Auch wenn neue weltumspannende Ereignisse – also Wirtschaftskrise und Schweinegrippe – die globale Erwärmung aus den Medien schon längst verdrängt haben, scheint sich das Bewusstsein der Konsumenten für grünen Tourismus zu verstärken. Man schaut ein wenig mehr auf das Budget und zieht vielleicht nicht mehr die Seychellen sondern die italienische Küste wieder in Betracht. Aus der gedrückten Konsumentenstimmung wird, schön gemalt, das ökologische Reisen. Doch die düsteren Zeiten werden sich bald wieder lichten und — das haben frühere Krisen gezeigt — dann werden wir noch günstiger noch weiter reisen.

Ich lasse mal diese These einfach so stehen. Ob es nun wieder irgendwann aufwärts gehen wird oder nicht – es scheint mir wichtig, dass Standards für grünen Tourismus bereits jetzt gesetzt werden. Einem spannenden Artikel der „FAZ“ war zu entnehmen, dass die Unübersichtlichkeit zwischen den Standards der einzige Standard ist. Im  Artikel verweist der Autor zudem auf eine Studie der GfK Travelscope (PDF Handout zur Studie), welche gezeigt hat, dass ein Drittel der Haushalte in Deutschland soziales und ökologisches Engagement beim Reisen wichtig finden. Man würde sogar acht Prozent mehr für grünen Tourismus bezahlen!

Mit Standards und Labels ist es aber immer so eine Sache: Soll der Staat eingreifen? Soll die Industrie einen Gesamtstandard festsetzen? Steuert am Ende der Konsument in der Schweiz den Markt, oder ist der globale Reisemarkt zu unübersichtlich, als dass sich dieser selber steuern könnte?

Ich denke, gerade jetzt ist im Tourismusgeschäft die Chance da, den Konsumenten mit eigener Initiative zu überzeugen, wie das der „Focus“ mit einigen Beispielen aufzeigt. Welcher Standard sich am Ende durchsetzt, kann heute sowieso niemand sagen. Am besten wäre es, wenn die Airline, das Hotel oder der Reiseveranstalter gleich seinen eigenen Standard setzen könnte. Die Reisenden würden ihm mit einem langfristigen Vertrauen danken.

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