Nach den schwierigsten, dankbarsten, mühsamsten und unterhaltsamsten im ersten Teil folgen nun hier die hinterhältigsten, einfachsten, kniffligsten und professionellsten Aufträge.

Am „hinterhältigsten“ sind Wünsche, die auf den ersten Blick sehr einfach aussehen: „kauf mir doch ein paar Hunderterbögen Papiertischsets!“ oder „In Japan gibt es so schöne Sichtmäppchen, bring mir doch einige davon mit. Die geben immer so gute Geschenke ab!“ Doch was zum Teufel heisst Papiertischset oder Sichtmäppchen auf Japanisch? Okay, bei den Sichtmäppchen kann man sich vorstellen, in Papeterien fündig zu werden. Doch wie findet man heraus, dass die schönsten Sichtmäppchen in Japan oft in Museumsshops verkauft werden? Da hilft nur der Zufall. Hmm, Papiertischsets sind aus Papier, weshalb auch da nicht in der Papeterie sein Glück versuchen? Gibts aber nicht. Auskunft gibts auch keine. Im Supermarkt Kinokuniya hab ich schliesslich welche gefunden: zehn Stück für zwanzig Franken. Dieser Preis wäre aber nicht im Sinne des Bestellers gewesen. Nach über einer Stunde Zeitaufwand schrieb ich diesen Auftrag schliesslich ab. Übrigens, wo würdest Du in der Schweiz Papiertischsetblöcke mit schönem Muster drauf suchen gehen?

iStock_000019052230XSmall

Am einfachsten auszuführen, weil der Aufwand gering, sind konkrete und illustrierte Bestellungen von Büchern und Zeitschriften. Aber auch Salzreisbrei, Medikamente gegen Mückenstiche , Erdbeermilchreiskuchen, Kosmetika, Getränke, um Hangover vorzubeugen (oder nachzubessern – auch Ukon genannt) und vieles mehr habe ich so schon besorgen können.

Am kniffligsten sind Wünsche nach bestimmten Dingen, von denen ich weiss, dass sie nicht alle glücklich werden dabei. So habe ich einen Freund, der immer Haarwasser von Kanebo mit dem schönen Namen Eroica bestellt. Seine Frau hasst jedoch dessen Geruch. In der Zwischenzeit hat der Besteller zu meiner Erleichterung umgesattelt auf Pocari Sweat Pulver.

Am professionellsten sind Bestellungen, die direkt ins Hotel oder noch besser an den Flughafen geliefert werden. Egal was. So habe ich schon ein zerlegtes Fahrrad, 20 Kilo Reis oder Schachteln voller Lebensmittel mit nach Hause genommen. Hilfreich bei einem solchen Vorhaben kann der Kurierservice von Kuroneko Yamato sein, der problemlos an all diese Orte liefert.

Eine Art von Auftrag wird auch ohne Bestellung ausgeführt – es handelt sich dabei ums Pflichgeschenk fürs Büro. Wer sich schon einmal gefragt hat, weshalb asiatische Touristen wie blöd x mal dasselbe Mitbringsel einkaufen oder sogar im Flugzeug aus Katalogen die Geschenke direkt nach Hause bestellen – das sogenannte Pflichtgeschenk ist der Grund. Die Billigversion besteht aus einer Schachtel gefüllt mit irgendeiner lokalen Spezialität aus einem Duty Free Shop nach der Passkontrolle. Doch in unserem Büro sind die Ansprüche gestiegen. Alle Arten von Baumkuchen stehen momentan hoch im Kurs.
Wie dem auch sei und wo auch immer, am Flughafen verprasse ich üblicherweise all mein übriges Bargeld und äufne so meinen privaten Geschenkevorrat daheim.

Tagged: Archive, ebookers News

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Ihre Email Adresse wird nicht veröffentlicht

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>
*