Von am 12. Juli 2010 um 7.30 Uhr
Kategorien: Frankreich, Reiseberichte & Insider

Wer lange genug in Paris weilt, um einen Tag entbehren zu können, sollte Versailles nicht verpassen. Denn wer kennt sie nicht aus dem Geschichtsunterricht, die Geschichte des Sonnenkönigs Louis XIV. und seinem gewaltigen Schloss in Versailles?

König Louis XIV. liess das Jagdschloss Versailles südwestlich von Paris ab 1662 zur grössten und prächtigsten Residenz Europas umbauen. Bis die ganze Anlage fertiggestellt war, dauerte es über 50 Jahre, doch bereits 1682 siedelte der Hof dauerhaft nach Versailles über. Der Hofstaat umfasste nicht weniger als 30’000 Personen.


Der berühmte Spiegelsaal im Schloss.

Das Schloss ist zu gross, um hier alle Details zu beschreiben: Es beinhaltet 288 Wohnungen, 1252 heizbare Räume und 600 Räume ohne Kamin. Die königliche Familie bewohnte weitere 152 Zimmer.


Besonders prunkvoll ist der 73 Meter lange Spiegelsaal mit 30 stuckgefassten Deckengemälden und 357 Spiegelflächen. Umfassende Informationen zum Inneren des Schlosses findet ihr hier.


Eines der Schlafzimmer.

Versailles ist zu jeder Jahreszeit gut besucht, was zuweilen etwas mühsam ist: Im Zeitlupentempo bewegt man sich in der Menschenmenge von Zimmer zu Zimmer. Da lockt draussen geradezu der riesige Schlossgarten, jedes Mal wenn man an einem Fenster vorbeikommt. Ich bin deshalb froh, als ich es endlich nach draussen schaffe und wieder Bewegungsfreiraum habe. Der Park gefällt mir auch viel besser als das Schloss: In ihm kann man stundenlang umherspazieren, immer wieder sieht man neue Bereiche und Stile: Von akribisch genau bepflanzten Blumenbeeten und perfekt geschnittenen Hecken bis hin zu Wäldern und Wiesen ist alles dabei.

Auch an Tieren mangelt es nicht: Mir begegnen wilde Katzen, Schafe und Pferde. Im Schlossgarten stehen auch die Châteaux de Trianon, zwei “Lustschlösschen”, in die sich Louis XIV. und XV. mit ihren Mätressen zurückzogen. In der Domaine de Marie-Antoinette liess sich die Königin, der damaligen Mode folgend, ein künstliches Dorf mit Bauernhof, Meierei und Mühle errichten.


Idylle im Schlossgarten. Alle Fotos: Andrea Schmits.

Übrigens muss man die Parkanlage nicht zwangsläufig zu Fuss erkunden: Man kann auch Fahrräder und Golf-Wägelchen mieten. Auch ein “Petit Train” fährt zum Preis von 3.50 Euro.

Wem nach ausgiebiger Schloss- und Parkbesichtigung noch Zeit bleibt, der sollte einen Abstecher in das Städtchen von Versailles machen, bevor er wieder den Zug nach Paris nimmt. Besonders in der Rue de la Paroisse rund um den Marché Notre Dame hat es einige Läden und Restaurants.

Anreise aus Paris:

Der Zug RER C nach Versailles hält in der Pariser Innenstadt an den Stationen St. Michel/Notre Dame, Musée d’Orsay, Invalides, Pont de l’Alma und Champ de Mars Tour Eiffel. Die Fahrt dauert rund 30 Minuten und kostet 2.95 Euro pro Weg.

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