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Udo Habermann
135 Artikel von Udo Habermann:
Nackt in der Hotellobby
Kategorien: Japan, Reiseberichte & Insider
Der Kreis meines ersten auf diesem Blog veröffentlichten Textes schliesst sich schon bald. Mein Freund, der damals geheiratet hat, vermählt sich im Juni dieses Jahres zum zweiten Mal. Fast fünf Jahre sind’s her.
Ich freue mich aber nicht nur auf seine Hochzeit, sondern auch auf meine erste private Reise nach Japan seit ungefähr acht Jahren. Doch bis es soweit ist, muss zuerst noch die ganze Wahrheit zu vor fünf Jahren raus bzw. wie es dazu gekommen ist, dass ich nackt durch die Lobby des Hotels spaziert bin.
Es passierte nach der dritten Feier. Die ersten beiden Feiern waren gigantische Anlässe, jedoch ohne Alkohol. Nach der zweiten Feier war für die weniger Frommen unter den Gästen eine Bar reserviert worden. Dort floss dann der Alkohol in rauhen Mengen. Morgens um drei hatte ich aber genug und spazierte zurück zum Hotel. Zurück im Zimmer trank ich noch einen halben Liter Wasser und zog mich aus.
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Genussreise nach Mailand
Kategorien: Italien, Reiseberichte & Insider
Erinnert Ihr Euch noch an Harry Haslers Bildungsreise nach Mailand? Ein Klassiker des Schweizer Cabarets.
Ebenfalls ein Klassiker ist Andreas Möllers Ausspruch vor seinem Wechsel zu Juventus Turin: “Mailand oder Madrid – Hauptsache Italien!”
Hat der Cisalpino nicht gerade Verspätung, erreicht man Mailand von Zürich aus in drei Stunden 41 Minuten. Wofür ist Mailand am bekanntesten? Für die Oper natürlich! Also ab in die Scala. Doch vor dem “Rosenkavalier” taten wir im benachbarten Trussardi noch etwas für unserer lukullischen Sinne. Das mag auf den ersten Blick komisch erscheinen, doch in Tokio gehe ich mit meinen Kunden auch zu Bulgari oder in der obersten Etage von Chanel essen.
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Wenn bloss das Wörtchen “wenn” nicht wär…
Kategorien: Allgemein
…wär mein Vater Millionär. In meinen Fall müsste der Wenn-Satz in erster Linie heissen: Wenn die Zeit nicht so knapp wär, hätt’ ich geschrieb’n hier manches mehr. Wie viele Texte hatte ich mir vorgenommen, die bisher übers Entwurfsstadium nicht herausgekommen sind?
Oft hilft es bei solchen Sachen, sich Druck aufzubauen. Deshalb erwähne ich hier mal die fünf – aus schreiberischer Sicht – vernachlässigtesten Destinationen der letzten zwölf Monate. Vielleicht wird ja mal noch etwas daraus.
Es gibt übrigens auch das Gegenteil: zu Singapur und Bali hatte ich mir bereits Szenarien ausgedacht. Als ich dann aber auf unserem Reiseblog nach den entsprechenden Stichworten suchte, musste ich feststellen, dass die beiden Destinationen bereits sehr gut abgedeckt waren. Deshalb zum Ende noch einen Platitüde: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.
PS: Sollte tatsächlich noch etwas aus den angekündigten Einträgen werden, würden diese dann im Nachhinein – sozusagen als Abhak-Kontrolle – mit diesem Beitrag verlinkt werden.
Ein Wochenende auf Zypern
Kategorien: Reiseberichte & Insider
Vor über einem halben Jahr verbrachte ich mit meinem Cousin H.H. ein verlängertes Wochenende in Zypern. Manchmal ist es ein guter Test zu schauen, an was man sich nach einer gewissen Zeit noch erinnert und schliesslich über diese Dinge zu berichten. (Über die zeitlosen Highlights von Zypern hat meine Kollegin Brigitte ausführlich geschrieben.)
Foto: Flickr.com; Martin Hehl.
Meine Erinnerung an die Zypernreise beginnt beim Buchen. Hin- und Rückflug alleine waren recht teuer. Zuerst überlegten wir uns gar, irgendwoanders hin zu reisen. Doch dann ging uns ein Licht auf: Zypern buchen die meisten als Package! Also suchten wir auf ebookers.ch nach der Kombination Flug & Hotel, und plötzlich war die Reise bezahlbar.
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Totgesagte leben länger
Kategorien: Allgemein, Reisetipps
In Zeiten des Internet ist der Teletext – bei unseren nördlichen Nachbarn auch unter dem Begriff “Videotext” bekannt – eigentlich ein anachronistisches Phänomen. Die Handhabung ist statisch, das Format beschränkt, das Darstellungsbild vorsintflutlich etc. Es gäbe zahlreiche Beispiele mehr anzufügen.
Doch anstatt klein beizugeben, ist der Teletext am Expandieren. Nach dem ersten Schritt vom TV-Bildschirm ins Internet erfolgte vor einigen Jahren auch die erfolgreiche Expansion ins App-Universum.
Aber was hat das mit Reisen zu tun? – Seite 460 lautet die Antwort. Wann immer ich am Flughafen jemanden abholen gehe, verfolge ich daheim am TV-Gerät gespannt, wie die Seiten umblättern, um festzustellen, ob mein Gast pünktlich oder mit Verspätung ankommt. Natürlich habe ich in der Zwischenzeit auch herausgefunden, dass der Flughafen Zürich auf der eigenen Webseite unter der Rubrik “Ankunft & Abflug” über den Flugverkehr informiert, und ebookers.ch mit der App “Swiss Flight Tracker” natürlich auch.
Wahrscheinlich bin ich aber zu sehr Gewohnheitstier, um mich damit anzufreunden. Oder vielleicht gibt es noch einen anderen Grund, denn in irgendeiner Zeitschrift habe ich gelesen, dass 90 Prozent der Teletextbenützer männlich seien. Die Begründung dafür ist mir in der Zwischenzeit leider entfallen…
Deshalb werde ich auch heute wieder den Teletext einschalten und auf der Seite 460 checken, wann mein Gast aus Japan ankommt.
Verblüffende Orte dieser Welt
Kategorien: Web-Tipps
Der Begriff “Coolhunting” bezeichnet das professionelle Aufspüren von Trends. Nicht exakt diesem Trend entspricht die Website “The Cool Hunter”, die von sich sagt: “We select and celebrate what is beautiful and enduring [...] in architecture, design, gadgets, lifestyle, urban living, fashion, travel and pop culture.” Seit ihrer Inbetriebnahme im Jahr 2004 ist “The Cool Hunter” zu einer der am meisten beachteten Kultur- und Designplattformen der Welt geworden und verfügt zu unserem Glück auch über einen Reiseteil:
Das Scrollen in der Reiseabteilung bietet wahnsinnig schöne Fotos und einige Wow-Erlebnisse. Ohne Anleitung schwieriger zu finden – nämlich im Lifestyle-Bund – ist die bisher dreiteilige Serie Amazing Places to Experience Around the Globe. Im zweiten Teil kommt auch ein Ort in der Schweiz vor, wenn auch einer, von dem man es spontan nicht unbedingt erwarten würde. Doch urteilt selbst.
Nach einer weiteren Folge sollen die Fotos Ende dieses Jahres als Buch herauskommen. Habt Ihr selbst einen Vorschlag? Hier könnt Ihr ihn einreichen.
Die Erde im Sandwich
Kategorien: Allgemein, Web-Tipps
Es gehört zum Kompendium unseres unnützen Wissens, dass wir schon mal davon gehört haben, wie der Earl of Sandwich Lust auf ein “Eingeklemmtes” hatte und so dem Sandwich zu seinen Namen verhalf. In der Schule war es wohl nicht gewesen, vielleicht handelte es sich um eine Frage bei “Trivial Pursuit” oder in einem frühen TV-Quiz.
John Montagu, so der eigentliche Name des Earl of Sandwich, hinterliess aber nicht nur in der Küche, sondern auch auf der Erde seine Spuren. Dies hatte er vor allem James Cook zu verdanken, der noch zu dessen Lebzeiten eine Inselgruppe im Südatlantik nach ihm benannte: die Südlichen Sandwichinseln. Weshalb der Zusatz “südliche”? Das hat damit zu tun, dass es auch mal in der nördlichen Hemisphäre Sandwichinseln gab, nur heissen diese heute Hawaii.
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Der exklusive Reisebegleiter
Kategorien: Reiseberichte & Insider
Mein Grossvater war Dragoner. Stolz berichtete er mir immer von seiner Zeit als Kavallerist. Manchmal nahm er das Fotoalbum hervor, in dem es auch Bilder von ganz früher hatte. Denn auch sein Vater und dessen Vater waren bei der berittenen Infanterie gewesen. 1972 wurde diese abgeschafft.
Daran sowie an den maltesischen Snooker-Spieler Tony Drago dachte ich, als ich im “Condé Nast Traveller”-Magazin das Stichwort “Dragoman” erblickte. Hat aber nichts damit zu tun. Gemäss Wikipedia waren Dragomane früher im Einsatz als “Übersetzer, Dolmetscher bzw. sprachenkundiger Reiseführer im Nahen Osten, besonders für die Sprachen Arabisch, Türkisch und Persisch”. Dies wiederum erinnerte mich an meinen Namensvetter U., der all diese Sprachen beherrscht – doch ich schweife ab.
Das Magazin jedenfalls stellt acht Persönlichkeiten vor, die als “Dragomanen der heutigen Zeit” bezeichnet werden. Diese sind jeweils auf gewisse Fachgebiet spezialisiert und stehen so (kleinen) Gruppen mit hohen Ansprüchen als exklusive Reiseführer zur Seite. Der Dragoman unterscheidet sich vom lokalen Guide, wie man ihn an zahlreichen Destinationen findet, vor allem in zweierlei Hinsicht: Er ist äusserst kompetent und hat dafür aber auch seinen Preis – unter 300 Franken pro Tag kommt man kaum weg. Schon früher waren Dragomanen etwas für die gehobenere Klasse – wer sonst konnte sich schon die Zeit und das Geld für eine Reise in den Orient leisten?
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Reime aus dem Cockpit
Kategorien: Web-Tipps
Was Zwischenstopps in Singapur angeht, sind mir meine Kollegen Rico und Andrea mit ihren Berichten zuvor gekommen. Als mehrfacher Benutzer kann ich Singapur Stopover Holiday mit Nachdruck empfehlen.
Tatsache ist: Je mehr man Konsum liebt, umso besser ist man im Stadtstaat aufgehoben. Auch ich konnte mich jüngst nicht ganz schadlos halten. Im Warenhaus Ion Orchard stiess ich auf einen T-Shirt-Laden der Marke T-Bar, die mir unbekannt war. Da mir die sauberen Kleider ausgegangen waren, nahm ich dies als Vorwand, das Geschäft von innen zu erkunden.
Heraus kam ich nicht ganz unerwartet mit drei T-Shirts. Eines faszinierte mich besonders, denn es war mit folgender Gedichtzeile bedruckt: “Flight is freedom in its purest form, to dance with the clouds which follow a storm”. Interessiert googelte ich die Zeile und landete auf einer Seite namens “Skygod”.
Neugierig klickte ich auf “Skygod” herum und stiess in der Unmenge an Informationen schliesslich im Kapitel “Poesie” auf ein ironisches Gedicht mit dem Titel “The Copilot”. Um es zu verstehen, muss man wissen, dass der First Officer oder Kopilot im Cockpit immer rechts sitzt, während der Kapitän oder Kommandant links thront:
“I am the copilot. I sit on the right.
It’s up to me to be quick and bright;
I never talk back for I have regrets,
But I have to remember what the Captain forgets.”
Widerspiegeln diese vier Zeilen nicht in kondensierter Form die Hierarchie in der Pilotenkanzel? Die Fortsetzung gibt’s hier.
Meine Lieblingsländer
Kategorien: Australien, Grossbritannien, Island
Oft werde ich von Bekannten gefragt, welches Land mein Favorit sei, nachdem ich doch soviel von der Welt gesehen habe. Wie würdet ihr auf diese Frage antworten? Ich muss dafür etwas ausholen:
Erst Island
Mein erstes Lieblingsland war Island. Anstoss dazu gab ein Artikel in der Kinderzeitschrift Spick, die mein Taufpate für mich abonniert hatte. In jeder Ausgabe wurde ein Kind und dessen Alltag aus einem anderen Land vorgestellt. Ich erinnere mich nicht mehr genau, weshalb ich mich ausgerechnet in Island verguckt hatte – wahrscheinlich ist, dass ich mich einfach in das Mädchen verliebt hatte, dessen Nachname mysteriöserweise auf -dottir endete. In ihrer Freizeit ritt sie Pony. Von da an sammelte ich alles aus und über Island, was mir in die Finger kam. Internet gab es nicht, zudem hatte ich als Primarschüler keinen Zugang zu Buchhandlungen, und Multimediashows gab es auch noch keine.
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