74 Artikel in der Kategorie Frankreich.

Von am 16. September 2010 um 15.00 Uhr
Kategorien: Frankreich, Reisetipps

Die Pariser lieben ihr Baguette: 65 Zentimeter lang soll es sein, 250 Gramm leicht und etwa einen Euro billig. Die Zutaten: Weizenmehl, Hefe, Salz, Wasser et rien d’autre – das wurde 1993 durch ein Regierungsdekret gesetzlich festgelegt.
Welche Boulangerie das beste Baguette in Paris bäckt, entscheiden jedes Jahr drei Jurys, bestehend aus je fünf Experten, in einer mehrstündigen Prozedur. Der Gewinner erhält ein Preisgeld von 4000 Euro – und er darf ein Jahr lang jeden Morgen 20 Stangen seines Brots in den Élysée-Palast liefern.

Der Gewinner 2010 heisst Djibril Bodian, ein 33-jähriger Senegalese, der seit zwölf Jahren im Quartier Montmartre bäckt. Wer das gleiche Baguette kosten will, das auch im Brotkorb von Nicolas Sarkozy und Carla Bruni liegt, geht am besten mal in der siegreichen Bäckerei vorbei:

Le Grenier à Pain
38 rue des Abbesses
Metro: Abbesses


Foto: Keystone; Robert Ghement.

Von am 5. August 2010 um 8.00 Uhr
Kategorien: Allgemein, Frankreich

Der französische Staatschef Nicolas Sarkozy will auch über den Wolken nicht auf Luxus verzichten und hat beim Airbus-Werk einen fast 60 Meter langen Airbus A330-200 mit diversen VIP-Einbauten geordert.

Zur geplanten Königsklasse-Ausstattung gehören: eine Badewanne, ein Doppelbett, ein Ankleidezimmer und ausserdem spezielle Rauchdetektoren, die seine Zigarren ignorieren. Kosten für den fliegenden Palast: 185 Millionen Euro. Die Anschaffung des Luxus-Jets wird von der Regierung als Sparmassnahme verkauft. Schliesslich werden dafür die zwei kleinen A319 abgeschafft.

Na dann: Guten Flug! Und bitte noch vor der Landung aus der Wanne steigen, abtrocknen und anziehen!

First Lady Carla Bruni freut sich bestimmt auf ihr Ankleidezimmer.
Foto: Keystone

Von am 12. Juli 2010 um 7.30 Uhr
Kategorien: Frankreich, Reiseberichte & Insider

Wer lange genug in Paris weilt, um einen Tag entbehren zu können, sollte Versailles nicht verpassen. Denn wer kennt sie nicht aus dem Geschichtsunterricht, die Geschichte des Sonnenkönigs Louis XIV. und seinem gewaltigen Schloss in Versailles?

König Louis XIV. liess das Jagdschloss Versailles südwestlich von Paris ab 1662 zur grössten und prächtigsten Residenz Europas umbauen. Bis die ganze Anlage fertiggestellt war, dauerte es über 50 Jahre, doch bereits 1682 siedelte der Hof dauerhaft nach Versailles über. Der Hofstaat umfasste nicht weniger als 30’000 Personen.


Der berühmte Spiegelsaal im Schloss.

Das Schloss ist zu gross, um hier alle Details zu beschreiben: Es beinhaltet 288 Wohnungen, 1252 heizbare Räume und 600 Räume ohne Kamin. Die königliche Familie bewohnte weitere 152 Zimmer.

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Von am 6. Juli 2010 um 15.30 Uhr
Kategorien: Frankreich, Reiseberichte & Insider

Während meinem Sprachaufenthalt in Paris wohnte ich nicht nur im Quartier St. Germain, ich ging dort auch zur Schule. Perfekt, denn so hatte ich viel Gelegenheit, das Quartier ausgiebig zu erkunden.

Das Quartier liegt zwischen Quartier Latin, der Seine und der Gegend um den Invalidendom. Es gilt als das literarische und intellektuelle Viertel von Paris: Wie auch im Quartier Latin hat es hier viele Buchhandlungen, Antiquariate und Galerien. Einen Spaziergang beginnt man am besten auf der Pont des Arts, die über die Seine führt. Von hier hat man auch einen sehr schönen Blick auf die Spitze der Seine-Insel Île de la Cité. Dem Quai der Seine entlang hat es immer wieder Stände mit alten Büchern, Bildern und Postkarten. Diese werden nach Ladenschluss einfach wieder in grüne Kisten verstaut, die an der Mauer befestigt sind.


Schmökern entlang der Seine.

Am Fusse der Brücke markiert das Institut de France mit seiner glänzenden Kuppel den Eingang zum St. Germain-Quartier. Im Institut de France kümmern sich auf Lebenszeit gewählte Mitglieder um die Erhaltung und Reinheit der französischen Sprache. Das beinhaltet auch die Herausgabe des offiziellen Wörterbuchs.

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Von am 29. Juni 2010 um 15.30 Uhr
Kategorien: Frankreich, Reiseberichte & Insider

Um den Überblick über eine Stadt zu bekommen, muss man in der Regel hoch hinaus. Hier die besten und schönsten Aussichtsterrassen in Paris:

1) Tour Montparnasse:

Ganz klar der beste und unverständlicherweise am wenigsten bekannte Aussichtsturm in Paris. Der Wolkenkratzer liegt südlich der Seine im Quartier Montparnasse, ein wenig weiter südlich von und zwischen dem Quartier St. Germain und dem Eiffelturm. Der Tour Montparnasse bietet einen Rundumblick vom 59. Stock in der Höhe von über 200 Metern. Dort hinauf gebracht wird man vom schnellsten Aufzug Europas. Der Eintritt kostet 11 Euro. Der Eiffelturm ist zwar noch ein paar Meter höher, der Vorteil des Tour Montparnasse ist aber, dass man den Eiffelturm auf den Panoramafotos mit drauf hat. Ausserdem standen bei meinem Besuch (an Pfingsten!) gerade mal zwei Menschen vor mir an.

2) Notre Dame:

Auf die Türme der Kathedrale führen 400 Treppen, leider gibt es kein Lift. Die Türme sind zwar nur 69 Meter hoch; für eine Stadt wie Paris, die nur wenige hohe Bauten hat, reicht das aber. Besonders schön ist die Aussicht, weil Notre Dame direkt im Zentrum und an der Seine liegt. Der Eintritt kostet 8 Euro.

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Von am 24. Juni 2010 um 7.30 Uhr
Kategorien: Frankreich, Reiseberichte & Insider

Auf die Gefahr hin, den Ärger vieler Pariser und Paris-Liebhaber auf mich zu ziehen: Mir gefällt La Défense sehr. Das Hochhausviertel liegt im Westen von Paris und ist von vielen Punkten im Zentrum nicht zu übersehen: Die gläsernen Wolkenkratzer heben sich markant vom Pariser Stadtbild ab. Das ist auch der Grund, wieso die meisten Pariser das “Manhattan-sur-Seine” überhaupt nicht mögen. La Défense unterscheidet sich so sehr von Paris, dass mir das Viertel gleich nach dem Aufsteigen aus der Métro bizarr und surreal vorkam.


La Grande Arche. Alle Fotos: Andrea Schmits

La Défense ist die grösste Bürostadt Europas: 1600 Unternehmen sind hier ansässig, darunter viele Banken und Versicherungen. In den umliegenden Restaurants und Cafés hört man hauptsächlich Englisch. Der berühmteste Bau in La Défense ist der gigantische Kubus der Grande Arche. Sie gehört, wie auch die Glaspyramide am Louvre und die Opéra de la Bastille, zu den Prestigeprojekten von Ex-Staatspräsident François Mitterrand.

Besonders faszinierend finde ich ihre symbolischen Masse: Der innere Ausschnitt des Bogens hat nicht nur die Form des Arc de Triomphe, sondern auch die Masse der quadratischen Cour Carrée des Louvre. Zudem liegt die Grand Arche in einer Linie zur Arc de Triomphe, den Champs Elysées und dem Louvre.

Die strenge Form des Kubus wird durch das in der Öffnung aufgespannte Segel, genannt “le nuage” (die Wolke), aufgelockert. Die Dachterrasse in 110 Metern Höhe ist begehbar – jedensfalls dann, wenn sie, wie bei meinem Besuch, nicht gerade “aus technischen Gründen” gesperrt ist.

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Von am 18. Juni 2010 um 7.30 Uhr
Kategorien: Frankreich, Reiseberichte & Insider

Mag man gemütliches Kaffeetrinken in Brasserien und Einkaufen in kleinen Spezialitätenläden, ist man in der Rue Montorgueil genau richtig. Die nur wenige hundert Meter lange Strasse im Quartier Châtelet-les-Halles ist überwiegend autofrei und gehört zu den letzten Überresten des alten Hallenviertels von Paris. Dort befand sich rund 800 Jahre lang, vom 12. bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts, der Pariser Grossmarkt. Während der Grossmarkt Ende der 1960er Jahre aus Platzgründen vor die Tore der Stadt nach Rungis umziehen musste, blieb die Rue Montorgueil bestehen.

Hier gibt es Käseläden, Bäckereien, Gemüsestände, Händler für Meeresfrüchte und viele Brasserien, von altmodisch bis modern. Auch einige Restaurants mit ausländischer Küche haben sich angesiedelt, zum Beispiel mehrere Italiener und Libanesen. Der berühmteste Laden ist wohl die Pâtisserie Stohrer an der Nummer 51: Die Spezialität in dem denkmalgeschützten Geschäft ist “Puits d’amour”, ein Kuchen nach einem Rezept aus dem 18. Jahrhundert. Die Croissants wurden ausserdem zu den besten der Stadt gekürt.

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Von am 16. Juni 2010 um 7.30 Uhr
Kategorien: Frankreich, Reiseberichte & Insider

Aus früheren Paris-Aufenthalten weiss ich, dass es leicht ist, das Quartier Latin mit dem Quartier St. Germain zu verwechseln – beziehungsweise zu meinen, die beiden Quartiere bestünden nur aus dem touristischen Gassen-Wirrwarr direkt an der Seine. Dem ist aber ganz und gar nicht so: Um das Quartier Latin zu erkunden, braucht man mindestens einen halben Tag; will man auch noch die Museen besichtigen, einen ganzen. Der Aufwand lohnt sich aber: Mit seinen engen Gassen und historischen Monumenten ist das Quartier Latin eines der charmantesten in ganz Paris.

Inmitten des Studentenviertels Quartier Latin lag einst das Zentrum der gallo-römischen Stadt Lutetia, von der heute noch die Arena und die Thermen zu besichtigen sind. Den Namen verdankt das Quartier aber der Universität, an der im Mittelalter lateinisch gesprochen wurde.
Den Spaziergang durchs Quartier beginnt man am besten am Seine-Ufer gegenüber von Notre-Dame, bei der Metrostation Saint-Michel. Dort findet man gleich besagtes Gassengewirr mit unzähligen Restaurants, Take-Aways und Souvenirläden. Eine der Gassen ist die Rue de la Huchette, in der sich vor allem griechische Tavernen aneinanderreihen. Grund dafür ist die dortgelegene winzige Kirche Saint-Julien-le-Pauvre, in der die griechisch-melchitische Gemeinde ihr Osterfest feiert.

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Von am 15. Juni 2010 um 8.00 Uhr
Kategorien: Frankreich, Reiseberichte & Insider

Grundsätzlich teilt der Fluss Seine Paris in zwei Hälften: Die Rive Gauche und die Rive Droite. Mitten im Zentrum hat die Seine aber zwei kleine Inseln gebildet, die sich somit weder der einen noch der anderen Uferseite zuschreiben lassen: Auf ihnen hatte Paris seinen Ursprung. Mindestens einen halben Tag sollte man einplanen, um die Île de la Cité und die Île Saint-Louis bei einem gemütlichen Spaziergang zu erkunden. Sie gehören eindeutig zu meinen Lieblingsorten in Paris.

Beginnen kann man mit dem Gang über die Pont Neuf, der ältesten Pariser Brücke. Gleich an der westlichen Spitze der Île der la Cité liegt der Square du Vert Galant, eine kleine Parkanlage, in der man sich direkt am Wasser entspannen kann. Unterhalb der Pont Neuf starten auch Ausflugsboote der Vedettes du Pont-Neuf zu Seine-Rundfahrten: Diese dauern eine Stunde und kosten zwölf Euro. Das Boot fährt die Seine hinunter bis zum Eiffelturm, kehrt dort um und fährt dann hoch bis zur Spitze der Île St- Louis. Leider sieht man dadurch zwangsläufig Teile der Strecke doppelt, trotzdem ist die Fahrt ganz angenehm.(Fotos zur Vergrösserung bitte anklicken!)

Vom Square du Vert Galant spaziert man in das Innere der Insel hinein, vorbei am Marché aux Fleurs auf der Place Louis Lépine, einem Blumen- und Vogelmarkt, und gelangt bald zur Hauptattraktion der Île de la Cité: der Kirche Notre Dame. Diese gehört zu den bedeutendsten gotischen Kathedralen Frankreichs und wurde 1163 begonnen und 150 Jahre später beendet. Von ihren Türmen erstreckt sich eine wunderschöne Aussicht über die Seine-Inseln und das Ufer. Dafür braucht man aber Zeit und eine einigermassen intakte Fitness: An der linken Seite von Notre Dame ist der Eingang zu den Türmen, vor dem ich über eine Stunde anstehen muss. Langweilig ist das jedoch nicht: Ein Strassenclown bringt die ganze Schlange immer wieder zum Lachen, indem er direkt vor uns die Passanten nachäfft.

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Von am 14. Juni 2010 um 7.30 Uhr
Kategorien: Frankreich, Reiseberichte & Insider

Bis vor wenigen Tagen weilte ich für einen mehrwöchigen Sprachaufenthalt in Paris. Endlich Zeit, um die Stadt richtig zu entdecken! In dieser Serie werde ich euch einige meiner Lieblingsorte vorstellen; seien es ganze Quartiere, Parks, Läden oder Cafés. Los geht’s mit dem schönsten Park von allen: Dem Jardin du Luxembourg.

Der Jardin du Luxembourg liegt am unteren Ende des Quartiers St. Germain und damit eigentlich schon fast im Quartier Montparnasse. Während meines Aufenthalts hatte ich das Glück, ihn auf meinem Schulweg jeden Morgen durchqueren zu dürfen – ein schöner Start in den Tag!

Der Park ist einer der beliebtesten in Paris, steht in jedem Reiseführer und ist zu jeder Tageszeit gut besucht: Am Morgen trifft man Jogger im Rudel, am Nachmittag eher Studenten der nahegelegenen Universität Sorbonne sowie Touristen.

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