Erinnerst Du Dich an Pan Am? Nein, dabei handelt es sich nicht um eine Marke für Taschen, sondern um eine Konkurs gegangene US-Airline. Pan American World Airways war bis Anfang der 1990-er Jahre der Inbegriff des Fliegens. Mit der Deregulierung des weltweiten Flugverkehrs und dem Fall des eisernen Vorhangs etc. kam die Fluglinie nicht zurecht und verschwand vom Himmel.

Was hat Pan Am mit Kleidern zu tun? Letzthin sah ich – notabene auf einem Flug – die Folge einer relativ neuen TV-Serie namens „Pan Am“ und als ich im Innern der Kabine herumschaute, stach mir der grosse Unterschied zwischen heute und früher ins Auge, wie Passagiere sich kleiden. Der Ausdruck „Sonntagskleidung“ umreisst die Flugmode von damals wahrscheinlich am treffendsten. Mich erinnerte dies an eine Tante, die sich vor Jahren für ihren ersten Flug extra ein Kleid anfertigen liess. Bequem ist anders.


Pan Am Stewardessen 1960 in Saigon (Quelle: manhhai bei Flickr.com – CC BY 2.0 / Pan Am Historical Foundation)

Neben dem Essen habe ich auch einen kleinen Ankleidespleen. Und das kam so: bei meiner regelmässigen Impftour am Zentrum für Reisemedizin der Uni Zürich hingen bei der Kasse günstige Kompressionsstrümpfe. Wahrscheinlich würden diese Kniestrümpfe auch gegen Mückenstiche und damit als Prävention gegen zahlreiche Tropenkrankheiten helfen, doch werden sie als prophylaktisches Mittel gegen Reisethrombosen verkauft. Also griff ich zu und trage seither bei jedem Flug diese Strümpfe.

Im Netz finden sich überraschend wenig Tipps zur optimalen Bekleidung für Flugreisen. Nützlich ist es sicher, keinen Gurt zu tragen, weil dieser beim Röntgen in den meisten Fällen angibt. Noch nützlicher ist es, gar keine Kleidungsstücke inkl. Schmuck zu tragen, die irgendeinen Sensor auslösen könnten. Das würde bei vielen Passagieren und deren Mitreisenden schon mal zünftig Vorflugstress abbauen. Dasselbe gilt für die Fussbekleidung: bitte effizient für die Fortbewegung (d.h. keine Absätze), bitte einfach zum Aus- und wieder Anziehen und bitte ohne Metall oder anderes Bling Bling dran. Am bequemsten ist es im Flugzeug nämlich sowieso ohne Schuhe – wie im eigenen Bett.

Viele Menschen werden von Natur aus nicht gern bevormundet – ich inklusive. Drum habe ich versucht, einige Grundregeln in Form von „Fragen an sich selbst“ zu formulieren:
– Ist es für Dich bequem, wenn Dein Sitznachbar übel riecht – oder wie die Parfumabteilung eines Kaufhauses?
– Ist es für Dich angenehm, wenn Dein Sitznachbar halbnackt dasitzt – aber die Beschreibung „attraktiv“ nicht unbedingt zutrifft?
– Ist es für Dich bequem, wenn Du frierst – oder von Schweissausbrüchen heimgesucht wirst?

Die Quintessenz: reise möglichst geruchlos (denn Gerüche werden in der dünnen Kabinenluft intensiviert), zeige möglichst wenig nackte Haut und ziehe Dich praktisch an. Das Zauberwort dabei heisst „Zwiebel“, d.h. mehrere bequeme, dünne Kleiderschichten, die man je nach Kabinen- und Körpertemperatur an und ausziehen kann. Platz im Koffer spart man dabei ebenfalls.

Independent Traveler und Aerotelegraph geben auch eine Art Modetipps ab, doch was Mode angeht, sind die Geschmäcker verschieden und wir sind ja ein Reiseblog und nicht Vogue. Zudem widersprechen viele dieser Ankleidungstipps den Uniformen des Flugpersonals diametral. Doch das ist wieder ein anderes Thema.

Zum Abschluss noch der mit Abstand wichtigste Hinweis (hinterlassen auf Indepent Traveler): „Also – nylon jogging suits are very dangerous. In a fire, they melt like teflon and stick to your skin…“.

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