Die Atlantikinsel Madeira gehört politisch zu Portugal, geografisch betrachtet hingegen liegt sie Afrika am nächsten. So beträgt die Entfernung zu Marokko nur 500 Kilometer, die zum portugiesischen Festland ganze 900. Auf einer Fläche von 741 Quadratkilometern leben rund 230.000 Einwohner, die meisten von ihnen in der Hauptstadt Funchal. (Fotos zur Vergrösserung einfach anklicken.)
Hier ein paar Tipps, was man gesehen und gemacht haben sollte:
Wanderungen
Die meisten Touristen lockt Madeira tatsächlich mit seinen faszinierenden Wanderrouten an. Ob besonders steil oder leicht begehbar – es ist, wie man so schön sagt, “für jeden was dabei”.
Sehr zu empfehlen ist der “Rother-Wanderführer” für Madeira, der gerade erst in einer aktualisierten Neuauflage erschienen ist. In ihm werden 50 Levada- und Bergwanderungen vorgestellt. Auf den Begriff “Levada” stösst man auf Madeira übrigens unentwegt; das sind künstliche Bewässerungskanäle, mit denen Wasser aus den niederschlagsreicheren, nördlichen Gebieten der Insel in den Süden und die Mitte transportiert werden. Der Grossteil der Levadas verläuft in nur geringem Gefälle, weshalb sich – hat man weniger Ehrgeiz – an vielen von ihnen gemütlich entlangspazieren lässt. Aber auch anstrengende Bergtouren sind möglich. Wichtig ist: Durch die Nässe kann es schnell glatt werden. Festes Schuhwerk und eine Regenjacke sollte man immer dabei haben. Ausserdem: eine Taschenlampe, da manche Streckenabschnitte untertunnelt sind.
Besonders schön fand ich die Touren am Risco-Wasserfall bei Rabaçal und zu den sogenannten “25 Quellen”. Hier läuft man durch einen Lorbeerwald und fühlt sich in eine Fantasiewelt à la “Herr der Ringe” hineinversetzt. An den Steinen tröpfelt das Wasser noch ganz zart klingend hinab, am grossen Risco-Wasserfall wird’s dann richtig laut.
Um zu den Ausgangspunkten der jeweiligen Route zu gelangen, ist es ratsam, einen Mietwagen zu buchen. So kann man sich frei bewegen. Manche Hotels bieten aber auch Shuttle-Busse an. Dann muss man es halt schaffen, die Abholstelle zur vereinbarten Zeit zu erreichen.
Funchal
Auch von Funchal aus lassen sich viele Wanderrouten durchführen. Wer direkt in der Hauptstadt untergebracht ist, hat zudem noch die Zeit, die Stadt besser zu erkunden als ein Tagesbesucher. Beliebte Attraktionen sind:
- Die Altstadt mit ihrer 1514 fertiggestellten Kathedrale und den kleinen Gassen. Vor Kellnern, die einen in ihr Restaurant locken wollen, muss man sich aber ein wenig in Acht nehmen.
- Die Markthalle, in der man auch den lokalen Fisch Espada zu Gesicht bekommt. Er ist tiefschwarz und guckt ziemlich grimmig drein. Er gilt als sehr köstlich, aber ich habe mich, zugegeben, nicht getraut, ihn zu probieren.
- In der Weinkellerei Adegas de São Francisco kann man ihn probieren, den berühmten Madeira-Wein, und mehr über dessen Geschichte und Herstellung erfahren: Im 16. Jahrhundert nahmen Schiffe in Funchal häufig Fässer mit jungem Wein von der Insel an Bord. Um ihn haltbarer zu machen, verschnitten ihn die Seeleute mit Schnaps. Und siehe da: Durch die grosse Hitze auf den langen Reisen wurden wunderbare Weine daraus.
- Der Yachthafen der Stadt. Dort am Ufer findet man auch das berühmte “Pestana Casino Park Hotel”, das 1966 vom brasilianischen Star-Architekten Oscar Niemeyer erbaut worden ist.
- Die Seilbahn, die hoch ins Viertel Monte fährt.
- Die Kirche Nossa Senhora de Monte – und die Schlittenbahn davor. Eine wirklich beliebte Attraktion! In zehn Minuten kann man in einem Korbschlitten den Berg hinunterfahren ins Tal, und das mitten auf der Strasse.
- Der Botanische Garten mit seiner bunten Blumenwelt. In einer Villa des Gartens sind frühere “Forschungsobjekte” ausgestellt, etwa eingelegte Fische, die mehrere hundert Jahre alt waren – faszinierend. Weniger schön fand ich den Vogel-Zoo; Papageien und zahlreiche andere Vögel sind hier zur Schau gestellt. Es sah nicht aus, als hätten sie in den Käfigen den Platz, den sie brauchen.
- Die Quinta do Palheiro Ferreiro ist Madeiras schönster Park. Vor allem Blumenliebhaber kommen auf ihre Kosten. Orchideen, Kamelien, Hibiskus – hier findet man alles.
- Wer mehr auf Fleisch denn auf Blumen steht, dem empfehle ich einen Abstecher ins “O Castelo dos Hamburguers”. Wenn man davon nichts weiss, übersieht man den kleinen Imbiss beim Vorbeigehen. Ein riesiger Fehler!
Anreise und Unterkunft: Ebookers.ch hat eine Vielzahl an Hotels in Madeira im Angebot. Ich kann die “Quinta da Bela Vista” auf einem Hügel oberhalb Funchals empfehlen. Direktflüge nach Funchal von Zürich aus bietet beispielsweise Air Berlin an.










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Wirklich schöne Informationen über Madeira. Da macht es glatt Lust, demnächst wieder hin zu fahren. Eine nette Seite, die sich ausschließlich dieser tollen Insel widmet ist http://www.DeinMadeira.de. Neulich gefunden – und mit den Infos von hier eine wasserdichte Kombi!