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Von am 27. Januar 2010 um 8.00 Uhr
Kategorien: Reisetipps, Ungarn

Pecs, oder Fünfkirchen, wie die südungarische Stadt auf Deutsch heisst, ist Kulturhauptstadt 2010 und hat ihr Hauptstadtjahr am 10. Januar mit einem bunten, einstündigen Historienspektakel eröffnet. Ein Jahr lang soll die mit 170’000 Einwohnern fünftgrösste Stadt des Landes nun das Schaufenster Ungarns sein, erklärte Ministerpräsident Gordon Bajnai bei der Eröffnungsfeier.

Warum Pecs? Städte wie diese – prächtig hergerichtet und herausgeputzt, mit vielfältiger Geschichte – sind geprägt von vielen Völkern und Kulturen und zeigen, wie bunt es oft in der europäischen Geschichte zuging und dass Moscheen wie selbstverständlich seit Jahrhunderten neben Kirchen standen. Dieses bunte, kulturell so reiche Europa zeigt sich exemplarisch in einer Stadt wie Pecs, in der etwas abseits von der grossen Weltgeschichte die Menschen lernten, damit umzugehen und miteinander zu leben. Kreuz und Halbmond auf der Kuppel der osmanischen Moschee sind nicht umsonst bis heute ein Symbol für das multikulturelle Pecs. 17 Moscheen bauten die Osmanen hier, keine andere Stadt in Ungarn hat so viele osmanisch-türkische Monumente. Das wohl berühmteste Denkmal ist die Moschee Ghasi Khasim auf dem Szechenyi-Platz, die um Mitte des 16. Jahrhunderts gebaute wurde. Nach dem Ende der osmanischen Herrschaft 1686 wurde das Gebäude von den Christen übernommen; seitdem ist es eine römisch-katholische Kirche. Auf dem Dach prangen bis heute friedlich vereint Halbmond und Kreuz.

(Fotos zur Vergrösserung bitte anklicken!)

Pecs ist selbst im ungarischen Massstab weit ab vom Schuss, oder besser gesagt: weit ab vom alles überstrahlenden Budapest. Und doch ist es nicht nur weil es im 2010 europäische Kulturhauptstadt ist, eine Reise wert.
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