Von am 8. Juni 2012 um 11.22 Uhr
Kategorien: China, Länder, Reiseberichte & Insider

Ürümqi ist die am weitesten vom Meer entfernte Grossstadt der Welt. Sie liegt am Nordfuss des Tianshan Gebirges, welches Xinjiang in Nord und Süd unterteilt. Im Vergleich zu anderen uigurischen Städten mutet Ürümqi sehr westlich an. Auch die Zahl der Han Chinesen ist hier deutlich höher als im Süden der Provinz. Die Stadt wächst in rasendem Tempo und hat zurzeit ca. 2 Mio Einwohner. Wir besuchten das Xinjiang Museum und den internationalen Basar. Die unmittelbare Umgebung bietet ebenfalls einige Attraktionen wie der “Himmelsee“ oder der “Rote Berg“, die mussten wir aus zeitlichen Gründen leider auslassen.

Getrocknete Körper im Regionalmuseum

Im Museum erfährt man Interessantes über die 12 Minderheiten der Xinjiang Provinz. Dargestellt werden Lebensstil, Behausung, Kleidung, Religion, Bräuche, Feste, Werkzeuge, Gebrauchsgegenstände und andere Aspekte ihres täglichen Lebens. Das Museum ist sehr übersichtlich und gefiel sogar uns Museumsbanausen. Als Highlight des Museums gelten die “getrockneten toten Körper“, ähnlich der Mumien in Ägypten. Anders als die Mumien wurden sie nicht durch Einbalsamierung konserviert sondern in der Natur getrocknet. Die Körper hat man in verschiedenen Regionen der Seidenstrasse gefunden, vor allem aber in Turfan, da es dort sehr trocken ist. Der am besten erhaltene Körper ist ein weiblicher, die 4000 Jahre alte “Lolan Schönheit“. Sogar ihre Haare und Kleidung sind noch intakt.


Der grosse Basar

Ganz im Gegensatz zu den offenen lebhaften Märkten der Uiguren im Süden der Provinz, findet hier das Geschehen hauptsächlich im Innern statt. Der riesengrosse Marktkomplex umfasst an die 4‘000 Marktstände, einen Food Court, einen Aussichtsturm, eine Open Air Bühne und eine Moschee. Man findet alles, von einheimischen Produkten bis zu westlichem Zeugs. Uns gefielen die Märkte im Süden jedoch viel besser, da sie nicht touristisch ausgerichtet waren.

Nachtleben

Was Ürümqi an Sehenswürdigkeiten fehlt, macht die Stadt mit ihrem Nachtleben wieder wett. An der Ausgangsmeile findet man zahlreiche Bars und Clubs – unter anderem auch die gemütliche “Fubar”. Zudem entdeckten wir eine Lounge im obersten Stockwerk eines Hochhauses mit toller Aussicht und guter Musik. Viele Bars verlangen eine Mindestkonsumation, um einen Tisch zu bekommen, was wir etwas übertrieben fanden.

Zum Weiterlesen:
Entlang der Seidenstrasse (1): Fakten über Xinjiang
Entlang der Seidenstrasse (2): Kaschgar und Umgebung
Entlang der Seidenstrasse (3): Karakorum Highway

Die Autorin: Tamara Benz, Jahrgang 1983, ist in Davos geboren und aufgewachsen, ehe sie für sieben Jahre nach Brugg zog. Dann ging ihre Reise weiter: Seit kurzem lebt sie nun in China. Ihr Freund hat hier einen Job als Expat in der Stadt Xiamen bekommen. Und sie will die Möglichkeit nutzen, Land, Leute und die Sprache kennenzulernen. Hier im Blog berichtet Tamara regelmässig über ihr Leben in Asien.

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