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Südliches Inselflair in der Ostsee
Kategorien: Dänemark, Reisetipps
Bornholm mit der vorgelagerten Inselgruppe Ertholmene ist die östlichste bewohnte Insel Dänemarks und liegt mitten in der Ostsee zwischen der schwedischen Provinz Schonen im Norden und dem polnischen Hinterpommern im Süden. Damit liegt die knapp 600 Quadratkilometer grosse Insel immerhin 150 Kilometer von der dänischen Hauptstadt Kopenhagen entfernt.
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Viel näher haben es die Bornholmer nach Deutschland, denn Rügen ist nur 80 Kilometer entfernt. Nächste Nachbarn sind die Schweden, die Küste bei Ystad ist nur 40 Kilometer entfernt. Kein Wunder, dass die rund 45’000 Bornholmer, die tief in ihrer ganz eigenen Kultur verwurzelt sind, von anderen Dänen «Reserveschweden» genannt werden.
Die Lage bescherte Bornholm ein besonders mildes Klima mit 1865 Sonnenstunden im Jahr und ein einmaliges, klares Licht, das schon immer viele Künstler anzog. «Ein Skandinavien im Kleinen» nennen die Dänen ihr Bornholm. Von schroffen Granitklippen über weisse Sandstrände, sanfte Hügel und saftige Wiesen, dunklen Tälern bis hin zu Wäldern, die zu den grössten Dänemarks gehören, gibt es auf Bornholm eine überaus vielseitige Natur zu entdecken.
Zu erreichen ist Bornholm mit Fähren vom südschwedischen Ystad, oder von Sassnitz auf Rügen aus. Dazu gibt es auch Flugverbindungen. So oder so landet der Urlauber in der Inselhauptstadt Rønne. Die kleine Stadt mit ihren 15’000 Einwohnern ist ausgesprochen malerisch mit den vielen herausgeputzten und hübsch dekorierten, bunten kleinen Fachwerkhäusern mit den Stockrosen davor. Gemütlich ist Rønne oder «hyggelig», wie die Dänen sagen, Hektik ist hier ein Fremdwort.
Wie bedeutend die Fischräuchereien einst für Bornholm waren, sieht man in Rønne an den vielen Räucherkaminen mit ihren Schloten. Gut ein Dutzend ist noch in Betrieb, der Rest wird zweckentfremdend genutzt, denn Fisch ist auch vor Bornholm rar geworden. Viele Räucherkammern beherbergen heute kleine Läden. «Bornholmer» werden sie in Dänemark genannt, die leckeren golden geräucherten Heringe, die ganz frisch und noch warm der kulinarische Renner der Insel sind. Doch nicht nur der Hering ist vor Bornholm knapp geworden: Ähnlich ergeht es der zwiten Bornholmer Spezialität, dem Bornholmer Wildlachs, der heute überwiegend aus norwegischen Zuchtbetrieben stammt.
Es wird Zeit für eine Inselrundfahrt, um einen Überblick über die Schönheiten der Insel zu erhalten. Am einfachsten geht das mit dem Linienbus, der die ganze Insel umrundet und dabei mehrere längere Stopps einlegt. In wenigen Stunden erlebt man komprimiert die ganze verschwenderische Vielfalt Bornholms – die Sonneninsel ist wie geschaffen für Wanderer, Radler, Wassersportler und Familienurlauber, egal zu welcher Jahreszeit.
So gibt es auf Bornholm viel Gegensätzliches zu erkunden, felsige Küsten im Norden, mit zerklüfteten Granitfelsen, die steil ins Meer abfallen und verträumte Badebuchten abgrenzen. Hoch über den schroffen Klippen der Nordspitze von Bornholm liegen die Ruinen der mächtigen alte Feste Hammershus, eine der Hauptsehenswürdigkeiten der Insel. Weitere touristische Highlights auf der Insel sind die wuchtigen Bornholmer Rundkirchen, die überwiegend im 12. Und 13. Jahrhundert als Wehrkirchen erbaut wurden, die Spitzdächer jedoch sind allesamt jünger. Die gewaltigste von ihnen und Wahrzeichen der Insel ist die Østerlarskirke bei Gudhjem.
Das romantische Örtchen Gudhjem. Foto: Wikimedia Commons.
Der Nordosten etwa zwischen Svaneke und Gudhjem wird «Bornholmer Riviera» genannt. Hier gibt es die meisten Übernachtungsmöglichkeiten und mit Svaneke und Gudhjem die vielleicht schönsten Orte, wobei Gudhjem mit seinen steilen, verwinkelten Gassen am romantischsten wirkt. Badeurlauber lieben vor allem den Abschnitt zwischen Sandwik und Tejn.
Im Süden prägen weite, weisse Sandstrände das Küstenbild mit gewaltigen Dünenlandschaften zwischen Sømarken und Snogebæk und puderfeinem Sand das Bild. Der weisse Sandstrand von Dueodde mit dem türkisblauen Meer davor lässt gar ein wenig Südseefeeling aufkommen.
Im Osten sind der Inselküste malerische Schären vorgelagert. Hier reihen sich wie an der Perlenschnur kleine malerische Orte und Häfen auf. Gegenüber im Westen sieht man mächtige Steilufer und zwischen Hasle und Rønne wunderbare Sandstrände, die zum Relaxen einladen.
Das Inselinnere ist von viel hügeligem Grün gekennzeichnet mit engen Tälern, Seen, Mooren und Heidelandschaften sowie viel Wald, bei Almindingen befindet sich der drittgrösste Wald Dänemarks. Gesehen haben sollte man auch das Ekkodalen, das Echotal am Rand von Almindingen mit der im Nordwesten abgrenzenden mächtigen Felswand.
Wer mehr über die Natur der Insel wissen möchte, erfährt das im Museum Natur Bornholm in Aaklirkeby. Wer sich mehr für die Kultur der Insel interessiert, sollte sich das Kunstmuseum ansehen, das neben Malerei und Keramik auch die Geschichte der Bornholmer Glasbläserei dokumentiert. Das Museum ist spektakulär auf der Helligdom-Klippe bei Gudhjem gelegen. Noch mehr über die Glasbläserei wird mit spektakulären Vorführungen mit glühendem Glas bei der Glaserei Baltic Sea Glass vermittelt.
Nach vielen Abenteuern in der reichen Natur der Insel bietet sich zum Abrunden des Urlaubstages als kleine Leckerei «Sol over Gudhjem» (Sonne über Gudhjem) an, ein Heringsfilet auf Schwarzbrot mit Ei und Radieschen, am besten draussen auf einem der vielen kleinen Restaurants an den gemütlichen Plätzen der Inselstädtchen. Spätestens dann sieht man sie: die Palmen, die in dem für die Ostsee einmalig milden Klima das mediterrane Flair perfekt machen. Nur im Winter müssen sie ein wenig gegen den kalten Wind geschützt werden …
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