Las Vegas, San Francisco, New York und viele andere Städte hat Paul Carr in den letzten drei Jahren besucht. Seine Wohnung in England hatte er aufgegeben. Seine Hab und Gut nahm er nicht mit. Nur mit einem Koffer machte er sich auf die Reise ohne wirkliches Ziel.

Nachdem er, wie er selbst Loaded.co.uk sagte, geschäftlich erfolglos war und irgendwann realisierte, dass sein angestrebter Traum gar nicht sein Ding ist. Er wollte nicht mehr Web-Unternehmer – oder besser Entrepreneur – sein. Er zog los und lebt seither ohne Briefkasten und ohne festes Zuhause. Auf Formularen lässt er die Adresszeile jeweils leer.

Carr ist kein Millionär. Doch trotzdem wohnt er, man glaubt es kaum, seit drei Jahren nur in Hotels. Gegen die 300 sollten es mittlerweile sein, wo er übernachtet hat. Er liebt es. Kein Putzen und kein Reparieren. Keine Hypothek und keine Stromrechnung. Die einzige Rechnung, die er begleicht, ist die Hotelrechnung vor dem Auschecken. Ansonsten erledigt er alles per Computer. Und Internet ist schliesslich auch in jedem Hotel vorhanden.

Je länger man die Geschichte auf Loaded.co.uk liest, desto mehr möchte man über Carr erfahren. Er scheint ein wunderbares Leben zu geniessen. Doch wie macht er das? Schliesslich hat er ja als Unternehmer keine Millionen verdient. Nun, zum Einen eilt ihm in einigen Hotels sein Ruf voraus: Er ist der Typ, der nur in Hotels lebt. Dank diesem Image haben die Hoteliers ihn gerne als Gast und geben ihm auch einen Spezialpreis. Doch das alleine kann nicht günstiger sein, als seine alte Wohnung in England. Wie verdient er sein Geld?

Carr ist ein unabhängiger Autor von TechCrunch„TechCrunch“, einem der einflussreichsten Technologie- und Entrepreneur-Blogs der Welt. Wenn „TechCrunch“ über eine neue App oder einen neuen Internetdienst berichtet, dann schiessen die Downloads auf iTunes und die Nutzerzahlen durch die Decke. Autor dieses Blog zu sein, ist definitiv perfekt für jemanden, der nur über das Internet zu erreichen ist.

Dank seiner Kenntnisse in der Unternehmerbranche geht Carr zu Anlässen und schreibt, interviewt, bloggt. Damit nicht genug: Carr hat auch bereits ein Buch des Titels „Bringing Nothing to the Party“ verfasst, und dieses verkauft sich angeblich gut. Er kommt also als Journalist gut über die Runden und kann es sich leisten, seinen Traum zu leben. Angeblich ist er als Kind von Hoteliers in Hotels aufgewachsen. Er fühlt sich wieder wie zuhause.

„TechCrunch“ hat gerade über seinen eigenen Schreiberling verlauten lassen, dass er nackt im Gang eines Hotels aufwachte. Er scheint nicht nur ein geliebter Journalist zu sein. Wie Michael Arrington, der Gründer des Blogs, schreibt, ist Carr das Enfant-Terrible im Team.
Der Artikel ist äusserst spassig geschrieben und enthüllt auch, wie Carr in den nächsten Jahren über die Runden kommt: Er veröffentlich sein Sammelsurium an Hotelanektoten. Darin beschreibt er auch, wie das ganze ausser Kontrolle geriet und er vom Hotel-Penthouse wieder auf dem Boden der Realität angekommen ist.

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