An unserem zweiten Tag (hier geht’s zum ersten) in Kathmandu warten noch einige Sehenswürdigkeiten auf uns. Was mich beeindruckt, ist die grosse Dichte an historischen Bauten einerseits, aber auch das Tempo, mit welchem Kathmandu sich wandelt. Einige Leute, mit denen wir sprechen, erzählen uns, dass momentan sehr viele Menschen aus allen Teilen des Landes nach Kathmandu ziehen. Die Stadt wächst extrem schnell. Es stimmt – überall wird gebaut, und die Strassen haben ihre Kapazitätsgrenzen bereits erreicht.

Es ist ein schweres Forwärtskommen in Kathmandu. Man verbringt viel Zeit im Auto. Doch es lohnt sich, wie die Bilder zeigen, sich die Zeit zu nehmen und alle berühmten Stätten anzuschauen. Unter anderem wäre da Durbar Square, der Platz der Malla und später der Shah Könige, sowie Patan City. Höhepunkt der Rundfahrt ist Swoyambhunath, der Affentempel. Hoch über der Stadt ragt eine grosse Tempelanlage, die von Affen und Hunden bewohnt ist. Es ist ein sehr mystischer Ort, zu dem früher gerne Hippies gepilgert sind. Sie waren es auch, die dem Tempel den Namen Affentempel gegeben haben. (Fotos zur Vergrösserung bitte anklicken!)

Auf der Rundfahrt gab es auch ein kurzes, unschönes Kapitel, woran sich wahrscheinlich vor allem die Touristen stören. Im Kumari Tempel haust eine „jungfräuliche Göttin“. Die Göttin ist ein Mädchen, das bis zur Pubertät von der Bevölkerung weggeschlossen wird. Man glaubt, sie sei die Verkörperung einer Göttin. Der Geschichte nach soll der König einmal beim Kartenspiel mit der Göttin diese lustvoll angeschaut haben. Da die Göttin seine Absichten direkt erkannte, zog sie sich zurück und meinte, sie werde ihm nur noch in der Gestalt eines jungfräulichen Mädchens erscheinen. Kommt das Mädchen in die Pubertät, wird nach der nächsten Verkörperung des Göttin gesucht. Angeblich stehe die Bevölkerung hinter diesem Brauch und das Mädchen sowie deren Familie werden finanziell grosszügig unterstützt.
Zu dieser grausamen Wegschliessung kommt noch etwas: Sobald das Mädchen in die Pubertät und damit zurück in die Zivilisation kommt, wird sie wahrscheinlich nie einen Mann finden. Schliesslich hat einmal den Geist einer Göttin in ihr gehaust.

Harter Tobak, finde ich. Ich hoffe, dass die Bevölkerung diesen Brauch irgendwann ablegen wird, vor allem vor dem Hintergrund, dass es heutzutage gar keinen König mehr gibt, der mit dem Mädchen Kartenspielen könnte.

Unser nächster Halt ist Chitwan im Südosten des Landes. Nach zwei Tagen Kathmandu geht es nun in den tropischen Teil von Nepal. Ja genau: tropisch! Lasst euch überraschen.

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