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14 Gault-Millau-Punkte und 48 Jahre Tradition
Kategorien: Deutschland, Reisetipps
Ein Kleinod in München. Die Spitzenköchin Inge Stollberg kocht seit 48 Jahren nicht nur für Prominente in einzigartiger Atmosphäre.
Inge Stollberg hat 14 Gault-Millau-Punkte. Vielmehr beeindrucken aber im ersten Moment die Bilder der prominenten Gäste an den Wänden. Ministerpräsidenten, Scheichs, Models, Schauspieler, Sänger aus den letzten bald fünf Dekaden zieren die Holzwände. Auf Anhieb habe ich mindestens Mario Adorf, David Hasselhoff und die Kessler-Zwillinge erkannt, was nicht unbedingt für mich spricht.
Inge Stollberg und ihr Mann kochen seit 48 Jahren in dem kleinen Lokal. Und Herr Dieter serviert “erst” seit 38 Jahren. Für Schweizer erstaunlich; die Inhaber sind mit “Herr Dieter” noch immer per Sie. “Herr Dieter, sands so lieb und bringens mir mein Glaserl hierher?”. Wir haben der Küche freie Hand gelassen und fünf fantastische Gänge erhalten. Buchweizen-Blinis mit einer Variation von Kaviar, Garnelen in Zitronen-Olivenöl, Wachtelbrüstchen auf Wildkräutersalat, Lammrücken (übrigens der beste, den ich je gegessen habe), Beeren in Champagner-Gelee und geeister Vanillesauce. Tadellose Küche und wider Erwarten nicht etwa Kleinstportionen sondern vergleichsweise deftig…
Beeindruckend ist die Raritätenkarte mit Weinen, die 20, 30, 40 Jahre alt oder älter sind. Ein 1976 Nuits St-Georges 1er Cru und ein 1962er Volnay haben den Abend einmalig in einmaliger Atmosphäre begleitet. Zum Schluss haben sich die Gastgeber zu uns gesellt und uns einige Anekdoten aus bald fünf Dekaden erzählt.
Wir verlassen die “Grüne Gans” mit tausend Eindrücken. Essen tadellos, grossartige Weine, charmante Gastgeber in einmaliger Atmosphäre. Die “Grüne Gans” ist ein Besuch wert für alle, die sich einen ganzen Abend in eine andere Welt begeben wollen. Fernab von Standard-Gastronomie in einem Lokal mit Geschichte und Gastgebern, die mehr zu erzählen haben, als das, was grade auf der Speisekarte aktuell ist.
Flickr Strecke – Restaurant Grüne Gans, München
Alle Fotos: Ralph Hutter
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