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Weihnachten in Israel
Kategorien: Israel, Reisetipps
Weisse Weihnachten sucht hier keiner der Reisenden. Obwohl: Alle Jubeljahre mal passiert es und Jerusalem liegt tief verschneit und 800 Meter hoch weiss schimmernd in den Bergen von Judäa. Weihnachten im Heiligen Land zu verbringen, bedeutet normalerweise aber: Weihnachten unter Palmen bei frühsommerlichen Temperaturen.
Ganz nahe ist man dem weihnachtlichen Geschehen und seinem Ursprung in Jerusalem und wandelt dort auf den Spuren Jesu.. Kombinieren kann man den Aufenthalt in Jerusalem, das eine der faszinierendsten Städte der Welt ist mit abwechslungsreichen Bausteinen.
In Israel gibt es keine grossen Entfernungen. Wenn man nicht von Hotel zu Hotel fahren mag, sind entweder Jerusalem oder Tel Aviv ausgezeichnete Standquartiere, in denen man auch abends nach den Ausflügen noch bummeln kann.
Dazu gleich der erste Tipp: Anders als in den Strandsiedlungen am Roten Meer oder in Tel Aviv geht in Jerusalem am Sabbat gar nichts. Nicht einmal im berühmten Hotel “King David” gibt es warme Mahlzeiten. Ausweichen kann man ins armenische Viertel der Altstadt, denn die Armenier sind Christen und ihre Restaurants in Betrieb.
In Jerusalem gibt es viel zu sehen, tiefes spirituelles Erleben eingeschlossen. Im christlichen Viertel der Altstadt besichtigt man die Grabeskirche, die an der Stelle steht, an der Jesus gekreuzigt wurde. Dorthin gelangt man über den Leidensweg Christi, die Via Dolorosa, vom Löwentor aus. Auf dieser Route finden täglich Prozessionen statt. In der Grabeskirche, die sich mehrere Konfessionen teilen, finden am Heiligen Abend mehrere Gottesdienste statt, am eindrucksvollsten ist die Mitternachtsmesse.
Wenn man schon einmal in Jerusalem ist, sollte man die ganze Stadt kennenlernen. Durch die faszinierende Altstadt wird man ohnehin gern abends noch einmal bummeln. Das islamische Jerusalem – Jerusalem ist eine der heiligen Städte des Islam – zentriert sich um den Haram es-Sharif, den Tempelberg mit der Al-Aqsa-Moschee und dem Felsendom mit seiner goldenen Kuppel. Die Westmauer des Tempelbergs liegt schon im jüdisch-alttestamentarischen Teil Jerusalems und ist die Klagemauer, die wichtigste religiöse Stätte der Juden.
Ein Muss ist der Ölberg, von dem man am Morgen den schönsten Blick über die Kuppeln der Altstadt und auf die uralten Olivenbäumen hat. Sie stehen im Garten Gethsemane, zum dem man zu Fuss absteigen kann.
Das neue Jerusalem bietet Highlights wie das israelische Parlament Knesset mit dem Symbol des Judentums davor, dem siebenarmigen Leuchter Menora. Man sieht die Präsidentenvilla, das Grab von Itzhak Rabin auf dem Mount Herzl, das orthodoxe Viertel Mea Shearim und die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem.
Von Jerusalem führen Ausflüge nach Norden zu den heiligen Stätten am See Genezareth mit der Brotvermehrungskirche, dem Berg der Seligpreisung, wo Jesus die Bergpredigt hielt und nach Kapernaum. Auch die Golanhöhen kann man sich ansehen und die Jordanquelle Banias.
Auf den Spuren Jesu wandelt man auch bei Ausflügen nach Galiläa. In Nazareth besichtigt man die Verkündigungsbasilika, man fährt durch das Bergland von Obergaliläa und passiert Safed, die Hochburg der Kabbala-Mystiker. Bei Akko stösst man an die Mittelmeerküste. Die Stadt mit dem arabischen Flair gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Ein Fahrt durch das Jordan-Tal führt durch das Westjordanland nach Süden bis zum tiefsten Punkt der Erde, dem Toten Meer, das 420 Meter unter dem Meeresspiegel liegt und extrem salzhaltig ist. In Qumran erfährt man alles über die berühmten Qumran-Rollen. Hoch zur Festung Massada auf dem Tafelberg, die ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, geht es mit einer Seilbahn. Der Blick von der Schicksalsfestung der Juden ist atemberaubend.
Bei einer solchen Reise auf den Spuren des Alten und Neuen Testaments kommt man dem christlichen Glauben sehr nah und sieht sehr viel. Da können ein paar Tage Erholung im Heiligen Land auch im Weihnachtsurlaub nicht schaden. Unsere Tipps: In Eilat an der Südspitze Israels am Roten Meer ist das ganze Jahr über Saison. Allein schon die Fahrt dorthin durch die Wüste Negev ist ein Erlebnis. Es darf gern etwas mehr Trubel sein? Dann ist Tel Aviv, die heimliche Hauptstadt am Mittelmeer, perfekt mit seinem prallen Leben, dem Bauhausviertel und den langen Stränden.
Höhepunkt einer Israelreise zur Weihnachtszeit ist unbestritten ein Ausflug nach Bethlehem zur Geburtskirche Christi. Die Geburtsstadt von Jesus ist nur gut zehn Kilometer von Jerusalem entfernt und liegt im palästinensischen Westjordanland. Dort ein Hotelzimmer zu ergattern, ist schwierig, meistens ist der Ort auf mindestens ein Jahr hin ausgebucht. Doch man kann heute auch von Jerusalem aus relativ problemlos nach Bethlehem kommen. Am einfachsten ist es immer mit einer Gruppe. Da ist man sicher, nichts falsch zu machen und alles ist organisiert. Das kann ein Angebot des Hotels sein, aber auch eine Pilgergruppe, die nach Bethlehem wandert.
Die Sicherheitslage ist nicht mit der aus Intifadazeiten zu vergleichen. Wäre der Friedenfürst noch vor zwei, drei Jahren nur mit kugelsicherer Weste aus dem Haus gegangen und machte auch die Friedenstauben einen grossen Bogen um Bethlehem, ist der Trip zur Heiligen Nacht nach Bethlehem heute als sicher zu betrachten. Die Ein- und Ausreise kommt mit erstaunlich wenig Bürokratie aus. Man kann nicht viel falsch machen, es gibt nur einen Checkpoint an der acht Meter hohen Mauer, die Israel von den Palästinensern trennt und Bethlehem einschliesst.
Die Pilger- und Touristenzahlen sind daher auch gewaltig gestiegen, und man kann sich innerhalb des ummauerten Territoriums frei bewegen. Es geht fröhlich zu an Weihnachten und die muslimischen wie christlichen Palästinenser feiern gern mit, auf den bunt geschmückten Strassen und in den Restaurants.
Fotos von Bethlehem: Keystone.
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