Isfahan (oder Esfahan) liegt ungefähr 350 km südlich von Teheran und ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Gut vier Millionen Einwohner zählt die Stadt, was sie zur zweigrössten im Iran macht. Ihre Blütezeit genoss sie zwischen dem 11. und 17. Jahrhundert und war unter den Safawiden im 16. Jh. gar die Hauptstadt von Persien.
Nesfh-e Jahan
Während seiner Blüte war Isfahan eine Metropole vieler Kulturen und Nationalitäten; mit einer halben Million Einwohnern gar eine der grössten Städte der Welt. Dadurch verdiente sich Isfahan das persische Sprichwort “Esfahan – nesf-e jahan” (Isfahan, die Hälfte der Welt). Wenn man heute die Stadt besucht, kann man zumindest sagen, es ist mindestens die Hälfte des Irans. So viele wunderschöne Plätze, Moscheen, Museen und Parks gibt es hier zu bestaunen. Es ist wirklich unbeschreiblich.
Bevor man sich zu den Höhepunkten der Stadt begibt, besucht man am besten die Hakim Moschee und den Basar. Hierfür braucht man ein bis zwei Stunden. Ein Blick in die Hinterhöfe und islamischen Schulen ist zu empfehlen (Achtung: Beachten ob Besucher rein dürfen).
Zu Fuss unterwegs
Vom Basar gelangt man zum Platz des Imam, früher Naqsht-e Jahan (der Entwurf der Welt). Dieser ist ein Muss für alle Besucher und Ort des Verweilens. Ich habe hier etwa vier Stunden verbracht. Der Platz des Imam ist einer der weltgrössten öffentlichen Plätze der Welt und UNESCO-Weltkulturerbe. Am Kopf befindet sich der grosse Eingang zum Basar. An jeder anderen Seite des Platzes befindet sich eine Sehenswürdigkeit, welche wohl jede zu den bedeutensten des Irans gehört. Es sind dies die Imam-Moschee, die Sheikh-Lotfollah-Moschee und der Ali Qapu Palast.
Einen Steinwurf entfernt liegt eine grosse Grünfläche, welche das Nationalhistorische Museum, den Chehel Sotun Palast und den Hasht-Behesht-Palast beherbergt. Vor allem der gleichnamige Park Hasht-Behesht lädt zum Verweilen ein. Ein Besuch im Chehel Sotun Palast ist auch sehr zu empfehlen.
Wahrscheinlich ist dieses Programm für die meisten genug für den ersten Tag. Drum empfehle ich, das restliche (kürzere) Programm auf den zweiten Tag zu verschieben. Man mietet am besten bei der Si-o-Seh Brücke ein Fahrrad (umsonst gegen einen Ausweis) und erkundet die beiden berühmten Brücken Si-o-Seh und Khaju. Entlang des Flusses gibt es eine wunderschöne Promenade und mehrere Teehäuser laden zum Schwarztee ein. Verbinden lässt sich diese Tour mit einem Besuch auf der anderen Flussseite im Quartier Neu Julfa. Hierher wurden im 17. Jh. die Armenische Gemeinde Julfa umgesiedelt. Die Vank-Kathedrale sollte man sich unbedingt ansehen.
Etwa neun Kilometer östlich des Zentrums liegen zwei weitere Sehenswürdigkeiten, die man sich nicht entgehen lassen darf. Ein Taxi bringt einem zu Manar Jomban, den wankenden Minaretten. Das Grab von Abu Abdullah wird deshalb so genannt, da die Türme tatsächlich schaukeln, wenn man sich gegen die Wand lehnt. Gleich einen Steinwurf weiter liegt Ateshkadeh-ye Esfahan, ein markanter, grosser Fels mitten in der Stadt. Zu Fuss erklimmt man die in den Stein gehauenen Stufen, bis man gut fünf Minuten später die Aussicht über die ganze Region geniessen kann. Auf dem Gipfel thront ein zarathustrischer Feuertempel. Per Zufall habe ich eine Panoramaansicht online gefunden (siehe Links unten).
In meinen Beschriebungen habe ich mich leider auf die Wesentlichen Dinge konzentriert. Ich musste auf das Safran-Eis am Platz des Imams verzichten; auch noch erwähnenswert wären die atemberaubenden 700 Tauben-Türme. Und am meisten Spass hatte ich eigentlich dank zweier iranischer Pärchen, welche ich durch Zufall während meines Rundgangs kennengelernt habe. Isfahan legt einem die halbe Welt zu Füssen, und man sollte sich vorbereiten, genügend Zeit einplanen – und dann einfach nur staunen und geniessen.
Noch einmal staunen
Wer noch mehr staunen möchte, der klickt auf die Panorama-Ansichten von 360cities.net. Hier eine Liste der oben genannten Sehenswürdigkeiten:
- Überblick über alle Panoramas in Isfahan
- Sheikh Lotfallah Moschee
- Platz des Imam in der Mitte und vor der Imam Moschee
- Feuertempel und Aussicht
- Taubentürme
- Si-o-seh Brücke
- Khaju Brücke (bei Dürre)
- “Neu Julfa”
- Vank Kathedrale
- Basar
- Chehel Sotun Palast
- Wackelnde Minarette
- Masjed Ali Moschee











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[...] Durch die Bezeichnung “Reiseführer im Nahen Osten” fühle mich an eine Reise nach Isfahan erinnert, die ich zum Jahresende 2006 unternahm. Ich schlenderte gerade durch die Strassen, als [...]