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2 Artikel in der Kategorie Litauen.
Eine Schürze voll Sand in der Ostsee
Kategorien: Litauen, Reiseberichte & Insider
Die Jacken knattern im heftigen Wind wie lose Segel. Er weht Sandschwaden wie Meeresgischt über den Boden, Tausende feinster Sandkörner pieken wie Nadeln im Gesicht und bald knirscht es zwischen den Zähnen.
Auf den Dünen der Kurischen Nehrung. Alle Fotos: B.Jäger-Dabek
Eine Dünenwanderung auf der Kurischen Nehrung beginnt man am besten in der Gegend von Nidden (siehe Karte) von einem der Parkplätze aus. Holzbeplankte Laufstege führen, den frisch sich ansiedelnden Pflanzenteppich schonend, mitten hinein in die Wüstenlandschaft der grossen Dünen.
Die festen Wege enden dort, wo die Wüste beginnt. Von hier an sucht man sich seinen Weg selbst durch den Sand. Ganz oben auf den Dünenkämmen – ein grandioser Blick: Nach Osten zu schimmert das Haff blaugrün in der Morgensonne, gegen Westen die aufgewühlte dunkle Ostsee mit kleinen Schaumkronen. Die Wassermassen wälzen sich auf den fast weissen Strand, toben sich aus in flaschengrüner Brandung, die sich auf dem flachen Sandstrand donnernd in weisse Gischtstrudel überschlägt und züngelnd ausläuft.
Größere Kartenansicht
Weisse Wolkengebirge jagen über den blitzblauen Himmel, Wolkengebilde zum Greifen nah. Der warme Sommerwind rüttelt, erprobt die Standfestigkeit, peitscht die Haut mit Sand; kein Wunder, dass sich hier oben keine Pflanze hält. Aber an jeder windabgekehrten Stelle finden sich Gräser, denn der Wind bringt ja auch Samen mit sich, ebenso in den vielen verschwiegenen Mulden. Verstecken für Mensch und Natur. Hier wärmt die Sonne, stundenlang kann man geniessen, hört das Sirren des Sandes im Wind, hört jeden Mensch von Weitem durch das Knattern seiner Kleidung, hört manchmal sogar die Brandung weit unten als stetiges Rauschen, schmeckt das Salz des Meeres an den Lippen und den salzigen Sand im Mund. » weiterlesen
Vilnius, Litauens geschichtsträchtige Metropole
Kategorien: Litauen, News
Vilnius, die prächtig restaurierte litauische Hauptstadt wurde einst das Jerusalem des Nordens genannt und war ein Ort des Zusammenlebens vieler Kulturen. Als erste Stadt einer ehemaligen Sowjetrepublik trägt Vilnius 2009 den Titel “Kulturhauptstadt Europas” – und ist nicht nur deshalb eine Reise wert.
Vilnius ging allein im letzten Jahrhundert 13-mal von einer Hand in die andere und ist eine Stadt mit vielen Namen und ein Symbol der Möglichkeit des friedlichen Miteinanders in Europa. Es lockt durch seine schöne Lage zwischen grünen Hügeln an der Wilia und seiner wunderschön restaurierten barocken Architektur viele Touristen an. Die Altstadt steht seit 1994 auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes.
In diesem Jahr hat sich Vilnius besonders herausgeputzt. 2009 ist für Litauen und seine Hauptstadt Vilnius nämlich gleich doppelt wichtig: Erstmals trägt mit Vilnius die Metropole einer ehemaligen Sowjetrepublik den Titel “Kulturhauptstadt Europas”. Ausserdem feiert mit Litauen das grösste Land des Baltikums seine erste schriftliche Erwähnung in den Quedlinburger Annalen vor 1’000 Jahren.
Reiche Geschichte vieler Kulturen
Die 1323 gegründete alte Hauptstadt des Grossfürstentums Litauen hiess nach alten Chroniken zunächst “Vilnia”, später nannten es die Polen “Wilno”, die Deutschen “Wilna”, die Juden “Vilne” und die Litauer “Vilnius”.
Die Stadt wurde nach der polnisch-litauischen Vereinigung von 1387 ein Zentrum polnischer Kultur, der litauische Grossadel und die Intelligenz polonisiert. Seit der Gründung der Universität 1579 zog die Stadt Gelehrte, Künstler und Literaten aller möglicher Nationen an. Hier studierten die Begründer der polnischen Romantik Juliusz Slowacki und Adam Mickiewicz, dessen Nationalepos “Pan Tadeusz” mit den Worten „Litauen mein Heimatland“ beginnt.
Über den Dächern von Vilnius. Foto: B.Jäger-Dabek
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