Als ich das erste mal nach China geflogen bin, musste ich in Kopenhagen umsteigen. An den Flug mit Scandinavian Airlines kann ich mich nicht mehr wirklich erinnern. Das ist schon zu lange her. Doch Eines ist mir geblieben: die Landung in Kopenhagen.
Das Flugzeug überflog die Stadt und den Öresund. Das Stadtbild dominiert die riesige Schrägseilbrücke, die – Moment! – im Meer verschwindet? Ich traute meinen Augen nicht und war gleichzeitig völlig fasziniert. Bis zu diesem Zeitpunkt kannte ich die Öresundbrücke noch nicht.
Die Brücke wurde im Jahre 2000 eingeweiht und verbindet seither die dänische Hauptstadt mit Malmö in Schweden. Wer die Brücke das erste Mal sieht, denkt sich: Dänemark und Schweden hätten sich nicht einigen können, ob ein Tunnel oder eine Brücke gebaut werden soll. Die Lösung sturer Politiker: Wir bauen bis an die Grenze und verbinden das dann irgendwie. Waren die Leute von Seldwyla am Werk? Oder ist es ein Scherz vom Baron Münchhausen?
Trotz vieler Auflagen zustande gekommen
Nein. Es war kein bilaterales Politikdesaster, das zu dieser aussergewöhnlichen Brücke führte. Grundsätzlich wollte man eine Autobahn und zwei Trassen für den Schienenverkehr über den Öresund bauen. Die Meeresenge ist jedoch eine wichtige Zufahrtsstrasse für Schiffe in die Ostsee. Zudem liegt der internationale Flughafen von Kopenhagen direkt daneben. Das Bauvorhaben wurde so von Anfang an vor viele Auflagen und Probleme gestellt: Die Schifffahrt durfte nicht beeinflusst und der internationale Flughafen Kopenhagens durfte nicht gestört werden. Hinzu kamen weitere Umweltauflagen seitens beider Regierungen.
Das Resultat ist einmalig: Der Auto- und Schienenverkehr wurden einfach übereinander gestapelt. Oben Autos, unten Züge. Nimmt man den Zug nach Malmö, gleitet man also gut acht Meter unter der Blechlawine hindurch. Von Schweden her kommend, fährt man zuerst auf der Brücke bis zur künstlich aufgeschütteten Insel Pebelholm, wo die Strasse in einen Unterwassertunnel übergeht. Der Tunnel wurde wegen dem Flugverkehr notwendig. Was man für die Touristen nicht alles macht!?
Die Öresundbrücke ist für Brückenbauer ein Meisterwerk und einzigartig. Sie wurde nicht nur zur Lösung für den Tourismus, sondern auch gleich zu einer neuen Touristenattraktion.










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Sehr schöner Post wiedermal. Bin begeisterter Stammleser Eures Blogs, weiter so :-)
Hi Christoph. Das freut uns natürlich sehr zu hören. Danke!