In vielen Ländern sind Sommerferien, es ist Hochsaison beim Reisen, doch leider auch immer mehr bei der sogenannten Schweinegrippe. Hatte die Reise- und Luftfahrtbranche ab April ein leichtes Plus erlebt, das sich mit Beginn der Last-Minute-Saison zu einem leichten Aufwind verstärkte, schlägt nun die Schweinegrippe wieder zu. H1N1 heisst das Virus, das den Nachfrage-Knick verantwortet.

Zwar hält nicht nur die Reisebranche jede Art von Hysterie für verfehlt, doch will man sich überall gewappnet zeigen und hat seine Pandemiepläne in der Schublade. Problematisch nämlich ist nicht die Schwere der Krankheit an sich, die doch in den meisten Fällen kaum anders verläuft als eine leichte Grippe. Als schwierig könnte sich die Anzahl der Fälle erweisen; ein Massenerkrankungs-Szenarium könnte zum organisatorischen Problem werden.

Allein in der Schweiz wird nach Angaben des Bundesamtes für Gesundheit BAG mit 1,5 Millionen Grippefällen im Herbst gerechnet, die Vorbereitungen laufen. Informationen zum Stand der Pandemie hat das BAG auf einer speziellen Webseite zusammengestellt.

Was das Reisen betrifft, hat das BAG alle wichtigen Schutzmassnahmen, die der Reisende selbst treffen kann, hier zum Download aufgelistet. Generell raten weder das BAG noch die Weltgesundheitsorganisation WHO von Reisen in derzeit besonders betroffene Destinationen ab. Wie das BAG mitteilt, erlauben es zur Zeit die epidemiologischen Daten der WHO nicht, zuverlässig die Länder herauszupicken, die im Vergleich zur Schweiz ein erhöhtes Ansteckungsrisiko vermuten lassen. Daher gibt es weder von der WHO noch vom BAG den offiziellen Rat, bestimmte Reiseziele zu meiden.

Für Reisende hat diese Einschätzung Folgen: Wer seine Reise aus Angst vor dem H1N1-Virus absagt, wird auf den Annulierungskosten sitzen bleiben. Höchstens auf ein kulantes Entgegenkommen kann der stornowillige Reisende hoffen – und das auch nur bei USA- oder Mexikoreisen. Von „höherer Gewalt“ kann man im Fall der Schweinegrippe nämlich nicht reden, denn die Entwicklung der Schweinegrippe in Richtung Pandemie war vorhersehbar, selbst für Frühbucher. Ähnliches gilt für die Reiseversicherungen. Wer seinen Auslandsaufenthalt wegen einer Erkrankung verlängern muss, wird nur mit Glück eine „Kulanzzahlung“ erhalten.

Es bleibt also derzeit nur zu raten, die Berichterstattung in den Medien zu verfolgen und Folgendes zu beachten:

  • * Grosse Menschenansammlungen mit engem Kontakt möglichst meiden! Die meisten deutschen infizierten Spanien-Rückkehrer haben sich auf den Partymeilen infiziert, die zweite grosse Gruppe vermutlich im Flugzeug.
  • * Überall möglichst Abstand zu anderen Menschen halten, ganz besonders, wenn irgendwo stark gehustet wird.
  • * Keine Begrüssungen mit Umarmung und Küssen.
  • * Gesichtsmasken aus der Schweiz mitnehmen und wenn nötig benutzen.
  • * Häufig die Hände waschen.
  • * Und, auch wenn’s schwerfällt: Nicht mit den Fingern essen.

Tagged: Archive, ebookers News

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Ihre Email Adresse wird nicht veröffentlicht

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>
*