Trinkgeld geben oder nicht? Diese Frage stellt sich in fremden Ländern schnell. Denn während beispielsweise in Griechenland das Trinkgeld wegen des minimalen Lohns der Angestellten einfach dazugehört, ist dieser Brauch in Japan und China gänzlich unbekannt und sorgt nur für Verwirrung. Carolin Lüdemann, Knigge-Expertin aus Stuttgart, nennt eine einfache Faustregel: „Je weiter nördlich Sie reisen, desto weniger wird erwartet. Je weiter südlich, umso stärker ist die Trinkgeldkultur ausgeprägt.“ In einem Artikel auf „Coach Academy“ hat sie das Thema ausführlich behandelt.

Hier die wichtigsten Punkte:

  • * In Italien bezahlt man im Restaurant automatisch „coperto“, was so viel wie „Gedeck“ bedeutet. Über zusätzliches Trinkgeld freut man sich; wird aber nicht zwingend erwartet. Dieses wird unauffällig beim Gehen auf dem Tisch liegen gelassen. Die Höhe liegt bei höchstens zehn Prozent. In Bars gibt es für den freiwilligen „Tip“ kleine Sparschweine oder Extra-Teller.
  • * In Spanien lässt man sich das Wechselgeld erst einmal herausgeben und das Trinkgeld anschließend auf dem Tisch liegen. Fünf bis zehn Prozent sind dabei angemessen. Keinesfalls sollte man sich seines Kleingelds entledigen. Das kränkt den Südeuropäer ungewollt.
  • * In Frankreich ist Trinkgeld üblich und wird ebenfalls auf dem Tisch liegen gelassen. Keinesfalls drückt man dem Franzosen den Obolus extra in die Hand.
  • * In Griechenland muss man wissen, dass der gesetzliche Mindestlohn pro Tag 25 Euro beträgt. Dieses bescheidene Einkommen kann der Urlauber leicht durch Trinkgeld aufstocken. Allerdings sollte man nicht gönnerhaft auftreten und mit dem Geld nur so um sich werfen. Etwa zehn Prozent des Rechnungsbetrags sind jedoch das Mindeste.
  • * In Skandinavien und den Benelux-Ländern ist die Trinkgeldkultur gering ausgeprägt. In Restaurants, Taxis und Hotels, sofern man nur wenige Nächte dort absteigt, wird kein Trinkgeld erwartet. Welches zu geben, ist jedoch kein Fauxpas.

Foto: Keystone; Martin Ruetschi

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