Es gibt Menschen, die schwören auf einen einzigen Ferienort als gäbe es keine anderen auf der Welt. Meine Tante und mein Onkel fahren beispielsweise immer nach Madeira in ihr Lieblings-Vier-Sterne-Hotel. Meine Eltern haben in Tschechien ihre zweite Heimat gefunden und meine Schwiegereltern auf Mallorca. Dabei ist die Erde voll mit spannenden Plätzen, die entdeckt werden wollen. Warum in aller Welt sollte man also seine kostbaren, da knapp bemessenen Ferien jedes Jahr am selben Ort – oder viel schlimmer noch – im selben Hotel verbringen?

Pro:

1. Es verhält sich so ähnlich wie mit Leuten, die selbst im Urlaub immer nur bei MC Donalds essen: Da weiss man, was man hat!

2. Wer mindestens fünf Jahre in Folge auf Ibiza geurlaubt hat, wird zu einem wahren Experten für diese Insel und kann Freunden und Bekannten bei der Reiseplanung tatkräftig zur Seite stehen.

3. Man wird Zeuge des Wandels am Urlaubsort: Aha, auf Sylt ist der Strand schon wieder um drei Meter geschrumpft. Mein Gott, dieser Betonklotz stand aber im letzten Jahr noch nicht neben unserem Hotel.

4. Was ich nicht weiss, macht mich nicht heiss. Wer jedes Jahr an dasselbe Ferienziel reist, weiss zwar gar nicht, was er in anderen Ländern eventuell verpasst, aber er will es auch gar nicht wissen.

5. Der entscheidende Grund: Viele, viele Stunden Ferienplanung à la „Wohin fahren wir denn in diesem Jahr?“ fallen einfach weg.

Contra:

1. Die Welt ist gross: Immer am selben Ort sein, kann ich später noch auf dem Friedhof.

2. Den Horizont erweitern: Wer viel durch die Welt reist, kommt mit den verschiedensten Menschen und Meinungen in Kontakt.

3. Langeweile: Es ist doch viel schöner, wenn man von seinen Begegnungen mit den Einheimischen in Namibia, von der Bootsfahrt auf dem Titicacasee und von den Eigenarten des japanischen Fastfoods erzählen kann, als den Daheimgebliebenen zu berichten, dass das Buffet in diesem Jahr schlechter als im letzten gewesen ist.

4. Man hat wirklich rein gar nichts mehr zu erzählen: Das Thema Ferien wird von Freunden und Bekannten ganz schnell mit dem Satz beendet: Ach so, ihr seid in diesem Jahr wieder in Süditalien gewesen.

5. Wenn morgen die Welt unterginge, wäre man doch wirklich traurig, sie nicht ausgekostet zu haben. Aber okay, vielleicht spielt das dann auch keine Rolle mehr.

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