Von Udo Habermann am 28. Dezember 2011 um 14.30 Uhr
Kategorien: Reiseliteratur

Das Prinzip ist ziemlich einfach: Man sammle über Jahre hinweg Einsteigekarten mit speziellen Namen drauf und bastle daraus kuriose Geschichten. Check-in Mitarbeiterin Sybille Schmid hat genau dies getan. Das Resultat ist “Bordkartengeschichten”, ein Bestseller in Bordkartenformat – der im öffentlichen Handel aber leider nicht erhältlich ist.

Glücklicherweise jobbt H.P., mit der zusammen ich fünf Jahre lang die Unibank gedrückt hatte, am Flughafen und hat mir so eines der Büchlein im 8.5x21cm-Format auf meinen Geburtstag geschenkt. Hier folgt eine kleine Geschichtenauswahl. Die Namen der Passagiere sind, wie auf Bordkarten üblich, mit Grossbuchstaben gekennzeichnet:

Der FLEISCHER legte POULET, WURST, SPECK, RINDFLEISCH und einen HAMBURGER auf den GRILL, würzte mit SENF, PFEFFERKORN, KNOBLAUCH, ZWIEBEL und CURRY. Dazu gabs einen HALBENLEIB BROT zum ESSEN, weil alle FLEISCHFRESSER Hunger hatten.

JAJA, DAS war ein WUNDER. Der BETTLER hatte nur ein LOESLEIN gekauft und hatte soviel GLUECK und gewann eine MILLION FRANKEN! Er war plötzlich im MITTELPUNKT und fühlte sich wie im HIMMELREICH. Aber dann fiel er fast in OHNMACHT, war am BODEN, weil er SCHOEN viel Steuer bezahlen sollte und fast BLANK war.

Am MONTAG hatte MONSIEUR mit seinem GOEPELI auf dem HEIGHWAY eine PANNE FATTAL – es machte PENG und sein WAEGELI war SCHROTT und der LACK war weg. Das war UEBEL, denn er war WITTEWEG und hatte gar keine WAHL und fuhr mit dem TRAMM in die ALTSTADT zu seinem DATE mit den DAMEN… ENDLICH war er da, aber gar nicht SORGENFREI.

Wer selbst ein Exemplar von “Bordkartengeschichten” ergattern möchte, fragt am besten beim nächsten Check-in am Flughafen Zürich den Service Agent danach. Vielleicht liegt ja noch ein Exemplar unter dem Counter ;-)

Foto: Keystone; Martin Ruetschi.

Weiterempfehlen