„Mankell liest man nicht, man trinkt ihn – in einem einzigen Schluck, ohne abzusetzen, in blinder, weltvergessener Gier.“ Rezensionen zu den Romanen Henning Mankells lassen sich kurz und bündig zusammenfassen: komplex, atemberaubend, ergreifend.

Chronist der WindeEigentlich sieht sich der 1948 geborene, mehrfach preisgekrönte Schwede gar nicht als Autor. Schliesslich hat er mit 17 in Stockholm das Regiehandwerk erlernt und ist auch heute noch als Theaterregisseur tätig. Seit seiner Kindheit träumt er von Afrika. Mit 24 unternimmt er seine erste Reise auf den Schwarzen Kontinent, schreibt nach seinem zweijährigen Aufenthalt in Sambia Prosawerke und Romane zu den Themen Arbeiterbewegung, Klassenkampf und Imperialismus.

Obwohl sich die Geschichten inhaltlich sehr unterscheiden, ziehen sich bestimmte Themen wie ein roter Faden durch alle Romane: Mankell beleuchtet soziale sowie politische Ungerechtigkeiten und bringt seine harsche Kritik an den reichen Ländern offen zum Ausdruck. In einem Interview bemerkt er: „Ich schreibe in der Hoffnung, diese schreckliche Welt, in der wir leben, ein bisschen zu verändern. Das grösste Problem ist die Kluft zwischen Arm und Reich.“ Henning Mankell spricht nicht nur vom Traum einer besseren Welt, er hilft dabei, ihn zu verwirklichen. In Moçambique, wo er die Hälfte des Jahres lebt, engagiert er sich bei der Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ und leitet seit 1986 die professionelle Theatergruppe des Teatro Avenida in Maputo. In einem Land, wo der Analphabetismus durch die Armut weit verbreitet ist, sieht er das Theater auch als Mittel, den Menschen von dem zu erzählen, was in der Welt vorgeht. Und sagt von sich selber: „Afrika macht mich zu einem besseren Europäer (…).“ In Schweden gründete er seinen eigenen Verlag „Leopard förlag“, mit dem er schwedischen und afrikanischen Jungautoren eine Plattform bieten will.

Wer in Mankells Afrika eintauchen will, dem seien folgende Romane wärmstens empfohlen:

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Kommentare

  • Dusan

    Den Chronisten habe ich während einer Brasilienreise gelesen, und ich muss sagen, dass mich der Roman sofort gepackt hat. Im Grunde eine schreckliche Geschichte, und doch fühlt man, dass der Protagonist Nelio sein Leben über alles liebt – auch wenn er tatsächlich nichts zu verlieren hat.
    Eindrücklich und nur zu empfehlen!!!

    25. Mai 2008 at 12:38

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