Into the Wild

(Foto: dcist.com)

„Wenn Du etwas wirklich willst, dann musst du hingehen und es packen!“ sagt Christopher McCandless (Emile Hirsch), der Held von „Into the Wild“. Solche Helden liebt Hollywood und zeigt sie gerne – Helden, die alles können, wenn sie es nur wirklich wollen. Auch Christopher McCandless tut, was er wirklich will. Er flüchtet vor einer zerrütteten Familie, vor dem Druck, eine glanzvolle Karriere machen zu müssen. Und vor einer Zivilisation, die er für vergiftet hält. Er wird Alex Supertramp. Er reist ohne Geld durch die USA und sucht Sinn, das Glück und die ultimative Herausforderung schliesslich in Alaska. Dort will er einen Sommer lang leben, allein, in der Wildnis. Doch McCandless ist kein siegreicher, sondern einen tragischer Held. Er unterschätzt die Natur, macht Fehler, stirbt einen qualvollen Hungertod.

Die Story beruht auf einer wahren Geschichte, die Jon Krakauer als Reportage aufgearbeitet hat. Regisseur Sean Penn hat aus der Story einen grossartigen Film gemacht, der auch verstört: Etwa, als McCandless entdeckt, dass das Flüsschen, über das er gekommen ist, zum reissenden Strom geworden ist und ihm den Rückweg abschneidet: In diesem Moment wird die Wildnis zur Falle, wird die Einsamkeit zur Isolation. Das rührt an Urängste. Überhaupt: Das Werk zeigt zwar McCandless‘ Naturbegeisterung, verfällt ihr aber selber nicht. Wer in diesem Werk berauschende Landschaftsbilder erwartet, wird deshalb nicht voll auf seine Rechnung kommen. Penns Kameramann zeigt die Natur schon ab und zu majestätisch und schön, meist aber karg und streng. Man vergisst nie: Sie tötet auch.

Das Werk bleibt der Idee gegenüber skeptisch, dass Sinn nur ausserhalb der Zivilisation zu finden ist. Denn die Zivilisation ist überall, das macht er immer wieder klar, und sie ist nicht nur schlecht: Auch die Verbundenheit mit anderen Menschen stiftet Sinn und macht glücklich.

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