Ein Erwachsener kann drei Wochen ohne Nahrung auskommen, ohne Wasser jedoch keine drei Tage. Da wird ein unerwünschter Aufenthalt in der Wildnis bald ziemlich heikel.

Wenn oben schon kein Wasser reingeht, musst du darauf achten, dass der Körper möglichst wenig Flüssigkeit durch Schwitzen etc. verliert. Unbedingt folgendes beachten:

– unnötige Bewegung vermeiden
– Schatten aufsuchen
– wenig essen, da das Verdauen viel Flüssigkeit benötigt
– durch die Nase atmen, nicht durch den Mund
– nicht rauchen
– auf keinen Fall Alkohol, Urin oder Meerwasser trinken!

Wasser kann (fast) überall gefunden werden. Man muss nur die Zeichen deuten können, die auf eine Quelle hinweisen. Talwärts führende Wildwege enden häufig an einer Wasserstelle, ebenso sind weidende Tiere ein untrügliches Zeichen für ein nahes Reservoir. Alle Vogelarten (ausser Wasser- und Raubvögel) brauchen regelmässig Flüssigkeit und sind daher ein guter Wegweiser. Wenn sie tief und gerade fliegen, sind sie auf der Suche nach einer Quelle; fliegen sie von Baum zu Baum und machen häufige Pausen, kehren sie von einer Wasserstelle zurück. Ebenfalls ist eine Ameisenstrasse, die einen Baum hochklettert, ein guter Indikator. Es befindet sich sehr wahrscheinlich eine kleines Wasserreservoir im Gehölz. Auf Raubtiere und -vögel ist kein Verlass, da sie die notwendige Flüssigkeit aus ihrer Beute entnehmen. Wasservögel trinken wenig und sind daher auch keine Hilfe.

Um Wasser zu sammeln, tu folgendes:

– einen Plastiksack um einen dicht belaubten Ast wickeln. Das kondensierte Wasser sammelt sich im Sack.
– Schnee und/oder Wasser schmelzen (Achtung: Meereseis darf nicht getrunken werden, ausser du destillierst es! Wasser aufkochen und den Wasserdampf in ein extra Gefäss fliessen lassen.)
– Tieraugen bestehen zu einem grossen Prozentsatz aus Wasser und können daher ausgesaugt werden (na ja, vielleicht nur im schlimmsten Fall).
– In allen Fischen befindet sich eine trinkbare Flüssigkeit; bei grossen Fischen ist das Frischwasserreservoir entlang der Wirbelsäule angelegt.
– Wüstentiere verfügen ebenfalls häufig über ein Wasserreservoir im Körper.

Um solche unschönen Situationen zu vermeiden, solltest du immer über genügend Wasserreserven verfügen. Es muss ja nicht sein, dass dir ein reissender Fluss das Weiterkommen verunmöglicht. Es reicht, wenn dir das Benzin ausgeht und du „in the Middle of Nowhere“ stehst und alle zwei Tage ein Auto vorbeikommt. Und solche Strassen gibts zu Hauf!

Tipps übersetzt aus Hugh McManners „The Backpacker’s Handbook“, Dorling Kindersley, 1995

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Kommentare

  • Stefanie

    Im Survival Lexikon von Rüdiger Nehberg steht, dass man auch aus Urin Wasser gewinnen kann (durch Destillation). Würde ich allerdings wirklich nur in der allergrössten Not probieren …

    14. April 2008 at 21:43

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