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Es heisst, das Reisen sei nicht mehr das, was es einmal war. Überall ist es irgendwie gleich.

Alle, die das wirklich glauben, haben die folgenden Orte noch nicht entdeckt – alle atemberaubend schön, erstaunlich anders oder einfach nur fernab von der Zivilisation.

Hoffentlich bleibt es so. Diese Art des Reisens bleibt besser den Wenigsten vorbehalten. (Und wer denkt, dass es überall gleich ist, ist sicherlich sowieso keine besonders tolle Gesellschaft.)

Ortasee, Italien

Auf mich wirkte George Clooney schon immer ein wenig zerstreut. Vielleicht ist das ja der Grund, warum er seine Ferien (inzwischen auch mit Amal) am Comer See verbringt, anstatt gen Westen zu ziehen und auf den idyllischen Ortasee auszuweichen. Den haben die Italiener ihm wohl verschwiegen.

Omertà ist nicht nur übertrieben, sondern auch ein müdes Klischee, aber man kann durchaus verstehen, warum die Einheimischen diesen kristallklaren See lieber für sich behalten möchten. Umringt von Berggipfeln und geschmückt mit einer wildblumenbewachsenen Insel in der Mitte ist er ein echter Geheimtipp.

Ferien in Orta San Giulio

Jericoacoara, Brasilien

Gönnen Sie sich schnell einen Trip nach Jericoacoara, bevor jemand auf die Idee kommt, hier ein Ferienresort zu bauen – der Ort scheint perfekt dafür, aber wir hoffen inständig, dass es nie passieren wird. Das Städtchen liegt in der Mitte der brasilianischen Küste und ist besonders bei Hippies beliebt.

Es hilft, dass man hier nur über unbefestigte Dünenpfade hinkommt. Tagsüber können Sie in Jericoacoara ruhige, kleine Strände und Lagunen erkunden, bevor Sie abends das entspannte, aber durchaus schwungvolle Nachtleben in seinen Bann zieht. Die verfügbaren Logis sind einfach, aber gut.

Ferien in Jericoacoara

Spitzbergen, Norwegen

Von einem brasilianischen Strandort, der gut und gerne die Bilderbuchdefinition des Wortes «Entspannung» sein könnte, kommen wir nun zu arktischen Eiswüsten, die Philip Pullman dazu inspirierten, seine fantastische Trilogie «His Dark Materials» zu schreiben. Kein Wunder: Mit Zechen, in denen bitterste Minusgrade herrschen, einer riesigen Pflanzensamenbank, die im Katastrophenfall die Welt neu begrünen soll und –wie alle wissen – mehr Eisbären als Menschen wirkt Spitzbergen wirklich wie eine frostig-surreale Märchenwelt.

Die norwegische Inselgruppe auf halber Strecke zum Nordpol lässt sich per Kreuzer oder Flugzeug erreichen. Egal, für welches Transportmittel Sie sich entscheiden: Ihren Ausflug an diesen magischen Fleck Erde werden Sie nie vergessen.

Ferien in Svalbard

Durmitor-Nationalpark, Montenegro

Das winzige Montenegro geniesst in letzter Zeit viel Aufmerksamkeit, aber bislang hat es dadurch nicht an Reiz verloren. Wölfe und Bären durchstreifen seine schier endlosen, unberührten Bergketten, die Luft duftet nach Kräutern wie ein magisches Wunderheilmittel, niedliche Strände erwarten Liebhaber der See – und die ungekünstelten Einheimischen freuen sich immer über Tischgäste. «Glutenfrei» ist den Menschen hier übrigens kein Begriff.

Ferien in Montenegro

Mani, Griechenland

Es ist paradox: Tausende Touristen opfern Stunden, manchmal sogar ganze Tage, um eine der 6 000 Inseln Griechenlands zu erreichen, dabei sind die «authentischeren» Erlebnisse inzwischen auf dem Festland zu finden. Die Halbinsel Mani ist eine unberührte Gegend, in der nicht nur Touristen, sondern auch die Griechen selbst nur selten zu sehen sind. Ihre Tropfsteinhöhlen bei Pyrgos Dirou sind verständlicherweise recht beliebt – die stalagtitenbehangenen Decken zählen zu den spektakulärsten natürlichen Kathedralen der Welt. Aber das richtige Abenteuer fängt erst dahinter an.

Nur wenige Orte in Europa bieten heutzutage derartige Ruhe und Besonnenheit. Schläfrige Fischerdörfchen mit weissen Kieselstränden, byzantinische Kirchen voller Freskomalereien und eine ganze Menge beeindruckender Wehrtürme gemahnen an eine stürmische Vergangenheit.

Ferien in Griechenland

Cíes-Inseln in Spanien

Auf Ihrer Liste der Orte, an denen Ihnen mit Sicherheit kein anderer Tourist auf die Nerven gehen wird, sollten diese Inseln ganz oben stehen. Das liegt besonders daran, dass die Cíes-Inselgruppe, auch die «spanischen Seychellen» genannt, in einem Nationalpark liegt, den pro Tag nur 2 200 Besucher betreten dürfen.

Suchen Sie gar nicht erst nach Symbolen auf der Karte: Hotels, Autos und Velos gibt es hier nicht. Nur ein paar einfache Gaststätten. Mit seinen schneeweissen Sandstränden und der jadegrünen See stehen die Inseln ihren tropischen Pendants in andern Ecken der Welt optisch in nichts nach. Falls Sie also vergessen sollten, dass Sie noch in Europa sind, tauchen Sie einfach in den Atlantischen Ozean ein – er wird Ihr Gedächtnis wortwörtlich auffrischen.

Ferien in Cies Islands

Die Inseln im Süden Kambodschas

Willkommen an einem Fleck Erde, nach dessen Bilderbuchperfektion die Hotelfirmen der Welt nur so lechzen würden. Lange wird es nicht mehr dauern, bis der Massentourismus auch diese Ecken Kambodschas überflutet. Bis dahin bieten die Inseln noch sensationelle Inseln, unberührten Dschungel und – wenn es wirklich sein muss – vereinzelte Raves.

Ferien in Kambodscha

Ushuaia, Argentinien

Die südlichste Stadt der Welt mag liegt sozusagen am Ende der Welt und ist wohl gerade deshalb besonders reizvoll. Während die Ortschaft mit ihren Souvenirläden, die stolz ihre geographische Position hinausposaunen, selbst wenige Überraschungen parat hält, lockt die Wildnis umso mehr. Schon eine einfache Kanufahrt ist genug, um Albatrosse und Sturmschwalben aus nächster Nähe zu bestaunen zu können. Sogar ein Seelöwe könnte Ihnen Gesellschaft leisten – die Region strotzt nur so vor Fauna.

Weiter ausserhalb gibt es in der Useless Bay eine Pinguinkolonie zu beobachten und schmackhafte Steinkrabben zu verkosten. Oder verbringen Sie den Tag doch einfach auf einem Gletscher oder einer einsamen Insel.

Ferien in Ushuaia

Madagaskar

Madagaskar ist das kreative Zentrum der Natur: Ganze fünf Prozent aller Pflanzen- und Tiergattungen der Welt gibt es nur hier. Dazu zählen der kleine Affenbrotbaum «Adansonia gregorii», herzige Lemuren und eine unglaubliche Vielfalt an Orchideen. Die Infrastruktur des Landes ist jedoch so minimal, dass nur wenige Abenteurer im Jahr dieses Wunderwerk der Evolution mit eigenen Augen sehen.

Wenn es Ihnen nichts ausmacht, von Kopf bis Fuss durchgeschüttelt zu werden, und Sie auch mal ohne Verpflegung auskommen, ist eine Autoreise durch das Land wahrlich unvergesslich. Einige der eindrucksvollsten Gegenden lassen sich allerdings nur per Boot oder Flugzeug erreichen.

Ferien in Madagaskar

Flores, Azoren

Es ist wenig überraschend, dass historische Entdecker die Azoren für das legendäre Atlantis hielten. Man hat das Gefühl, als habe sich ein Teil von Portugal hier einfach in den Atlantischen Ozean gestürzt: Die Inseln wirken nachgerade surreal mit ihren brodelnden Schlammvulkanen, dampfenden Felsspalten und – seit Neuestem – einem erfolglosen Luxushotel, das sich der Urwald langsam, aber sicher, zurückerobert.

Ihre lange Reise auf die Insel Flores wird mit einsamen Lagunen, Wildblumen und interessanten Überbleibseln aus der Walfangindustrie belohnt. Für alle, die wirklich einmal der Gesellschaft entkommen wollen, ist dieser abgelegene Winkel der Azoren ein Traum.

Ferien in Flores

 

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