Weihnachtsinseln? Noch so ein Werbegag zur Weihnachtszeit? Wachsen dort die Weihnachtsbäume, oder verbringt da der Weihnachtsmann das Fest mit seinem Rentier?
Nein! Es gibt sie wirklich, die Weihnachtsinsel, und das sogar gleich zweimal. Die eine Weihnachtsinsel liegt im Indischen Ozean rund 2600 Kilometer nordwestlich von Perth, sie gehört zu Australien. Die zweite liegt 5.000 Kilometer entfernt im Pazifik im Inselstaat Kiribati und heisst heute Kiritimati.

Ihren Namen Weihnachtsinsel verdanken beide Inseln dem Entdeckungszeitpunkt. Beide Inseln wurden im Zeitalter der grossen britischen Seefahrer entdeckt, die die Begründung des britischen Weltreichs ermöglichten.

Die Weihnachtsinsel im Indischen Ozean


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Es war der 25. Dezember 1643, als die Crew des britischen Kapitäns William Mynors mit seiner „Royal Mary“ plötzlich Land sichtete. Es handelte sich um eine bis dahin unentdeckte Insel mit schroffen Küsten, die Mynors als „Weihnachtsinsel“ ins Logbuch eintrug. Er betrat die 135 Quadratkilometer grosse Vulkaninsel jedoch nicht.

Das tat 145 Jahre später der britische Freibeuter William Dampier, der von Mexiko aus mit seiner Cygnet unterwegs nach Guam und zu den Philippinen war. Vom Südchinesischen Meer segelte er zum Golf von Siam und weiter in Richtung Australien, das damals Neuholland hiess.
Im Zuge dieser Reise erforschte Dampier 1688 die damals unbewohnte Weihnachtsinsel. Erst als Grossbritannien die Insel 1888 annektierte, wurde sie wegen des Abbaus der inzwischen entdeckten Phosphatvorkommen von Arbeitern aus Singapur, Malaysia und China besiedelt. Seit 1958 gehört Christmas Island zu Australien.

Heute ist das Eiland ein Reiseziel für exotische Ferien. Zu erreichen ist Flying Fish Cove, die Hauptstadt der Weihnachtsinsel, von Südostasien aus über die Cocos-Islands oder vom australischen Perth aus. Zwei Drittel der Insel stehen wegen der reichen und oft einzigartigen Flora und Fauna unter Naturschutz.

Zu Beginn der Regenzeit im November wird die Insel urplötzlich rot. Dann wandern Millionen von feuerroten Krabben aus dem artenreichen Dschungel im Inselinneren Richtung Meer, um dort ihre Eier abzulegen. Mit Feuereifer bauen die Inselbewohner allerlei trickreiche Hilfen für die Tiere, wie Tunnelröhren unter den Strassen und Brückenrampen, damit den Krabben nichts geschieht.

Die Insel und die Abenteuer Dampiers dienten dem Schriftsteller Daniel Defoe als Inspiration zu seinem Roman „Robinson Crusoe“. Noch heute sind Robinsonfeeling und das Freibeuter-Gefühl auf der Weihnachtsinsel lebendig.

Foto: WikimediaCommons; Rebecca Dominguez.

Tagged: Archive, Australien

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