Von Rico Wyder am 23. Februar 2010 um 8.00 Uhr
Kategorien: Iran, Reiseberichte & Insider

Von Shiraz fahre ich heute nach Persepolis. Obwohl ich erst heute früh in Shiraz gelandet bin, möchte ich mir das Weltkulturerbe gleich ansehen.

Die Ruinen der altpersischen Stadt liegen rund 50 Kilometer nördlich von Shiraz. Mein Hotel organisiert eine Tour für mich. Da es Nebensaison ist, bin ich mit dem Fahrer alleine. Er spricht Englisch und ist ziemlich lustig. Nach etwa einer Stunde biegen wir auf die lange Zufahrtsstrasse nach Persepolis ein. Nun beginnt über 2500 Jahre alte Geschichte.

Palast

Persepolis, die Hauptstatdt des antiken Perserreichs unter den Achämeniden, wurde 520 v. Chr. von Darius I. gegründet. Das Achämenidenreich reichte unter Darius I. um 520 v. Chr. von Kleinasien und Ägypten bis zum Indus. Die Stadt hiess “Parsa”; die griechische Bezeichnung “Persepolis”, Stadt der Perser, setzte sich aber über die Jahrhunderte durch. 330 v. Chr. wurde die Stadt durch Alexander den Großen zerstört. Die Ruinen zählen zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Persepolis wurde als Symbol für das weitreichende Reich gebaut. Ein schönes Detail: die Stadt wurde nicht durch Sklaven erbaut, sondern gegen Entlohnung. Über zwei übergrosse Treppen gelangt man auf die Terrasse, worauf Persepolis gebaut wurde. Gleich zu Beginn wartet ein Höhepunkt auf die Besucher. Das “Tor aller Länder” ist der Haupteingang in die Stadt. Den Namen trägt der Eingang als Symbol für die Toleranz gegenüber unterworfenen Völkern im Achämenidenreich. Diesen wurde ihre eigene Lebensweise und Kultur belassen, worauf viele Iraner heute noch stolz sind. Der Ausblick durch das Tor ist beeindruckend. (Fotos zur Vergrösserung bitte anklicken!)

Schreitet man über das Areal, begegnet man vielen Skulpturen, welche teilweise noch ganz erhalten sind. Der Aufgang zur Apadana, eine der beiden grossen Säulenhallen, ist mit wunderschönen Reliefs geschmückt. Sie haben die Zerstörung 330 v.Chr. gänzlich überstanden. Oben angekommen, kann man nur erahnen, wie die Apadana mit ihren 20 Meter hohen Säulen gewirkt haben muss.

Wer es bis hier ins Innere des Irans geschafft hat, sollte Persepolis auf keinen Fall auslassen. Auch die nahegelegenen zarathustrischen Stätten Nashq-e Rajab und Nashq-e Rostam sind empfehlenswert. Nach der Besichtigung empfiehlt es sich, in die Höhe zu steigen und von den Steinmauern über die Ruinen in die Ebene hinauszublicken. Spätestens hier bleibt die Zeit stehen.

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