Heute ist Earth Day. Tag ein, Tag aus sorgen wir uns um unsere Umwelt, und das ist auch gut so. Daher die Frage: Kann man „grün“ reisen? Vorweg sei gleich gesagt: Meiner Meinung nach gibt es kein ökologisches Fliegen und auch keine wirklich grünen Urlaubstrips. Ökologischer Tourismus ist für mich reines Marketing. Er ist vielleicht besser, aber noch nicht gut. Wer nach Südfrankreich fährt, auf die Kanaren fliegt oder sich gar für einige Wochen in die Südsee verirrt, der ist auch für die Produktion von Abgasen verantwortlich. Ich stehe zu meiner Mittäterschaft und unterstütze jedes Vorhaben, das unseren ökologischen Fussabdruck verkleinert.

Dieses Thema wird hart diskutiert. Auch seitens der Reisebranche wir hierzu viel unternommen, da unsere Mobilität seit geraumer Zeit immer weiter fortschreitet.  Beispiele für diese Bemühungen aus der Luft wären da AirNewZealand und Virgin mit Bio-Fuel-Tests der zweiten Generation. Aber auch die Luftraumüberwachung, Flughäfen und Zulieferer versuchen, in einer gemeinsamen Initiative die Emissionen zu senken.

Was kann ich tun?
Anlässlich des Earth Day und für mein „grünes“ Gewissen habe ich einige Dienste getestet, die einen akuten Beitrag für die Umwelt leisten. Meine nächsten drei Trips sollen grün werden.
Mal sehen, ob ich herausfinde, wie mir das Web weiterhelfen kann. Ich habe folgende Dienste zu Rate gezogen:

RouteRANK – ist ein neuer Dienst aus der Schweiz, der den schnellsten, günstigsten oder umweltfreundlichsten Weg von A nach B errechnet (jedoch nur von A nach B). Super Konzept; es deckt alle Verkehrsmittel für Europa ab – vom Auto bis zum Flugzeug. Die Tickets können über den Anbieter direkt gebucht werden.

myclimate – die Stiftung dient dem guten Gewissen. Der Fluggast bezahlt für den berechneten Treibhausgas-Ausstoss einen bestimmten Geldbetrag, den myclimate in Klimaschutzprojekte investiert. Zudem bietet myclimate auch Emissionsrechner für Auto und Haus sowie Programme für Firmen an.

Hotelbuchungen: es gibt viele Websites, die Ökohotels anpreisen. Leider habe ich keine Suchmaschine gefunden, die eine Filterung zulässt. Kennt jemand welche? Aber eine vertrauenswürdige Aussage hierzu ist wahrscheinlich sowieso schwierig.

Trip 1: Zürich – Wien – Zürich

Planung: Direktflug (Lowcost-Airline), zwei Nächte in einer Pension
Umwelt:
Autsch! Plus 182kg CO2 mehr als der ökologische Weg per Bahn.
Budget: Dank früher Buchung spare ich am Ende 45 Euro.
Zeit: Auch wenn ich im Zoll hängen bleibe, spare ich wohl insgesamt gut acht Stunden.

Für meine Städtereise nach Wien wird mir von routeRANK der Weg im Zug vorgeschlagen. Da ich aber wegen der langen Reisezeit mein Wochenende verlängern müsste, bleibe ich beim Flugzeug. Für circa 25 Euro kann ich mein Gewissen auf myclimate erkaufen (suspekt finde ich übrigens die 7.25 Euro Beratungsgebühr). Wenigstens wird mein Ausstoss in einem Schwellenland investiert.

Fazit:
Ich bleibe bei meiner Entscheidung und fliege nach Wien. Dank myclimate kann ich aber was für die Umwelt tun.

Trip 2: Zürich – Locarno – Lugano – Zürich

Planung: Golfreise ins Tessin mit dem Auto, eine Nacht in einem Hotel.
Umwelt: Ich spare 110kg CO2, wenn ich mit dem Zug fahre.
Budget: Mit dem Zug ist die Reise knapp zehn Euro günstiger.
Zeit: Meine Reise dauert gut eine Stunde länger.

routeRANK macht es mir nicht einfach, diese Route zu berechnen. Dennoch klappt es. Wie ich es mir gedacht habe, ist der Zug der viel ökologischere Weg. Auf myclimate könnte ich zwar acht Euro für meinen Kleinwagen bezahlen, und mit dem Zug muss ich fünfmal umsteigen und meinen Golfbag zum Bahnhof schleppen. Kein Stau und Zeit im Zug sind aber bequeme Nebeneffekte. Die Reise sei auch zehn Euro günstiger mit dem Zug. Die Berechnung von routeRANK hierzu ist mir jedoch schleierhaft.

Fazit:
Ich ändere meine Meinung und werde im Zug reisen.

Trip 3: Zürich – Singapur – Zürich

Planung: Ein Direktflug, fünf Tage, Übernachtung bei Freunden
Umwelt: Nochmals autsch! 4,5 Tonnen CO2 verursache ich.
Budget: Die Emissionskompensation kostet 115 Euro.
Zeit: Der Direktflug ist wohl der schnellste Weg (andere Ideen?).

Leider ist der Weg soweit, dass wohl nur das Flugzeug in Frage kommt, ohne über mehrere Wochen unterwegs zu sein. Ich erschrecke auf myclimate, dass mein Flug wohl mehr CO2 ausstösst als ein Kleinwagen in einem Jahr. Das Zertifikat auf myclimate kostet ca. 115 Euro (nun ohne Bearbeitungsgebühr, danke!).

Fazit:
Soll ich mein grünes Gewissen erkaufen?

Nun, ich entscheide mich zu drastischeren Massnahmen. Meinen Trip nach Wien sage ich ab und spende das Geld lieber myclimate für Projekte als Kompensation zu meiner Reise nach Singapur. Es ist doch schliesslich heute Earth Day.

Und wenn ich schon dabei bin: An alle Pendler, überlegt Euch doch mal, Mobility oder ein anderes Car-Sharing-Unternehmen auszuprobieren. Auch zu Hause lässt sich CO2 sparen. Happy Earth Day!

Offenlegung: routeRANK ist ein Kunde der Blogwerk AG, die das ebookers-Reiseblog redaktionell betreibt.

Tagged: Archive, ebookers News

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