Von B. Jäger-Dabek am 21. Juli 2011 um 7.02 Uhr
Kategorien: Italien, Reisetipps

Capri – kaum ein Ferienort ist so sehr zum Inbegriff der Sehnsucht nach Italien, Sommer, Sonne und Meer geworden.
Kennt ihr den 50er Jahre Schlager “Die Caprifischer” und “wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt”? Unzählige Male ist das Lied verballhornt worden, aber das macht nichts: Capri ist eine atemberaubende Naturschönheit.

Schon die Anreise mit dem Schiff beschert einen fantastischen Ausblick auf die Felseninsel. Beim Einlaufen in den Hafen Marina Grande von Capri sieht man gleich das maritime Treiben und die bunten Häuser. Sportlich geht es über die Treppengasse oder bequem mit der Seilbahn hoch zur Piazza Umberto I, diesem italienischsten aller italienischen Plätze. (Fotos zur Vergrösserung bitte anklicken!)

Capri ist heute auch Treffpunkt der Schickeria während es früher eher die Insel der Künstler und Intellektuellen war. Obwohl viele Tagestouristen die Insel überschwemmen, hat Massentourismus mit Beton-Hotelklötzen hier genauso wenig Chancen wie der Ballerman; Capri hat noch immer den Hauch des Mondänen.

Schon die Römer kannten die Schönheit der Insel im Golf von Neapel und nutzten sie als Sommerfrische. Es gibt einige bauliche Zeugnisse aus dieser Zeit. Im Nordosten Capris steht mit der Villa Jovis der einstige Palast von Kaiser Tiberius. Der Weg dorthin ist an Schönheit kaum zu überbieten: Tolle Aussichten aufs Meer, prächtige Villen mit üppig blühenden Gärten, ausserdem säumen bunte Wiesen, Weingärten und Pinien den Weg zu den Fragmenten des Palasts.

Die Kalksteininsel bietet atemberaubende Ausblicke, zum Beispiel auf der Via Krupp, die von dem Ruhrbaron Stahlproduzenten Friedrich Alfred Krupp (1854-1902) erbaute und grösstenteils auch finanziert wurde. Sie verbindet die auf einem Serpentinenweg an der Südküste die Augustus-Gärten mit dem Hafen Marina Piccola und den Bagni, den Badeplätzen von Capri.

Capris Wahrzeichen sind die Faraglioni an der Ostküste, die drei Felsspitzen, welche aus dem Meer zu wachsen scheinen. Ein weiteres Must-See ist der Arco Naturale an der Ostküste, ein Fels, der durch Erosion die Gestalt eines Rundbogens angenommen.

Nicht entgehen lassen sollte man sich zudem die römische Kultstätte Grotta de Matrimonia, ebenfalls an der Steilküste im Inselosten gelegen. Von dort sollte man zum Aussichtspunkt Belvedere di Tragara weitergehen. Der steile Treppenaufstieg lohnt sich, der Blick ist überwältigend. Und natürlich ist die Tour zur Blauen Grotte ein Muss: Das tiefe Blau in dem die Feldhöhle im Sonnenlicht erstrahlt ist einfach ausserirdisch schön.

Bleibt noch der vielbesungene Sonnenuntergang auf Capri, den die Tagestouristen nicht sehen, ein glutroter Feuerball verliert sich im Meer. Dieser Sonnenuntergang ist es allemal wert, dafür wenigstens eine Nacht auf Capri zu verbringen. Und wem das zu kitschig ist, der geht an die Ostküste, wo die untergehende Sonne die Faragliori golden schimmern lässt.

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