Schnell ist es passiert. An einem seligen Abend in der Bar kommt man mit einem Freund oder einer Freundin auf die grossartige Idee, zusammen quer durch Südostasien zu reisen. Nimmt einer der beiden diesen Beschluss auch am nächsten Tag noch ernst, gibt es eigentlich fast kein Zurück mehr. Doch ist das Reisen mit Freunden wirklich eine sinnvolle Idee? Gerät man sich nicht in die Haare, wenn man zu lange zu eng aufeinander sitzt?

Meist ist es toll, mit Freunden zu verreisen. Und doch: Konflikte kann es immer geben. Foto: iStock; Alberto Pomares.

Hier einige Tipps, damit das Reisen mit Freunden nicht zum Desaster wird:

1. Auswahl der Freunde

Schnappsideen an kalten Winterabenden sind schnell gesponnen. Am besten rückt man dies gleich wieder zurecht, wenn man meint, mit dem Reisepartner möglicherweise nicht gut zu harmonieren.
Ist man schon zusammen gereist und man weiss, dass es gut passt, dann erübrigt sich natürlich diese Regel. “Never change a winning team!” Ach ja, und was ist mit der hübschen Kollegin meiner Bekannten, die so reiselustig ist und im Sommer unbedingt nach Tibet möchte. Liebe Männer, das ist meist keine gute Idee.

Regel: Nur den besten Reisefreund auswählen.

2. Was ist der Plan?

Noch bevor man dem Entschluss fasst, zusammen zu reisen, ist zu klären, welche Art des Reisens jeder bevorzugt. Backpacking? Absteigen in Luxushotels? Rumrennen oder ausspannen? Ausserdem ist es entscheidend zu wissen, wie weit die Komfortzonen des Reisepartners gehen. Es gibt nichts unangenehmeres, als um Mitternacht endlich in ein Hotelzimmer zu kommen und der Reisefreund kann oder will unter keinen Umständen in “diesem Loch” übernachten.

Regel: Erwartungen vorher besprechen.

3. Tagesabläufe klären

Zu den Erwartungen gehören auch die Tagesabläufe. Ich finde dieser Punkt hat eine separate Erwähnung verdient. Frühaufsteher und Nachtschwärmer passen nicht sehr gut zusammen. Ob Nachtschwärmer ja oder nein – am besten klärt man diese Gewohnheiten, bevor man gemeinsam den Flug bucht.

Regel: Langschläfer zu Langschläfer und Duracellhase zu Duracellhase.

4. Budget

Auch wichtig zu wissen: Was der potenzielle Reisebegleiter unter einem “günstigen” Hotel versteht. Kennt man den Freund gut, weiss man auch, wie geizig oder spendabel er ist. Wenn nicht, sollte man dies vorher klären. Denn wie regiert man selber, wenn es mitten im Regen irgendwo in Kambodscha um die Entscheidung geht: Busticket für einen Euro oder zu Fuss? Zu absurd? Dann kommt die Frage spätestens bei Wahl von Restaurants auf. Günstiges Essen einfach der Sättigung wegen oder lieber mit Genuss im teueren Restaurant einkehren? Ist man sich hier uneinig, gibt’s schnell Streit.

Regel: Vor der Abreise Tagesbudget festlegen und gemeinsame Präferenzen für Essen, Hotel und andere Aktivitäten abstecken.

5. Aufgaben teilen

Stellt euch vor: Zwei Kontrollfreaks gehen gemeinsam auf Reisen. Klappt das? Oder wird dies ein Fiasko? Sowohl bei der Planung als auch beim Reisen, ist es perfekt, wenn die Aufgaben klar aufgeteilt sind. Wer kümmert sich um die Hotels? Wer recherchiert für Siem Reap? Entscheidungen sollten aber gemeinsam getroffen werden. Sollte es während der Reise nicht immer perfekt aufgehen, dann ist es wichtig, die Probleme zu lösen und sich nicht deswegen in die Haare zu geraten. Bringt nichts.

Regel: Aufgaben aufteilen. Niemanden anschwärzen.

6. Abstand

Es ist kein Problem, Dinge alleine zu tun. Das Streitpotenzial steigt schnell an, wenn einer zu oft nachgibt und dann das Gefühl bekommt, die Destination nicht nach seinen Wünschen erkunden zu können. Geht einfach für ein paar Stunden getrennte Wege, und schon sind alle glücklich. Distanz tut gut! Kommt man zum Abendessen wieder zusammen, hat man auch wieder Gesprächsthemen. In drei Wochen gemeinsamen Reisens werden diese nämlich rar.

Regel: Das machen, was man will. Gemeinsam oder alleine.

7. Trotzdem mal Streit?

Irgendwann auf einer langen Reise gibt es immer kleine Streitigkeiten. Je besser man einander kennt, desto besser weiss man auch die Launen und Gefühlsumschwünge des Anderen einzuschätzen. Rücksicht auf die Natur des Anderen ist dann am besten. Drüber reden? Oder mal eine Stunde in Ruhe lassen? Je besser man sich kennt, desto schneller sind solche Situationen ausgestanden.

Regel: Rücksicht nehmen.

Tagged: Archive, ebookers News

Kommentare

Hinterlasse eine Antwort

Ihre Email Adresse wird nicht veröffentlicht

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>