Von Berlin nach Antwerpen und Montreal, dann quer durch Nordamerika rüber nach Los Angeles, noch einen Abstecher nach Hawaii, durch ganz Südamerika bis in die Antarktis. So ungefähr lautet der Reiseplan von Michael Wigge. Und das ganze will der deutsche Autor und Journalist erreichen, ohne auch nur einen Cent auszugeben.
Ziemlich aussichtslos, dieses Unterfangen, könnte man meinen. Und doch hat es Wigge – glaubt man seinen Erzählungen – geschafft. Die Reisen verdient er sich mal als Schiffsjunge, mal kann er einen Flug von dem Geld bezahlen, das er sich als improvisierter Strassenkünstler verdient. Quer durch Ohio radelt er mit einem Velo, das ihm ein Mitglied der Amisch geschenkt hat. Das Fahrrad wiederum tauscht er gegen ein Busticket nach New Mexico ein.

Die Nächte verbringt der Mittdreissiger meist als Couch-Surfer bei den unterschiedlichsten Menschen, die ihm auch mal – ohne sein Wissen – Hasch-Kekse zum Abendessen servieren.

Dass Wigge sein Buchkonzept dabei hat, in dem er Sinn und Zweck seiner Reise erklärt, öffnet ihm natürlich einige Türen. Das Buch ist sehr unterhaltsam und schnell gelesen. Doch ob man es ihm nachmachen möchte? Ständig muss sich Wigge darum kümmern, wo seine nächste Mahlzeit herkommt und wo er die Nacht verbringt. Man kann sich auch fragen, wie es wohl die echten Obdachlosen in Albuquerque finden, wenn Wigge sich mit ihnen gemeinsam für eine Gratis-Mahlzeit anstellt.

Ziemlich deprimierend muss es zudem gewesen sein, als Wigge sich in Peru als Lastenträger einen fünftägigen Abstecher zum Machu Picchu verdient…und dann auf den letzten Metern nicht reingelassen wird, weil ihm die 43 Dollar Eintritt fehlen.

Die Reise ist übrigens auch in einer Serie auf Youtube dokumentiert. Hier Folge 1:

Wigge, Michael: Ohne Geld bis ans Ende der Welt, erschienen bei Kiepenheuer & Witsch; CHF 16.90.-

Tagged: Archive, ebookers News

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Ihre Email Adresse wird nicht veröffentlicht

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>
*