Wie oft habt ihr eigentlich schon das Flugzeug verpasst? Und was waren die Konsequenzen?
Ich habe schon unzählige Flüge verpasst, oftmals Anschlussflüge bei Reisen in den USA. Kein Problem, weil die nächste Maschine einen innert nützlicher Frist an die gewünschte Destination transportiert. Oftmals sogar mit dem Vorteil, dass die Meilen doppelt gutgeschrieben werden, einmal für den verpassten Flug und einmal für den Ersatz.

Im August führten jedoch ein Mix aus Unvermögen und Pech zu einer neuen Situation für mich: Ich und mein Cousin wollten von Nizza zurück nach Zürich fliegen, hatten in Monaco bis zum Abflug kurz vor 15 Uhr jedoch noch gut drei Stunden Zeit. Das Unvermögen bestand in einem spontanen Ausflug nach Ventimiglia. Das Pech setzte sich zusammen aus einer Verknüpfung von unglücklichen Umständen, nämlich der Verspätung des Zuges von Ventimiglia zurück nach Nizza, dem Taximangel am Bahnhof von Nizza, schliesslich der Langsamkeit des Express-Flughafenbusses (anstelle des Taxis) sowie der Pünktlichkeit des Abfluges.

Die Bescherung: Flug verpasst – und das am letzten Sommerferientag! Nächster garantierter Sitz auf einem Flug nach Zürich: drei Tage später. Andere Flüge in die Schweiz: zu teuer.

Die Lösung: Rückreise mit dem Zug. Doch das Unglück blieb haften. Auf der SBB-Fahrplanseite gaben wir „Nizza – Zürich“ ein, in der Hoffnung, so die frühestmögliche Ankunftszeit in Zürich zu erfahren.

Das Resultat: Abfahrt am nächsten Morgen via Lyon und Ankunft in Zürich kurz nach 18 Uhr. Konnte das sein? Die Nachfrage am Schalter in Nizza führte zum selben Ergebnis. So nah und doch so weit! Bis mein Cousin die leuchtende Idee hatte, nach Mailand zu fahren und von dort nach Zürich.

Die Konsequenz: die letzte Verbindung nach Zürich am Sonntagabend wurde zwar relativ knapp verpasst, dafür war man nach einer Nacht in Mailand bereits vor 11 Uhr wieder daheim.

Die Nachfrage bei den SBB ergab, dass der Online-Fahrplan in der Regel die schnellsten Verbindungen anzeige. Damit auch langsamere Verbindungen oder Verbindungen über bestimmte Vias angezeigt werden, könne man die „erweiterten Funktionen“ des Fahrplans nutzen. Ebenso sei standardmässig vorgegeben, dass Verbindungen mit einer Wartezeit von mehr als zwei Stunden nicht angezeigt werden. Nun ja, egal ob früheste Ankunftszeit oder schnellste Verbindung, die SBB-Auskunft hinkt. Selbst bei Abfahrt in Nizza am nächsten Morgen wäre der Weg via Mailand schneller gewesen.

Mehr Glück hatte kürzlich der Vater meines Patenkindes. Ich hatte ihm mit Meilen einen Flug nach Wien gebucht. Das Ganze geschah sehr kurzfristig, weshalb es nur noch freie Business-Class-Sitze hatte. Bei kurzfristigen Buchungen „kosten“ diese jedoch nicht mehr Meilen als ein im Voraus gebuchter Economy-Sitz. Mein Freund flog also umsonst nach Wien und zurück, doch auf der Rückreise geschah Folgendes: Da er sich sehr knapp vor Abflug beim Check-In-Schalter einfand, war sein Sitz bereits vergeben! Was nun? Er durfte im selben Flugzeug auf einem Economy-Platz zurückfliegen, erhielt jedoch als „Abfindung“ einen Gutschein im Wert von 200 Euro!

Die Moral von der Geschicht‘?
Manchmal lohnt es sich,
zu spät zu sein –
und manchmal nicht 😉

Tagged: Archive, ebookers News

Kommentare

  • ernie

    Was es am Ende der Sommerferien noch nicht zu haben gegeben scheint, aber jetzt schon: einen Nachtzug Nice-Mulhouse um 20 Uhr, das ist am schnellsten, Zürich an 09:00…

    22. Oktober 2009 at 11:03
  • sächsländertrip

    in der tat, den hat es wirklich noch nicht gegeben – ist wohl neu im programm wegen der hohen nachfrage 😉

    thanks udo, toller bericht, kann mich richtig in die lage hineinversetzen.

    31. Oktober 2009 at 15:53

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