Nach dieser anstrengenden Wanderung sind wir für das Highlight unserer Ferien bereit: Die Wanderung auf den 788 Meter hohen Matmora, ein relativ hoher Gipfel auf den Lofoten. Wir planen genügend Zeit ein, da die Wanderung eine Streckenwanderung ist und man am Ende circa2 Stunden auf einer geteerten Landstrasse zum Ausgangspunkt zurücklaufen muss. Autostopp ist wegen des spärlichen Verkehrs schwierig.

Eine Aufwärmphase ist uns vergönnt, wir kommen gleich beim ersten Teil mächtig ins Schwitzen: Es geht steil einen schmalen Weg durch einen Wald hinauf, danach kommen wir in weniger als einer Stunde auf eine kleine, saftige Hochebene, die Rangeldalen. Weiter hinten taucht ein kleiner See auf. Doch den lassen wir rechts liegen und nehmen den Aufstieg auf den Matmora in Angriff. Der ist nicht ohne: Über Stock und Stein geht es mehr als zwei Stunden steil hinauf. Nach jedem Höhenmeter öffnet sich das großartige Panorama.


Nordpollen: der Ausgangspunkt der Wanderung.


Sicht auf die Rangeldalen.

Über immer mehr Bergspitzen und Pässe sehen wir, je höher wir steigen. Dahinter tauchen weitere kleine Seen auf. Langsam verschwindet dafür der Nordpollen, ein Seitenarm des Vatnfjords, von dem wir losgezogen sind.

Nach insgesamt etwa 2½ Stunden Aufstieg erreichen wir den Gipfel. Die Aussicht ist umwerfend: Wir haben eine überwältigende Rundumsicht auf alle Gipfel, über das Meer hinaus und hinein auf die Insel Austvagoya. Neben dem Gipfel geht es senkrecht hinunter in einen gigantischen Felskessel. Mitten drin liegen zwei kleine Seen, die grün leuchten und im Sonnenlicht wie Edelsteine funkeln.


Fast geschafft: Schneewächte unterhalb des Matmora Gipfels.


Aussicht Richtung Nordmeer, im Vordergrund der Weg des zweiten Teils.


Blick in den Kessel mit den zwei Seen.

Als wir so hoch oben die Aussicht geniessen, erinnern wir uns an den kleinen, nicht zu vernachlässigenden Haken dieser Wanderung: Den “langweiligen” Rückweg über die Landstrasse. Doch noch bevor wir unsere Sandwiches ausgepackt haben, steht ein Franzose mit seinem Autoschlüssel neben uns: Er ist von der anderen Seite her aufgestiegen und schlägt uns einen Schlüssel- und Autotausch vor. Perfekt! Dass unser Auto komplett mit unserem Bagage gefüllt ist, ist ihm und seiner Partnerin egal.

So nehmen wir nach unserer Stärkung den zweiten Teil der Wanderung in Angriff. Nach dem Gipfel geht der Weg entlang des Kessels langsam hinunter Richtung Delpen. Das Panorama ändert sich und wir schauen nun auf das Nordmeer und den Grunnforfjord, an dessen Ende wieder ein weisser Sandstrand im grellen Sonnenlicht aufblitzt.

Zurück im fremden Auto

Tatsächlich steht am Ende unserer Wanderung das Auto auf dem Parkplatz. Wir nehmen auch gleich ein deutsches Paar mit auf den Weg, welches das Auto in der Nähe des unsrigen abgestellt hatte. Am Ende sind wir 6 Leute, die bei schönstem Wetter eine herrliche Wanderung genossen haben und durch gegenseitiges Vertrauen einen öden Teil bequem zurücklegen konnten.

Alle Bilder stammen von Jeanine Tröhler, die hier als Gastautorin in vier Teilen von ihrer Norwegen-Reise berichtet.

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