Von B. Jäger-Dabek am 18. Oktober 2011 um 15.30 Uhr
Kategorien: Ecuador, Reisetipps

Was kann man nicht alles bei einer Reise durch Ecuador erleben: vor Feuchtigkeit dampfende Regenwälder, bunte Indiomärkte und hübsche Kolonialstädte, schneebedeckte Andengipfel und die einzigartige Natur der Galapagos-Inseln. Schnell entdeckt man ein unverfälscht authentisches Land von Vielfalt und grossem Reichtum an Natur- und Kulturschätzen. Ecuador, der kleinste Andenstaat, ist einfach atemberaubend schön.


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Ecuador, das im Norden an Kolumbien, im Westen und Süden an Peru und im Westen an den Pazifik grenzt, gliedert sich landschaftlich in vier Regionen: das Küstentiefland “Costa” am Pazifik, dem die “Sierra” folgt. Das Andengebiet besteht aus den beiden parallel zur Küste verlaufenden Gebirgszügen Cordillera Real und Cordillera Occidental, zwischen denen der interandine Graben liegt. Weiter im Osten folgt das tropische Regenwaldgebiet des “Oriente”, das schon zum Amazonasbecken gehört. Weit draussen im Pazifik liegen rund tausend Kilometer vor der Pazifikküste die Galapagosinseln.

Reisen durch Ecuador beginnen meist in der Landeshauptstadt Quito, die zwischen den beiden Anden-Gebirgszügen am Äquator auf 2’850 Meter Höhe inmitten hoher Berge und Vulkane liegt.

Die Calle García Moreno in Quitos historischem Zentrum. Foto: WikimediaCommons; Cayambe.

Die Altstadt ist ein selten schönes Kolonialstadtzentrum mit der grössten Dichte von Kulturschätzen aller südamerikanischen Städte und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Mittelpunkt der Altstadt ist die Plaza de la Independencia, an der das Rathaus, der Erzbischofspalast, der Regierungspalast und die Kathedrale stehen.
Gesehen haben sollte man unbedingt das Nationalmuseum der Kolonialkunst, das als Bauwerk eines der schönsten Zeugnisse des Kolonialstils ist. Dazu ist Quito – die höchstgelegene Landeshauptstadt der Welt – eine quicklebendige moderne Metropole mit 1,5 Millionen Einwohnern.

Südlich von Quito zieht sich das die Strasse der Vulkane – der Name stammt von Alexander von Humboldt – durch den interandinen Graben 470 Kilometer nach Süden bis Cuenca, einer weiteren Kolonialstadt. Sie gilt als die schönste Stadt Ecuadors mit prächtigen Fassaden und Kirchen sowie schönen Plätzen. Während der gut zehnstündigen Fahrt mit dem Andenbus kommt man den Indios in ihren bunten Ponchos ganz nahe, erlebt atemberaubend schöne Bergpanoramen und passiert bei Zaruma das Land der Goldgräber, in dem es heute eine recht friedliche Koexistenz von Mineros und industriellem Goldabbau der grossen Konzerne gibt.

Zaruma, das städtebauliche Kleinod mit den engen Treppenvierteln und schönen reich verzierten Holzhäusern und spektakulären Andenausblicken, liegt in einer Gegend des ewigen Frühlings mit üppigen Orchideen und prall tragenden Kaffeesträuchern. Und von hier aus sieht man auch gleich Dutzende von Vulkanen vom 6’310 Meter hohen Chimborazo, dem höchsten Berg Ecuadors.
Der Chimborazo. Foto: WikimediaCommons; André Hübner.

Hinter Cuenca beginnt der eigentliche Süden, den man am besten auf der Panamericana bis hinunter nach Loja bereist. Von dort macht man einen Abstecher nach Vilcabamba, ins Tal der Hundertjährigen. Man schwört, dort, in diesem 1’600 Meter hoch gelegenen Dorf, sei noch nie jemand am Herzinfarkt gestorben, und nirgendwo sei die Zahl der Hundertjährigen im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung so gross, wie hier. Allen Mythen zum Trotz erklärt die Wissenschaft dieses Phänomen mit dem ewigen Frühling, diesem Klima ohne extreme Ausschläge.

Das Vilcabamba-Tal. Foto: WikimediaCommons; The lifted lorax.

In eine ganz andere Welt gelangt man mit einer Tour, die von Quito aus nach Nordosten führt, hinein ins Tiefland des Amazonasbecken mit seinem Regenwald im Dreiländereck Ecuador, Kolumbien und Peru. Subtropisch-schwülheiss ist das Klima, und oft so feucht, dass der Dschungel zu dampfen scheint. Vom Rio Cuyabeno aus könnte man auf dem Wasser bis an die Ostküste Südamertikas an der Amazonasmündung treiben lassen. Am besten fliegt man von Quito aus nach Nueva Loja und fährt dann mit dem Jeep nach Tarapoa direkt zum Naturreservat Tarapoa.

Und dann gibt es in Ecuador noch die Galapagosinseln, legendär, berühmt als einzigartiges Naturparadies, geschützt durch die Abgelegenheit und durch die Begrenzung der Besucherzahlen. Nirgendwo sonst kann man die Darwinsche Evolutionstheorie so gut nachvollziehen wie hier. Das ist so, weil diese erdgeschichtlich sehr jungen Inseln vulkanischen Ursprungs sind und nie mit dem Festland verbunden waren. Im Nordteil der Hauptinsel Isabela verläuft der Äquator, von dem das Land seinen Namen hat. Mehrtägige Touren zu den Galapagosinseln per Inlandsflug gibt es von Quito, per Schiff von Guayaquil aus.

Die Galapagos-Inseln sind voller Naturwunder. Foto: WikimediaCommons; E. Kirdler.

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