Andere Länder, andere Sitten – das gilt auch für die Neujahrsbräuche und Silvestertraditionen. Es beginnt schon damit, dass Neujahr nicht überall auf Erden am 1. Januar gefeiert wird. Das liegt an den verschiedenen Kalendersystemen, die auf der Welt in Gebrauch sind. Keinesfalls überall und in allen Religionen gilt unser Gregorianischer Kalender.

Neujahrsfreude in Moskau. Foto: Keystone; Sergey Ponomarev.

Juden und Muslime  haben keinen festen Neujahrstag. Der jüdische Mondkalender und der islamische Kalender, der nach Mondjahren zählt, wird jeweils für religiöse Feste genutzt und führt auch zu einer eigenen Zeitrechnung, während der Alltag vom Gregorianischen Kalender geordnet wird. Die Zeitrechnung der Iraner und Afghanen läuft nach Sonnenjahren. Das Neujahrsfest Norouz findet dort zum Frühlingsbeginn statt. In den GUS-Ländern, den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion, gilt für die traditionellen Feste der Julianische Kalender. Danach findet Weihnachten erst nach Silvester statt, am 7. Januar. In grossen Teilen  Asiens ist Neujahr am ersten Neumond  zwischen dem 21. Januar und dem 21. Februar.

Und so feiert die Welt:

Deutschland: In Deutschland beliebt sind Fisch oder Speisen aus Schweinefleisch. Glücksschweine werden geschenkt, oft aus Schokolade, gern auch aus Marzipan. Das private Feuerwerk ist ein Muss. Getrunken werden neben Bier oder Wein auch gern Bowlen, besonders die Feuerzangenbowle, Punsch oder Grog. Danach gibt es Berliner Pfannkuchen als süsses Intermezzo. Besinnlichere Traditionen wie das Bleigiessen stehen den beliebten Silvesterbällen gegenüber. Oft trifft man sich an grossen Plätzen der Stadt, in Berlin etwa vorm Brandenburger Tor.

Österreich: Ohne Walzer geht es nicht in der Hauptstadt Wien. Vor dem Rathaus tanzen Tausende von Wienern ins neue Jahr. Man feiert gern draussen und bummelt über die Silvesterpfade, an denen Stände auf Besucher warten. In den Bergregionen leben alte Traditionen fort, wie das “Ausräuchern” von Wohnhaus und Stall, um Dämonen zu vertreiben. Später gehen Neujahrssänger von Tür zu Tür.

Grossbritannien: In England gibt es traditionell dreieckige Törtchen mit Hackfleisch, die verschenkt werden. In London gibt es kaum private Feuerwerke, man fasst sich bei den Händen und singt “Auld Lang Syne”. An Neujahr besucht man die Nachbarn zu Kuchen und Tee oder Wein. In Schottland stösst man nicht mit Sekt an, sondern mit Hot Pint, einem Punsch aus Starkbier, Whiskey und Eiern. Man isst gern Haggis, gefüllte Schafsmägen, und Black Bun, eine Art Schwarzbrot.

Spanien: In Spanien ist in der Silvesternacht Fiesta angesagt, gern trifft man sich dazu auf der Plaza. Wenn die Glocke zwölfmal schlägt, verzehrt man bei jedem Glockenschlag eine mitgebrachte Weintraube und wünscht sich dabei etwas. Schafft man es, alle zwölf Trauben zu essen, gehen die Wünsche in Erfüllung. Vor dem Anstossen an Neujahr legt man einen goldenen Ring ins Glas, das bringt Glück im neuen Jahr.

Russland: In Russland feiert kommt Silvester vor dem Weihnachtsfest. Gefeiert wird zehn Tage lang, denn die Zeit vom 1. bis 10. Januar ist arbeitsfrei. An Silvester bringt Väterchen Frost die Geschenke. Er kommt mit Schlitten und Pferdetroika in Begleitung des Jungen Neujahr und der hübschen Enkelin Schneeflocke und legt die Geschenke unter den Weihnachtsbaum. Deshalb ist Silvester eher ein Familienfest wie bei uns Weihnachten. Um Mitternacht knallen überall die Korken und die Feuerwerke. Eines der weltweit beeindruckendsten Feuerwerke gibt es auf dem Moskauer Roten Platz.

Nordamerika: In Nordamerika ist Silvester ein Grossereignis mit Riesen-Partys und Grossveranstaltungen sowie Riesen-Feuerwerken wie in New York. Um Mitternacht singt man auch hier, sich bei den Händen fassend, die “Auld Lang Syne”. Private Feuerwerke sind in vielen Staaten verboten, die meisten Orte veranstalten zentrale Feuerwerke. In vielen Kirchengemeinschaften der USA und Kanadas sind Nachtwachen üblich, in denen für das vergangene Jahr gedankt und für ein gutes neues Jahr gebetet wird.

Japan: In Japan dauert das Fest zum neuen Jahr bis zum 7. Januar. Um Mitternacht werden die Glocken in allen Tempeln 108-mal geschlagen, um die 108 Übel des vergangenen Jahrs und Begierden des Menschen zu vertreiben. Die Häuser werden geputzt, traditionelle Speisen wie die Klossnudeln Mochi sollen Glück und ein langes Leben bringen. Eine Woche vor dem Beginn der Feierlichkeiten trifft man sich, um Reiskuchen zu backen.

China: Im chinesischen Kulturkreis ist Neujahr am zweiten Neumond nach der Wintersonnenwende nach dem 21. Januar. Neujahr ist das grösste Fest und dauert entsprechend lange, nämlich drei Tage bis zu drei Wochen. Dann ziehen überall in China, Korea und Vietnam grosse Drachen- und Löwenparaden durch die Städte. Mit Bambuszweigen werden böse Geister aus dem Haus gefegt, rote Papierstreifen und goldene Glückszeichen sollen das Glück anziehen. Damit des denn auch ins Haus findet, sind Fenster und Türen ab 23 Uhr geöffnet. Feuerwerke vertreiben den bösen Drachen.

In einem ist sich die Welt einig: Um Mitternacht knallen die Korken und das Neue Jahr wird mit einem Drink begrüsst. In diesem Sinne wünscht Euch ebookers.ch einen wunderbaren Rutsch ins 2012 und alles, alles Gute!

Tagged: Archive, China, Deutschland, Grossbritannien, Japan, Österreich, Russland, Spanien, USA

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