Sehr abenteuerlich las sich eine Geschichte, die kürzlich in der SonntagsZeitung stand. Sie handelte vom „verücktesten Reiseclub der Welt“: Dem Travelers Century Club (TCC). In den Club wird aufgenommen, wer mindestens 100 Länder besucht hat. Ziel ist es, alle 317 Ziele der vereinseigenen Weltkarte „abzuhacken“. Geschafft haben das erst 14 Reiselustige.

Denn nicht nur Zeit und Geld sind Probleme, mit denen die Mitglieder des Clubs kämpfen: Nicht alle Destinationen sind einfach im Reisebüro buchbar oder mit legalen Mitteln erreichbar. Eine besondere Hürde stellt zum Beispiel Wake Island dar: Wake ist ein Atoll im nördlichen Pazifischen Ozean, zwischen Hawaii und den Nördlichen Marianen. Es gibt keine einheimische Bevölkerung und die 6,5 Quadratkilometer sind dem US-Militär unterstellt, das keine Touristen duldet. Ein Mitglied des Clubs erzählt, nur wenige hätten es geschafft, dorthin zu kommen. Einer habe zum Beispiel eine Notlandung auf dem Atoll gemacht – unter dem Vorwand, dass er keinen Sprit mehr hatte.

Das hört sich nach einer ziemlich abenteuerlustigen Bande an. Ich kann schon verstehen, dass da der Reise-Ehrgeiz in einem wach wird. Nur schade, dass bei so vielen Reisezielen gar keine Zeit bleibt, die Orte richtig kennen zu lernen. Denn um das jeweilige Land auf der Liste abzuhacken, reichen auch schon wenige Minuten vor Ort.

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Kommentare

  • Michael Turzynski

    Ich kenne den Club auch, habe aber mit der Definition der Länder so meine Probleme. Meine persönliche Erfahrung ist es eher nach unabhängigen Staaten zu gehen. Weil die Staatszugehörigkeit meines Erachtens die Geschicke und das Wohl der Menschen am stärksten beeinflußt. Man führe sich nur die beiden etwa gleich entfernten Städtepaare vor Augen:
    Nairobi – Magadischu
    Nairobi – Mombase

    Beim TCC zählen die USA z.B. dreifach, Hauptland, Alaska und Hawaii. Indonesien wird unterteilt, weil die Inseln weiter entfernt sind, Philippinen aber nicht, weil sie nicht so weit voneinander liegen.
    Aber jeder, wie er es möchte.
    Mein Ding ist diese Definition eher nicht. Der Club selbst ist auch eher elitär, wenn man sich die Website so anschaut. Eher nix für Rucksackreisende…

    29. Juni 2009 at 13:21

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