeh überwältigt und sagte zu seinen Truppen 1798: “Vierzig Jahrhunderte blicken auf euch herab.”

Der Nil machte es möglich. Frühjahr für Frühjahr überschwemmte er das Niltal mit seinem fruchtbaren Schlamm. So zieht sich bis heute am Fluss entlang ein schmaler grüner Streifen von Süd nach Nord durch das Wüstenland. Zwar ist Ägypten zwei Mal so gross wie Deutschland, aber nur gerade mal zehn Prozent der Fläche sind bewohnt.

Auch Kairo, arabisch Al Qahira (“die Siegreiche”), liegt am Nil. Ägyptens Hauptstadt ist eine pulsierende Metropole von rund 17 Millionen Einwohnern und damit die grösste Stadt Afrikas. Sie liegt im Schatten der Pyramiden von Gizeh und damit der Geschichte der ägyptischen Pharaonen. Kamele im Wiegeschritt, wild hupende, chromblitzende Autos, dazwischen in stoischer Ruhe vor sich hin trottende Esel vor klapprigen Karren, Lehmhütten und futuristische Wolkenkratzer – hier begegnen sich Tradition und Postmoderne. In Kairo treffen sich auch Orient und Okzident, West und Ost, wenn auf den Bürgersteigen die jungen, gut ausgebildeten Banker an den Ständen der die traditionelle, weite Djellaba tragenden Strassenhändler vorbeihasten. In der Sonne binkende Glaspaläste. Shoppingmalls warten auf gut situierte Käufer, nebenan sitzen Männer in einem Kaffehaus bei ihrer Shisha, der Wasserpfeife. Kairo ist ein einziger Kontrast.

In der islamischen Altstadt, die seit 1979 auf der UNESCO-Weltkulturerbeliste steht, erliegt der Urlauber der Faszination eines Orients wie aus “1001 Nacht”. In den engen Gassen des Basars wird um Souvenirs gefeilscht, in den kleinen Kaffeehäusern sitzen Männer bei dampfendem Tee. Von Kairos Moscheen ruft der Muezzin fünfmal täglich zum Gebet gegen den ohrenbetäubenden Verkehrslärm an. Und im Zentrum islamischer Gelehrsamkeit, der Al-Azhar-Moschee, sitzen ernste Koranschüler und Studenten im Schneidersitz beim Lernen. Nebenan wabern immer wieder die Düfte des Orients von schwerem Parfüm bis zu exotischen Gewürzen in die Nase.

Die Metropole am Nil scheint nie zu schlafen, allein die Moscheen erscheinen als Oasen der Ruhe – und die Museen. Das grandiose Ägyptische Museum kennenlernen zu wollen, erscheint eher wie eine Lebensaufgabe denn wie eine Urlaubsstippvisite. Ägypten strotzt vor Kultur – und das nicht nur in Kairo, Saqqara oder Gizeh, sondern besonders in Luxor mit dem Karnak-Tempel, dem nahen Tal der Könige mit den Grabkammern oder in Abu Simbel am Nasser-Stausee. Eine Nilkreuzfahrt zwischen Luxor und Kairo führt vorbei an all den Schätzen des Landes und lässt auch Einiges vom oberägyptischem Landleben erfahren.

Doch es wird nicht gelingen, die ganze ägyptische Kultur und alle Schätze, die sie hervorgebracht hat, in einem Urlaub zu erkunden. Deshalb kommen die meisten Ägyptenurlauber wieder. Es gibt so Vieles, was man an den Hauptorten altägyptischer Kultur en passant miterleben kann, wie an den Pyramiden von Gizeh im alten Kolonialhotel “Mena House” zur Teatime einzukehren oder in Assuan auf der Terrasse des “Old Cataract Hotel” den Sonnenuntergang auf der anderen Nilseite über dem Grabmal der Begum zu geniessen.

Doch das ist längst nicht alles, was Ägypten seinen Besuchern zu bieten hat. Denn längst ist der Wüstenstaat nicht nur Traumziel der Bildungsreisen auf den Spuren der Pharaonen, sondern auch ein Dorado für Abenteurer, die die Herausforderung “Wüstensafari” bestehen wollen. Zudem ist es ein beliebtes Reiseziel für Badeurlauber und Taucher. An der mittel- und südägyptischen Küste des Roten Meers um das Zentrum Hurghada herum haben sich genauso Urlaubshochburgen entwickelt wie am Sinai um Sharm el-Sheikh herum. Dort warten auf den Urlauber schier unendliche, oft menschenleere feinsandige Strände und einige der weltweit schönsten Tauchreviere mit traumhaften Korallenriffe. Dazu werden hier Wanderungen zum Mount Sinai und dem Katharinenkloster oder Wüstensafaris zu Beduinendörfern auf Kamelen angeboten, Jeeptouren für Abenteuerlustige oder auch raffinierte Bauchtanzshows in traumhaften Nachtklubs.

Dazu immer wieder die Ägypter: Ob traditionell in die lange, wallende Djellaba gekleidet oder im westlichen Anzug, ob mit schwarzem Schleier oder dem schicken Businesskostüm – sie alle kennzeichnet eine grandiose Gelassenheit. Bei allen Widrigkeiten ihres Alltags sind sie grundsätzlich von liebenswerter Freundlichkeit.

Reisen nach Ägypten können so gegensätzlich, so kontrastreich sein, wie das Land: Wüste und Meer, Badeferien oder Bildunsgurlaub, Abenteuertrip oder Nilkreuzfahrt.

Alle Bilder: Brigitte Jäger-Dabek

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