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Im Haus des Lernens
Kategorien: Iran, Reiseberichte & Insider
Shiraz war nur kurze Zeit (1750 bis 1781) die Hauptstadt des Persischen Reiches. Über alle Zeitperioden hinweg jedoch, von 2000 v. Chr. bis heute, gilt Shiraz als Dar-ol-Elm, das Haus des Lernens; das Zentrum persischer Kultur, Stadt der Gärten und der Philosophie. Persepolis einerseits, aber auch die berühmten Schriftsteller Hafes und Saadi andererseits trugen ihren Teil dazu bei, dass Shiraz Künstler, Schriftsteller und Gelehrte aus dem ganzen Reich anzog.
Nach meiner Ankunft über Teheran habe ich am ersten Tag gleich Persepolis, Nashq-e Rostam und Nashq-e Rajab besucht. Der Ausflug dauerte etwa fünf Stunden und passte perfekt in den bereits angebrochenen Tag. Am späteren Nachmittag komme ich zurück nach Shiraz. Die Stadt mit vier Millionen Einwohnern ist viel ruhiger als Teheran. Ich fahre zu meinem Hotel, um meine Sachen abzuladen. Das “Sasan Hotel” liegt direkt im Zentrum. Von hieraus kann (fast) alles zu Fuss besucht werden.
Es ist bereits dunkel, als ich durch die Fussgängerzone entlang des Karim Khan-e Boulevard spaziere. Die meisten Sehenswürdigkeiten sind bereits geschlossen. Drum gehe ich zu den beiden berühmten Basars, dem Bazar-Nou und Bazar-e Vakil. Es lohnt sich, hier einfach zu flanieren und sich die Teppich-, Gewürz- und Kleidergeschäfte anzuschauen. Der Hunger packt mich, und ich nehme mit ein Taxi zum Restaurant “Shater Abbas 1″. Es bietet traditionelles Essen und ist auch unter Iranern sehr beliebt. Die Taxis kosten übrigens hier (für Touristen) pro Fahrt immer 20’000 IRR – egal wie weit die Strecke ist.
Die weltliche Seite von Shiraz
Tag 2 in Shiraz hat begonnen. Heute habe ich alle Zeit, mir die ganze Stadt anzuschauen. Morgen ist im Islam der wöchentliche Feiertag, und ich befürchte, dass dann die meisten Orte geschlossen sind. Es ist tolles Wetter heute (wie immer, meint der Rezeptionist im Hotel). Mir gefällt’s hier. Aber was soll ich mir zuerst anschauen? Es gibt dutzende Dinge, die man unbedingt gesehen haben muss. Nun, die Sehenswürdigkeiten lassen sich in zwei Gruppen unterscheiden – die weltlichen und die religiösen Stätten. Natürlich liegen alle irgendwie verstreut in der Stadt. Ich versuche ein wenig Ordnung hinein zu bringen und konzentriere mich erst einmal auf die säkularen Gebäude, die Shiraz zu bieten hat. Am Vortag habe ich Persepolis und die beiden Basars ja bereits besucht. Da fehlt also noch eines: die Zand-Dynastie und Herrscher Karim Khan Zand.
Die Zitadelle befindet sich am einen Ende der Fussgängerzone, die tagsüber sehr hübsch daherkommt. Ein Ort zum Verweilen. Das muss ich leider, denn der nächste Fixpunkt ist der Nazar-Garten, der über Mittag geschlossen ist. Der Garten selbst ist nicht sehr gross. Doch im Zentrum steht das Pars-Museum, das man sich unbedingt anschauen muss. Es beherbergt Zeitzeugen aus der Zand-Dynastie, wie das Schwert von Karim Khan, Schmuckstücke und: die ehemalige Grabstätte von Karim Khan. Es dürfen im Innern leider keine Fotos gemacht werden. Die Dekoration ist aber unbeschreiblich schön. Die Verzierungen der Wände und Decke variieren von Raum zu Raum. Das Museum ist wortwörtlich klein, aber fein.
Ich mache mich nun auf zu den religiösen Stätten in Shiraz. Der Eram-Garten liegt leider zu weit draussen. Vielleicht besuche ich den noch morgen, an meinem letzten Tag hier in Shiraz.
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