An welche Flüge erinnert man sich gut? Ans erste Mal? (Nein, so habe ich das nicht gemeint!) Oder hat man besonders gute Erinnerungen an einen Flug, bei dem man in die Business oder sogar in die First Class „upgegradet“ wurde? Wenn eine berühmte Person an Bord war? Erinnert man sich am klarsten immer an die gerade letzten Flugreise? Oder sind es womöglich brenzlige Situationen, die einem am besten hängenbleiben? Mit diesen lässt es sich jedenfalls am besten hausieren!

Mein Freund P.R. sagt, es gäbe Piloten, die bis zu ihrer Pensionierung keine einzige brenzlige Situation an Bord erlebt hätten – oder mindestens bei der Ausübung ihres Berufes. P.R. ist mein Mitstreiter im Country 100 Club und in der Zwischenzeit selbst Pilot – natürlich ein Riesenvorteil für ihn in unserem Ländersammelwettbewerb. Als wir noch zusammen zur Schule gingen, flogen wir einmal zusammen nach Paris und zurück. Dann auf dem Rückflug – gerade über Basel – kam plötzlich die Durchsage: Wegen plötzlichen Druckabfalls in der Kabine werden die Sauerstoffmasken runterfallen!

Noch heute spüre ich, wie mir damals das Blut in die Beine schoss. Schliesslich die Entwarnung durch den Piloten: falschen Knopf gedrückt!


An aufregende Flüge erinnert man sich meist auch Jahre später noch. Foto: Keystone; Gaetan Belly.

Als ich mit einem anderen Schulfreund nach dem Abschluss für drei Monate nach Guatemala reiste, um spanisch zu lernen, geschah das nächste Missgeschick: Wir reisten von Amsterdam via Mexiko nach Guatemala-Stadt. Hätte alles geklappt, wären wir an der fremden Destination schön am Nachmittag angekommen und hätten uns sicher ausgezeichnet zurechtgefunden. Doch kurz vor dem Abheben in Amsterdam – eine Vollbremsung. Startabbruch wegen eines Motorenproblems. Bis wir mit einer neuen Maschine weiterfliegen konnten, vergingen sieben Stunden. Am Kiosk versuchte ich eine Taxcard zu kaufen, um nach Hause berichten zu können. Es dauerte etwa eine halbe Stunde, bis ich herausgefunden hatte, dass die pseudoenglische „Taxcard“ nur in der Schweiz existierte und auf Englisch „telephone card“ hiess…

Aber Startabbrüche können auch ihre positiven Seiten haben. Als Swiss noch zwischen Osaka und Zürich verkehrte, wurde einmal eines Taifuns wegen der Start verschoben und dieser schliesslich wiederum mit einer Vollbremsung abgebrochen, weil der Luftdruck in einem Pneu nicht genügend hoch war (was bei der Landung zu Problemen hätte führen können). Das resultierte in einer Gratisnacht im Hilton und in einem Flug am nächsten Tag. Doch diese Strecke brachte mir noch mehr Glück: kurz darauf war ich in umgekehrter Richtung gebucht. In der Zwischenzeit war die Verbindung Zürich – Osaka jedoch aufgegeben worden, bloss: Es hatte mich keiner informiert. So stand ich mit meinem Gepäck am Schalter, erhielt eine Taxifahrt zurück nach Hause, eine Taxcard (Keine telephone card!) und 600 USD als Entschädigung – ein willkommener Zustupf für einen Studenten! Am nächsten Tag flog ich anstatt nach Osaka nach Tokyo, und die Meilen wurden aus welchem Grund auch immer doppelt gutgeschrieben. Ähnliches ist mir seither leider nie mehr passiert.

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