Da staunt der Leser: Das Reise- und Kulturmagazin MERIAN hat sein jüngst erschienenes Heft dem kleinsten Staat der Erde gewidmet. Dieser feiert sozusagen ein Comeback, denn bereits 1976 erschien eine Ausgabe über den Vatikan. Inzwischen hat sich viel getan im Zwergstaat. Ein neuer Papst ist an der Macht, und schon allein das ist Grund genug, den Vatikan erneut aufs Titelblatt zu bringen.

Die Ausgabe wirft einen ausgiebigen Blick hinter die Kulissen des Staates am Tiberufer und beantwortet Fragen, auf die man erst mal kommen muss: Wie gross ist die Privatwohnung des Papstes? Gibt es ein Tempolimit im Vatikan? Wer darf den Papst duzen? Werden im Vatikan Kinder gezeugt? Die MERIAN-Redakteure waren sich für keine Frage zu schade und sind auch mit der Vatikan-Prominenz ins Gespräch zu kommen.

So waren sie mit dem Privatsekretär des Papstes, Dr. Georg Gänswein – der auch gerne als George Clooney des Vatikans bezeichnet wird – unterwegs und liessen sich den Alltag des Papstes erklären. Leider kommt dieser ausgesprochen interessante Teil schon fast ein wenig zu kurz, da der Sekretär anscheinend nicht allzu viel Zeit für das Interview hatte. Die Porträts über die Menschen, die hinter der Bühne wirken, wie das über den Organisten des Papstes, einen Schweizergardisten sowie die Leiterin des Vatikanischen Filmarchivs sind da schon aussagekräftiger.

Den umfassendsten Teil des Heftes nehmen die Vatikanischen Museen mit der Sixtinischen Kapelle ein. Die von Michelangelo gemalten Deckenfresken zur Schöpfungsgeschichte werden ausführlich erklärt und Teile davon als Foto gezeigt. Man spart sich quasi den Menschentrubel und das Halsverrenken in der echten Sixtina.

Das Vatikan-Heft gibt auch Einblicke in für Touristen nicht zugängliche Bereiche wie die Dombauhütte des Petersdoms, in der sich ein zorniger Brief Michelangelos an seine Auftraggeber befindet, oder in die Sternwarte und den Päpstlichen Sommerpalast.

Professionell bebildert, wie bei MERIAN üblich, und schon fast spielerisch ist der Umgang mit dem Thema Papst. Wie in Modezeitschriften werden die Kleider und Accessoires von Benedikt XVI präsentiert: Der Papst trägt eine Sonnenbrille des Labels Serengeti-Bushnell, das Papamobil ist ein Mercedes und sogar einen iPod besitzt das Oberhaupt der katholischen Kirche. Ausserdem verrät das Heft, wo sich der Heilige Vater rumtreibt, wenn er nicht gerade zur Generalaudienz auf dem Petersplatz ist, etwa zu welchem Schneider er geht und in welchen Trattorien er zu speisen pflegt.
Als Extra gibt’s einen kleinen Taschenfaltplan von Rom und dem Vatikan.

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