Das Eidgenössische Departement für Auswärtige Angelegenheiten (EDA) hat am 17. Februar 2011 die allgemeine Reisewarnung aufgehoben, die für ganz Ägypten gültig war. Nicht nur in der Schweiz, auch in den Nachbarländern Deutschland und Österreich beurteilen die Auswärtigen Ämter die Lage in Ägypten sehr ähnlich und haben ihre landesweiten Reisewarnungen zurückgenommen.

Durch die neue Einschätzung des EDA nehmen die Schweizer Reiseveranstalter zunächst ihre Flüge in die Badeorte Ägyptens in diesen Tagen wieder auf. Hurghada, Marsa Alam, aber auch Scharm El Scheich sind damit wieder im Angebot der grossen Schweizer Reiseveranstalter etwa über ebookers.ch buchbar.

Trotz der Beruhigung der Lage rät das EDA Reisenden, stets bestmöglich informiert zu bleiben und von nicht unbedingt notwendigen Individualreisen nach Ägypten – vor allem in Regionen jenseits der Badeorte – abzusehen. Gruppenreisen in die Touristenzentren Oberägyptens wie ins Tal der Könige, nach Luxor und Assuan sowie Nilkreuzfahrten gelten als ungefährlich.

Dennoch kann niemand derzeit die künftige Entwicklung hundertprozentig absehen. Rekapitulieren wir kurz das Geschehen. Gegen Ende Januar kam es in den grossen Städten Ägyptens, vor allem aber im Grossraum Kairo zu Demonstrationen, die das Regime Mubarak aufzulösen versuchte. Dabei kam es zu Ausschreitungen gegen die Demonstranten und auch gegen Ausländer. Bei den Zusammenstössen zwischen Regimegegnern einerseits sowie Regimebefürwortern und Sicherheitskräften andererseits gab es zahlreiche Tote und Verletzte.

Am 11. Februar schliesslich trat Präsident Mubarak zurück und verzog sich in sein Anwesen in Scharn El Scheich. An diesem Tag übernahm de facto die ägyptische Armee, die Mubarak die Unterstützung entzogen hatte, die Macht in Ägypten und hat zugesagt, das Land zu reformieren und in die Demokratie zu führen.


Wie reibungslos dieser Prozess ablaufen wird, kann niemand voraussagen – so ruhig die Lage derzeit auch ist. In jedem Fall sollte man als Reisender grosse Menschenansammlungen und Demonstrationen genau wie Moscheen meiden. Demonstrationen in dieser Umbruchphase können sehr schnell eskalieren. Vorsicht ist da generell besser als Nachsicht, auch wenn es gerade noch so spannend ist. Ganz besonders gilt das für das Zentrum Kairos, den berühmten Midan Al Tahrir, an dem sich auch das Ägyptische Nationalmuseum befindet.

Unbedingt sollte man sich als Reisender an nächtlichen Ausgangssperren halten (Diese gibt es in den Badeorten aber nicht!). Derzeit gelten sie in allen Grossstädten von 24 bis 6 Uhr, doch das kann sich sehr schnell ändern, und Reisende sollten grundsätzlich täglich nachfragen, bevor sie abends in Kairo oder Alexandria das Hotel verlassen.

Womit man auch derzeit noch rechnen muss, sind Streiks, die spontan und lokal beginnen können, oder auch landesweit halb Ägypten lahmlegen können. Es kann auch immer wieder passieren, dass nicht nur die Läden, sondern auch die Banken geschlossen haben und die Bankautomaten mit Abhebungslimits belegt sind.

Wer diese Hinweise beachtet, wird einen entspannten Ägyptenurlaub geniessen können und vielleicht sogar etwas von der Aufbruchstimmung im Land miterleben können.

Und wer sich nun zu einer Ägypten-Reise entschliesst, der kann dieses Buch gleich in den Koffer packen. Brigitte Jäger-Dabek, Autorin in diesem Blog und Verfasserin dieses Texts, hat einen „Fettnäpfchenführer“ für das Land der Pharaonen geschrieben. Es erscheint in den kommenden Tagen im Conbook-Verlag.

Foto: Keystone; Khalil Hamra.

Tagged: Ägypten, Archive

Kommentare

  • Dana Beach

    Momentan ist es wirklich nicht leicht eine Entscheidung zu treffen ob man nun Urlaub in Ägypten machen sollte oder nicht. Die Nachrichten berichten sehr viel von Protesten und Militärherrschaft. Ich denke für meinen Teil jedoch, dass es in den Tourismusgebieten wie Hurghada / Safaga nichts passiert. Ägypten lebt zu einem nicht geringen Teil von Touristen. Deshalb hoffe ich das alles dafür getan wird das die Anzahl der Feriengäste nicht zurück geht.

    Danke für die Info in Eurem Artikel!

    22. Juni 2012 at 13:33

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