Die Halbinsel Krim liegt ganz im Norden des Schwarzen Meeres und gehört zur Ukraine. Sie ist durch die Pereskopeski-Landenge mit dem Festland verbunden und durch eine abwechslungsreiche Landschaft gekennzeichnet. Im Norden überwiegen Steppenlandschaften, im Süden die Gipfel des immerhin 1’545 Meter hohen, markante Krimgebirges. Hier befinden sich Sewastopol, die mit 500’000 Einwohnern grösste Stadt, und der Seehafen der Krim. Hier liegen auch die Badeorte, allen voran Jalta.
Innerhalb der Ukraine hat die Krim mit ihren gut zweieinhalb Millionen Einwohnern den Status einer autonomen Republik mit der zentral gelegenen Hauptstadt Simferopol, die rund 350’000 Einwohner hat. Gegründet wurde die Stadt einst durch die Krim-Tataren, von denen heute wieder eine Viertelmillion auf der Krim lebt. Eine der Hauptattraktionen der Krim nimmt in Simferopol ihren Ausgang: Die längste Trolleybuslinie der Welt führt von hier aus bis nach Jalta. Auf der Fahrt über das Krimgebirge hat man atemberaubende Ausblicke aufs Schwarze Meer.
Jalta nennt man nicht zu Unrecht die Perle der Krim, wenn es auch nur eines von vielen Seebädern an der Südküste der Krim ist und auch die anderen tolle Strände haben.
Das Klima auf der Krim ist eher subtropisch, weshalb dort hervorragende Weine gedeihen, aus denen auch der weltbekannte Krimsekt gemacht wird. Dieser Mix von mildem Klima, grossartiger Landschaft, der von neoklassizistischen Palästen umstandenen Strandpromenade und spektakulären Felsküstenabschnitten machte Jalta schon früh zu einem der bevorzugten Urlaubsort nicht nur russischer Herrscher.
Zwar war Jalta definitiv nicht die Entdeckung Stalins, wurde aber durch ihn und die Konferenz von Jalta weltberühmt. Hier bei Jalta, im Liwadia-Palast, ordneten Stalin, Churchill und Roosevelt im Februar 1945 Europa neu. Der kleine, malerisch zwischen Schwarzem Meer und Krimgebirge gelegene Vorort Jaltas war und ist ein Prominentenviertel mit etlichen in viel Grün gelegenen alten und neuen Villen.
1911 liess Zar Nikolaus II. den Liwadia-Palast ganz aus Kalkstein inmitten eines grossen Parks als Sommerresidenz für sich und seine Familie errichten. Das brachte dem Bau den Beinamen “Weisser Palast” ein. Er kann besichtigt werden und gestattet von den oberen Etagen aus grossartige Ausblicke aufs Meer.

Der Liwadia-Palast in Jalta. Foto: Keystone; Sergej Svetlitsky.
Das Museum der Konferenz von Jalta ist im Erdgeschoss eingerichtet. Alles ist noch originalgetreu, vom Konferenztisch bis zu den Fähnchen der teilnehmenden Staaten, was Fotos belegen.
Die oberen Stockwerke sind ebenfalls Museum und befassen sich mit der Zarenzeit. Das Arbeitszimmer des letzten Zaren Nikolaus II. kann genauso besichtigt werden wie das kaiserliche Schlafzimmer.
Noch ein Stückchen weiter an der Küste entlang kommt man zum – wie die Einheimischen meinen – schönsten Platz an der Südküste der Krim, dem Schwalbennest. Die kleine weisse, 1912 vom deutschen Baron von Stengel für seine Geliebte erbaute Burg, liegt gut 40 Meter über dem Meer auf einem Felsenkliff. Die Burg beherbergt heute ein Nobelrestaurant. Wer die Preise fürs Essen scheut, kann die Burg aber auch einfach gegen Gebühr besichtigen und die spektakuläre Aussicht geniessen. Besonders lohnend ist die Fahrt zum Schwalbennest mit dem Ausflugsboot von Jalta aus.
Jalta und die Krim taugen zwar durchaus als Ziele für einen reinen Badeurlaub, aber es gibt auch viel zu entdecken: Grossartige Landschaften für Naturliebhaber und auch kulturhistorisch interessierte Reisende haben genügend Ziele zu erkunden.










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