Von Rico Wyder am 12. Oktober 2009 um 15.05 Uhr
Kategorien: China, Reisetipps

Nach einer langen Fahrt von Quingdao aus im Softsleeper (Zweier-Abteil) kommt der Zug in Shanghai an. Am Nordbahnhof steige ich aus und nehme die U-Bahn zum People’s Square (Renmin Guangzhang), einem der zentralen Orte in Shanghai. Ich steige im Park Hotel ab. Das Hotel steht seit Kolonialzeiten. Es ist zwar alt – aber schön. Online konnte ich hier einen guten Preis ergattern. Das Park Hotel ist nicht das einzige Hotel im Umkreis von 500 Metern. Die Lage ist ideal. Von hier kommt man überall schnell hin.

In einem Blogbeitrag hatte Andrea Schmits bereits über Shanghai geschrieben. Es ist eine tolle Stadt, ok ich gebe es zu: meine absolute Lieblingsstadt. Doch viele Touristen werden meine Gründe wohl kaum verstehen. Shanghai ist gewaltig, laut und teilweise ein wenig zu überwältigend; es ist Chinas Wirtschaftshauptstadt, die kulturell noch nicht auf dem Level von New York oder London angekommen ist. Für Durchreisende reichen, da stimme ich Andrea zu, zwei Tage.

Was man sich sicherlich anschauen sollte, ist der Yu Yuan (Jade Park). Der Park ist umgeben von hohen, traditionellen Häusern. Man kann hier sehr gut essen, Geschenke und Mitbringsel kaufen und chinesische Kunst bewundern. Letztere würde ich aber nicht hier kaufen, da die Preise ein wenig überteuert sind. Was man sich aber unbedingt leisten sollte, ist eine Kanne Tee. Vor dem Parkeingang liegt mitten auf dem grossen Teich das Teehaus Huxinting. Vom Teehaus kann man gemütlich die Leute beobachten, den Goldfischen zusehen und der chinesisch traditionellen Musik lauschen.

Ein paar Geheimtipps für Shanghai

Tipp #1 Wer den Massen zwischendurch entfliehen möchte, dem habe ich zwei Geheimtipps. Beide befinden sich am People Square, sogar gleich nebeneinander (399 Nanjing Xi Lu). Am Rande des Parks liegt ein Starbucks mit Dachterrasse. Hier oben ist es sehr gemütlich und einigermassen günstig. Als Zweites wäre daneben der Tomorrow’s Square (Mingtian Guangchang). In der 38. Etage befindet sich die Lobby des “JW Marriott Hotels”. Von der Lobby aus hat man einen wundervollen Ausblick auf den People Square und sogar auf grosse Teile der Stadt. Der Kaffee ist jedoch ein wenig teurer als im Starbucks. Dafür spielt jemand den ganzen Tag Piano und man hat das Gefühl, irgendwo weit weg von den vielen Leuten zu sein.

Tipp #2 Den besten Preis für Qualitätstee habe ich im Datong Teemarkt gefunden (Datong Lu nähe Zhongshan Lu). Hier kann man sich durch viele Teesorten probieren und sich auch beraten lassen, wie der Tee im Körper wirken soll. Die Verpackung ist aber immer dieselbe. Man sollte sich also auf die Packung schreiben, wie der Tee wirkt. Diesen Markt suche ich jedes Mal auf, wenn ich in Shanghai bin, und als ich vor einiger Zeit das erste Mal Tee aufgoss, wusste ich nicht mehr, ob ich jetzt Schlaftee oder Aufputschtee gekauft habe. Naja, dieses Mal kann ich es mir ja aufschreiben.

Tipp #3 Da die Bars und Clubs nur so aus dem Boden schiessen und genauso viele wieder verschwinden, empfehle ich “That’s Shanghai” zu lesen. Ein Magazin, das weiss, was in Shanghai läuft. Es ist in den meisten Hotels zu finden. Ich gehe heute Abend zum Xintiandi, kein Geheimtipp, aber immer ein sicherer Wert für gutes deutsches Bier und Musik.

Tipp #4 Meine Route geht nun weiter nach Hangzhou, ein sehr touristischer Ort. Wer lieber einen kleineren, aber genauso feinen Ort entdecken möchte, dem empfehle ich Wuzhen. Die Stadt ist ähnlich wie Venedig eine Wasserstadt mit unzähligen Brücken und Gassen. Der Ort entstand in der Zeit der Tang Dynastie (618-907 n.Chr.) und wurde erst vor einigen Jahren restauriert. Wer durch die Gassen schlendert, wundert sich vor allem an den Toren, die alle eine unterschiedliche Form besitzen. Die Geister, so der Glaube, passen nicht durch jede Torform und werden mit diesem Trick wirksam vom Haus ferngehalten.

Alle Fotos: Rico Wyder

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