Luxor ist das oberägyptische Zentrum an Nil und kulturhistorisch eines der bedeutendsten Reiseziele in Ägypten mit einem grossen Reichtum an kulturellen Stätten aus der Pharaonenzeit. Am Platz des heutigen Luxor befand sich einst das altägyptische Wasel, das von den Griechen den auch uns bekannten Namen „Theben“ erhielt. Ungefähr 2000 Jahre vor Christus wurde Theben Hauptstadt des Ägyptischen Reichs und wuchs rasch auch zum religiösen Zentrum heran. Die Stadt wurde aus Lehmziegeln erbaut, daher gibt es heute keine Spuren der Profanbauten mehr. Die Tempelanlagen aber wurden aus Stein errichtet und überdauerten die Jahrtausende.


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Die Stadt ist durch den Nil in einen Teil am Ostufer und einen am Westufer geteilt. Das Stadtzentrum des heutigen Luxor – auch der Basar – liegt auf der Ostseite, genau wie die imposanten Tempelanlagen von Luxor und Karnak. Am Ostufer machen auch die Nilkreuzfahrtschiffe fest. Hier standen einst auch die Wohnhäuser der Stadtbewohner und die Gemächer Pharaos sowie weitere Paläste. Ganz den Toten hingegen, gehörte der Westteil Thebens, im Tal der Könige fanden die Pharaonen ihre letzte Ruhe.

Hier eine Übersicht über die Hauptsehenswürdigkeiten von Luxor/Theben:

  • Der Luxor-Tempel

    Der dem widderköpfigen, menschengestaltigen Weltenschöpfer Amun geweihte Luxor-Tempel steht am Ostufer des Nils und war mit dem Karnak-Tempel durch eine drei Kilometer lange, teilweise noch erhaltene Allee widderköpfiger Sphingen verbunden. Jährlich fand hier eine grosse Prozession statt, wenn während des Opet-Festes die Amun-Statue von Karnak zum Luxor-Tempel geleitet wurde.

    Der einstmals 195 Meter lange Luxor-Tempel wurde ab 1400 v.Chr. von Amenophis II. und Ramses II.erbaut und bis in die griechisch-römische Zeit hinein immer wieder verändert. Man betrat den Tempel durch Pylone, also ein ummauertes Tor, wobei die Mauern meist abgeschrägt waren. Zwei riesige Sitzstatuen von Ramses II. sowie ein Obelisk flankieren den Tempeleingang. Den zweiten Obelisken gibt es auch noch, nur steht er heute auf der Pariser Place de la Concorde. Über und über verziert sind die Wände und Säulen mit Götterbildern. Der Luxor-Tempel war einst so übervoll mit Statuen, dass man immer wieder aussortieren musste und die aussortierten Statuen in den Tempelhöfen vergrub.

  • Der Karnak-Tempel
    Der Tempel von Karnak ist Ägyptens grösste Tempelanlage und eher ein Tempelkomplex als ein einzelner Tempel.


    Foto: Wikimedia Commons; Dudubot.

    Die Anlage liegt etwas nördlich von Luxor in Karnak direkt am östliche Nilufer. Erbaut wurde die Tempelanlage zu Ehren der Götter-Familien Amun, Mut und Chons sowie Month, den falkenköpfigen Hauptgott von Theben. Die Anfänge des Amun-Kults sind in dieser Anlage zu finden. Die ältesten in Karnak noch sichtbaren Tempelteile stammen aus der 12. Dynastie des Mittleren Reiches aus der Zeit von Sesostris I. Rund 2000 Jahre wurde hier gebaut, und die grössten der Pharaonen haben hier ihre baulichen Spuren hinterlassen.

    Die gesamte Tempelanlage besteht aus drei von dicken Mauern umgebenen Bezirken, dem Amun-Bezirk, dem Month-Bezirk und dem Mut-Bezirk. Daneben gibt es noch weitere kleinere Tempel.

    Herz- und Prunkstück der Anlage ist der Tempel des Amun-Re mit einer Gesamtfläche von 30 Hektar. Die Säulenhalle des Amun-Tempels im Amun-Bezirk, die von Hamremhab begonnen wurden und später  von Sethos I. und Ramses II. vollendet wurde, stellt in Karnak alles in den Schatten: Auf 103 Metern Länge und 53 Metern Breite stützten einst 134 Säulen ein hölzernes Dach. Die Säulen im Mittelschiff der Halle waren 22,5 Meter hoch. Und immer weiter geht es, zehn Pylone gab es, der grösste war 113 Meter breit, 45 Meter hoch und 15 Meter dick.

  • Der Terrassentempel der Hatschepsut

    Die dreistöckige Terrassenanlage ist an einer steilen Felswand des Wüstengebirges als Totentempel für die Königin Hatschepsut errichtet worden, die nach neueren Forschungen eines natürlichen Todes starb. Von den wenigen Herrscherinnen Ägyptens war sie die wohl bedeutendste Frauengestalt. Hatschepsut heiratete nach dem Tod ihres Vaters  Thutmosis I. ihren Halbbruder Thutmosis, der nach dem als Thutmosis II. den Thron bestieg und war dadurch „Grosse Königsgemahlin“. Nach dem Tod ihres Gemahls, kam dessen sechs Jahre alter Sohn Thutmosis III. aus einer anderen Verbindung auf den Thron, und Hatschapsut wurde Regentin. Nach wenigen Jahren setzte sie sich selbst als Herrscherin ein.

    Der Kalkstein-Tempel aus der 18. Dynastie steht in Deir el-Bahari am Westufer des Nils und besticht durch seinen grossartigen Erhaltungszustand sowie die eigenwillige Architektur mit den offene Pfeilerhallen auf jeder Terrasse. Die Höfe sind als Terrassen ausgestaltet, die wiederum durch Rampen miteinander verbunden sind.

  • Das Tal der Könige

    Das Tal der Könige, die letzte Ruhestätte vieler ägyptischer Pharaonen, liegt am Westufer des Nils am Wüstenrand und ist geschützt von den steilen Berghängen des Felsgebirges el-Qurn.

    Thutmosis I. (1530-1520 v. Chr.) begründete diese Form der Bestattung, um Grabplünderungen zu verhindern, was jedoch nicht gelang, denn fast alle Grabstätten wurden bereits im Altertum geplündert. Im Tal der Könige liessen sich bis zu Ramses XI. (1100-1085 v. Chr.) fast alle Herrscher des Neuen Reiches begraben

    Das gesamte Tal bildet eine einzige Nekropole mit 64 bisher entdeckten Gräbern. Das bekannteste ist das 1922 von Howard Carter entdeckte Grab des jugendlichen Herrschers Tut-anch-Amun mit dem legendären Goldschatz. Besonders sehenswert sind auch die Gräber von Ramses  I., Ramses III., Ramses IX. und Sethos I..

    Etwas südlich vom Tal der Könige liegt das wenigere spektakuläre Tal der Königinnen. Dort wurden neben den Gemahlinnen der Herrscher auch deren Kinder beerdigt. Schönstes und grösstes Grab ist das von Nefertari, der Lieblingsfrau von Ramses II.

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