Vor meiner Vietnam-Tour habe ich mir von „Offbeat-Guides“ meinen eigenen Reiseführer zusammengestellt. Mit dem Versprechen, den Reiseführer in einem direkten Vergleich mit „Lonely Planet“ zu testen, hatten meine Freundin und ich beide Reiseführer dabei. Zu meiner Überraschung hatte sie sich vor Abreise sogar noch mehr mit den beiden Dokumenten auseinandergesetzt als ich.

Das Konzept von „Offbeat Guides“ finde ich bestechend. Anstatt ein dickes Buch mit mir herumzuschleppen, wird der Inhalt automatisch auf meine Reise angepasst, und zudem kann ich diesen auch noch von Hand kürzen. Der Inhalt passt sich auch an den Zeitraum meines Aufenthalts an. Dies macht meiner Meinung nach, wenn es funktioniert, den Inhalt bedeutend wertvoller als einen üblichen „Lonely Planet“.

Wie im ersten Blogpost erwähnt, befindet sich „Offbeat Guides“ allerdings noch im „beta“-Status, also im „Testmodus“. Dies macht sich beim Inhalt doch teilweise bemerkbar: Die Karten sind von Google Maps; sie zeigen leider fast keine Details an. Und die Restaurant-Vorschläge beschränken sich auf eine Floskel – etwa die, dass man in Ho Chi Minh City eine riesige Auswahl an Restaurants hätte. Das waren die grossen Minuspunkte. Ansonsten hat mich der „Offbeat Guide“ mit seiner Struktur überzeugt. Beispielsweise das Kapitel „Drinks“ teilt die Bars in zwei Kategorien auf: Erstens: Wo treffe ich Touristen? Zweitens: Wo treffe ich Einheimische? Ein amüsanter und doch sehr nützlicher Ansatz. Ausserdem habe ich mir beim Zusammenstellen des Reiseführers auch ein Wörterbuch beigefügt, das sehr nützlich war (auch wenn ich mich natürlich nur in den Klischeephrasen übte).

Was ich bei „Lonely Planet“ je länger je mehr vermisse, sind die detaillierten Beschreibungen zu einzelnen Sehenswürdigkeiten. Der Reiseführer ist zu einem umfassenden Katalog angewachsen, ohne die ursprünglichen Akzente des Unentdeckten hervorzuheben. „Offbeat Guide“ gab zu den von mir ausgewählten Sehenswürdigkeiten eine tiefere Einführung. „Lonely Planet“ blieb meist bei einer Kurzinfo, Öffnungszeiten und dem Wegbeschreib.

Die Qualität des Inhaltes von „Lonely Planet“ und „Offbeat Guides“ habe ich nicht im Detail überprüft. Es sind mir aber auch keine Widersprüche gegenüber unseren privaten Reiseleitern oder den Aufschriften vor Ort aufgefallen. Meine Kollegin, Brigitte Jäger-Dabek, hat hierzu einen Test in Olsztyn, einer ihr wohlbekannten Stadt in Polen, durchgeführt. Ihr ist hierbei aufgefallen, dass die Schwerpunkte für Kenner falsch gesetzt waren, wichtige historische Ereignisse gar ausgelassen worden sind, welche auch jährlich gefeiert werden und so für Touristen interessant sein könnten.

Da der „Lonely Planet“ sein Insider-Image für mich bereits schon eine Weile verloren hat, werde ich mich weiter nach neuen Inhalten umschauen. „Offbeat Guides“ ist ein Start-up. Gleich von null auf hundert weltweit Reisehilfe zu bieten, ist schwierig und wird kaum überall demselben Qualitätsanspruch genügen können. Das Tolle ist und bleibt für mich der On-demand-Bestellprozess und der dynamische Inhalt. Wer weiss: Nach unserem Feedback an „Offbeat Guides“ (per Email) wird der Inhalt sicherlich schnell angepasst. Mein Rat also: Weiter so, „Offbeat Guides“, ihr seid auf dem richtigen Weg!

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