Wellness-Urlaub ist einer der Top-Reisetrends des Jahres 2009. Der Alltagshektik entfliehen, die Seele baumeln lassen, frische Kraft und Energie tanken – mit einem Wellness-Urlaub. Prinzipiell ist das nicht nur angesagt, sondern etwas wirklich Gutes. Aber Vorsicht! Nicht √ľberall, wo „Wellness“ draufsteht, ist auch Wellness drin, und hinter blumigen Katalogbeschreibungen verbirgt sich leider manchmal auch heisse Luft.

Wellness – die Seele baumeln lassen. Foto: Keystone; Steffen Schmidt

„Wellness“ wird heute allgemein als „ein Prozess ganzheitlichen Wohlbefindens im Kontext wissenschaftlich gesicherter gesundheitsf√∂rdernder Faktoren“ verstanden. Einfacher gesagt, versteht man unter Wellness die Verbindung von gesundem und genussvollen Leben, kurz: sich gut zu f√ľhlen, Spass am Leben zu haben. Genau diesem Ziel, die Gesundheit durch seelisches Wohlbefinden und einen gesunden Lebensstil zu f√∂rdern, dient ein Wellnessurlaub.

Der Begriff Wellness setzt sich aus den englischen W√∂rtern Wellbeing (Wohlbefinden) und Fitness zusammen und umfasst Dienstleistungen, Produkte, √úbungen f√ľr K√∂rper und Geist zu Stressabbau und Erholung sowie reichlich Genuss und Verw√∂hnprogramme. Vor allem im letztgenannten Bereich unterscheidet sich Wellnessurlaub vom reinen Gesundheitsurlaub, der auch k√∂rperliche Aktivit√§t oder auch eine √Ąnderung des Lebensstils, therapeutische Anwendungen und oft Verzicht fordert.

„Wellness“ als Begriff ist nicht gesch√ľtzt, es gibt keine verbindlichen Standards f√ľr Wellnessangebote. Es kann also jeder Hotelier sein Etablissement „Wellness-Hotel“ nennen. Was kann man also von einem Wellness-Hotel erwarten?
Ein einfacher kleiner Fitnessraum mit wackeligen Ger√§ten irgendwo im Keller reicht da sicher nicht. Man sollte schon auch Sauna, Dampfb√§der, Aromab√§der, Sport- und Fitnessangebote unter kundiger Anleitung und ein ganzheitliches Gesundheitsangebot mit entsprechender K√ľche sowie rundum gut geschultes Personal erwarten d√ľrfen. Bei vollmundigen Beschreibungen wie „Hotelresort & Spa“ oder „Spa-Hotel“ darf man ruhig auch mal misstrauisch sein. Generell sollte man sich die Hotelbeschreibungen genau anschauen: Ist die Lage ruhig und viel Natur versprechend? Gibt es rauchfreie Zimmer und rauchfreie Hotelzonen? Ber√ľcksichtigt die K√ľche gesundheitliche Belange, werden beispielsweise vegetarische Gerichte angeboten? Gibt es eine Badelandschaft, Fitnessr√§ume, K√∂rperpflegeangebote? Wie sieht es mit der fachlichen Qualifikation der Mitarbeiter und der Wellness-Trainer aus? Es lohnt sich, die wichtigsten Wellnessbegriffe zu kennen, um so zu wissen, was man von einem Wellness-Angebot erwarten kann:

Spa
Der Name stammt vom belgischen Heilbad Spa, das britische Touristen schon fr√ľh gern besuchten. Der Begriff Spa verbreitete sich bald und wurde zur g√§ngigen Bezeichnung f√ľr jede Art von Mineralquelle. Ab den 1960er Jahren umfasste die Bedeutung auch die Wellness-Badebereiche von Hotels. Dazu geh√∂ren ein Angebot von Fitness- und Ern√§hrungsprogrammen, K√∂rper- und Gesichtsbehandlungen sowie Regenerationsprogramme. Ferner muss ein „Spa-Hotel“ eine Sauna- und B√§derlandschaft mit Saunen, Dampfb√§dern, Hallen und Freiluftpools und Whirpools, dazu einen Fitnessbereich f√ľr Cardio- und Krafttraining sowie Bereiche f√ľr Anwendungen wie Wannenb√§der, Gesichts- und K√∂rperpflege, Massagen und Ruhezonen anbieten.

Therme
In Mitteleuropa versteht man darunter ein √∂ffentliches Bad mit Saunalandschaft, Thermalb√§dern, Badelandschaften sowie Anwendungen aus K√∂rper- und Gesichtspflege. In den s√ľdlichen Urlaubsl√§ndern bedeutet es meist nur, dass ein Hotel verschiedene medizinische Anwendungen und Behandlungen anbietet.

Hamam
T√ľrkische Dampfb√§der werden „Hamam“ genannt. Hier werden Muskelverspannungen gel√∂st und die Durchblutung angeregt. Sie bestehen aus 50 Grad warmen Heissluftr√§umen, 40 Grad heissen Warmluftr√§umen, dazu Kalt- und Ruher√§umen.

Thalasso
Die Thalasso-Therapie steht f√ľr eine Heilung durch die Kraft des Meeres. Das geschieht mittels Meerwasserb√§dern, Schlammb√§dern, Algenb√§dern und Anwendungen im Meeresklima. Besonders bei Rheumaerkrankungen, stressbedingten Leiden sowie Herz- und Kreislaufproblemen ist diese Therapieform hilfreich. Dazu m√ľssen diese Kriterien erf√ľllt sein: Das Hotel darf maximal 300 Meter vom Meer entfernt sein, muss mit frischem Meerwasser arbeiten und mindestens ein Meerwasser-Schwimmbecken besitzen und ein Profi-Team mit einem Arzt sowie gepr√ľften Masseuren und Trainern haben.

Ayurveda
Ayurveda ist ein uraltes Heilverfahren aus Indien, das das Gleichgewicht der Lebensstr√∂me und K√∂rperfunktionen wieder herstellen soll, um K√∂rper, Geist und Seele wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Das geschieht ganzheitlich durch Heilkr√§utereinsatz und besondere durch bestimmte Ern√§hrungsweisen, Atemtechniken und Bewegungs√ľbungen sowie Massagen und B√§der.

Body-Wrapping
Hier wird der Körper mit Schlamm- Algen- oder Fango-Packungen (Mineralschlamm vulkanischen Ursprungs) versehen. Dann wird der Körper mit einer Spezialfolie eingewickelt und erhält eine Ruhephase von etwa einer Stunde. Das wirkt entschlackend und durchblutungsfördernd. Dadurch werden Gewebefestigkeit und Lymphzirkulation verbessert.

Hot-Stone-Massage
Im Wasserbad auf 80 Grad aufgeheizte Steine werden mit Massage√∂l eingerieben und auf die Energiepunkte des K√∂rpers gelegt. Der √ľbrige K√∂rper wird mit warmem Mandel√∂l massiert. Dann werden die Steine sanft massierend entfernt. Die W√§rme dringt tief in den K√∂rper ein, entspannt die Muskulatur und f√∂rdert die Durchblutung.

Zum Schluss noch eine eigentlich uralte, aber leider immer noch verwendete Katalogfalle unseri√∂ser Anbieter: „beheizbares Schwimmbad“ bedeutet nicht, dass dieses Schwimmbad auch tats√§chlich beheizt wird.

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Kommentare

  • Beni

    Ich pers√∂nlich kann Ayurveda als absolut wirksame Entspannungs- und Entschlackungsmethode empfehlen. Ich g√∂nne mir regelm√§ssig Ayurvedabehandlungen und f√ľhle mich danach etwa so erholt wie nach 1 Woche Ferien!

    25. Juni 2010 at 09:48

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