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Trommeln, Pfeifen, Masken
Kategorien: Reisetipps, Schweiz
Sind es in den deutschen Karnevals-Hochburgen die tollen Tage, an denen für jedermann fast alles erlaubt ist, merkt man der Basler Fasnacht die ganz anderen Traditionen deutlich an.
Es beginnt schon beim Termin: In Köln und Düsseldorf ist bekanntlich am Aschermittwoch alles vorbei. Die Basler Fasnacht fängt erst am Montag nach Aschermittwoch an – und ist derzeit also in vollem Gange.
Wochenlang haben sich die rund 140 Cliquen genannten Gruppen vorbereitet und ihre Sujets beim Fasnachts-Comite gemeldet und ihre Larven gerichtet (das sind Masken mit Kostüm, die sowohl das Gesicht, als auch den ganzen Körper bedecken). Manche der Cliquen sind Wagencliquen, andere sind als Tambourcliquen organisiert, die mit ihren Pfeifen und Trommeln Märsche spielen weitere Cliquen haben sich der Guggemusik verschrieben.
Genau 72 Stunden dauert die Basler Fasnacht, die am Montag morgens um vier Uhr mit dem Morgestraich beginnt. Die Tage sind ausgefüllt mit traditionellen Abläufen. So wird der Morgestraich eingeläutet, wenn die Basler Stadtwerke die Strassenbeleuchtung ausschalten. Es beginnen die drei tollen Tage der rund 18.000 aktiven Fasnächter. Alles Licht kommt nun von der Laternen der Aktiven, zum Marsch durch die Innenstadt klingen Trommeln und die Pfeifen der Piccolospieler. In den Kneipen werden die traditionellen Fasnachtsspeisen Mehlsuppe, Zwiebelwähe und Käsewähe serviert.
Dieser Tage herrscht also Ausnahmezustand in Basel. Zu den in Basel als Corteges bezeichneten Fasnachts-Umzügen, die am Montag und am Mittwoch jeweils nachmittags stattfinden, marschieren die Cliquen zirkulierend auf zwei gegeneinander laufenden Routen durch die Stadt.
Am Dienstagabend gehört die Gegend um den Marktplatz stets der berühmten Guggemusik mit ihren Blechinstrumenten. Die Cliquen ziehen bei ihrem Marsch auch schon einmal in eine Kneipe und erfreuen die Gäste, oder bleiben spontan stehen und spielen den versammelten Zuschauern auf.
Die Basler Fasnacht endet mit dem Ändstraich am Donnerstagmorgen um vier Uhr. Ein letztes Mal ziehen die Cliquen trommelnd und pfeifend durch die Stadt, nehmen mit dem Glockenschlag um vier Uhr die Larven ab und verstummen.
Die Basler Fasnacht ist die bei weitem grösste der Schweiz – und auch die älteste. Der Termin der Fasnacht von Montag bis Mittwoch nach Aschermittwoch wurde 1529 festgelegt, was urkundlich belegt ist. Warum es allerdings zu diesem Termin gekommen ist, liegt letztlich im Dunkel der Geschichte. Schuld daran ist das schwere Erdbeben von 1356, das Stadt und Dokumente zerstörte. Die älteste Nachricht über eine Fasnacht in Basel stammt aus dem Jahr 1376, als am Tag vor Aschermittwoch auf dem Münsterplatz ein Turnier stattfand. Fasnacht wurde im Mittelalter fast überall im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation gefeiert. Die Reformation setzte zwar der strengen Fastenzeit bis Ostern ein Ende, sodass es auch der üppigen feiern vorher nicht mehr bedurft hätte, doch hatte sich die Fasnacht längst als eigenständige Tradition etabliert. Vom religiösen Bezug löste sie sich im Laufe der Jahrhunderte immer weiter, doch dass die Traditionen und Bräuche ihre Wurzeln in der alemannischen Bauernfasnacht haben, ist noch immer zu erkennen.
Alle Fotos: Keystone; Ennio Leanza.
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